"Nicht als Rapper wahrgenommen": Hanybal erklärt, warum er keinen neuen Major-Vertrag bekommt
Hanybal vor Gartenzaun

 

Nachdem Hanybal erst vor Kurzem zusammen mit Celo & Abdi auf "Cali Keule" für neuen musikalischen Output sorgte, scheint es bei dem Rapper hinter den Kulissen Probleme mit seinem Label zu geben. Via Twitter erklärte Hanybal, weshalb dieses den Vertrag mit ihm nicht mehr verlängern wolle.

Warum Hanybal keinen Major-Deal mehr hat

So erklärte der 38-Jährige auf Twitter, dass er in den letzten Monaten laut seines Labels nicht mehr als Rapper wahrgenommen werde. Der Grund dafür sei sein aktivistischer Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung, so Hanybal. Dabei fügt er hinzu, dies eher als Kompliment aufzufassen, weil er sich mit der Definition eines Rappers in Deutschland nicht identifizieren könne. 

"Ich bekomme (unter anderem) keinen neuen Vertrag bei dem Major-Label, bei dem ich war, weil man mich ‚in den letzten Monaten gar nicht mehr richtig als Rapper wahrnehme‘- und ich muss sagen, das ist das schönste Kompliment, das man mir machen konnte." [sic!]

Eine weitere Begründung des Labels sei der finanzielle Aspekt gewesen. Als Künstler würde er dem Label nicht mehr genügend Gewinn einbringen, was dem gebürtigen Frankfurter als Beendigungsgrund auch ausgereicht hätte.

"Das was Rapper in Deutschland darstellen und das wie Rapper in Deutschland dargestellt werden - mit beidem möchte ich nichts zu tun haben. Möchte aus Transparenzgründen nicht unerwähnt lassen, dass sich der Vertrag für das Major-Label finanziell nicht rentiert hat. Und das hätte mir ehrlich gesagt als Begründung für die Beendigung der Zusammenarbeit gereicht." [sic!]

Hanybal will auch weiterhin "rassismuskritisch" bleiben

Hany kritisierte an der Begründung, er werde in den letzten Monaten "nicht mehr als Rapper wahrgenommen", vor allem den Zusammenhang zu seinen Veröffentlichungen rassismuskritischer Musik im selben Zeitraum. Dabei sei ihm besonders aufgefallen, dass ihm „Nicht-von-Rassismus-Betroffene“ das Dasein als Rapper absprechen würden.

"Hinzufügen möchte ich noch, dass ich es schon bemerkenswert finde, dass man mich, obwohl ich in den letzten 5 Monaten ein rassismuskritisches, sowie ein, sich mit der rassistischen Grenzpolitik der EU befassendes Lied released habe, „gar nicht mehr richtig als Rapper wahrnehme“. Ich werde in Zukunft weiter daran arbeiten, von Nicht-von-Rassismus-Betroffenen noch viel stärker „nicht als Rapper wahrgenommen zu werden." [sic!]

Es würde ihn allerdings nicht davon abhalten, sich auch zukünftig musikalisch diesen Themen zuzuwenden. Zwar würden deutsche Musikmanager dies aufgrund von Unverständnis diskreditieren, dafür würde die Musik aber von Rassismus-Betroffenen gefeiert werden.

"Während viele von Rassismus-Betroffene mir sagen, dass mehr Rapper solche Themen aufgreifen sollten und sie feiern, was ich mache. Diese Ignoranz muss man sich halt leisten können. Ich kann nicht! Alle von Rassismus-Betroffenen können nicht! Deutsche Musikmanager nehmen dich ,nicht als Rapper wahr', wenn du lautstark Missstände anprangerst, weil sie privilegiert sind und nichts mit Rap zu tun haben, außer abkassieren."

Im Mai hatte Hanybal mit seinem Track "Abolish Frontex" auf die Zustände an europäischen Grenzen aufmerksam gemacht und eine Abschaffung der Europäischen Grenz- und Küstenwache gefordert:

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