"Mutter schwer verletzt": 18 Karat erhebt Vorwürfe nach SEK-Einsatz

Nach dem SEK-Einsatz und der vorübergehenden Festnahme meldet sich 18 Karat in einem längeren Statement auf Instagram zu Wort. Darin formuliert er Vorwürfe gegen die Polizei und erklärt, dass er seinerseits eine Anwältin beauftragt habe, um Strafanzeige zu stellen.

Update: Die Polizei Dortmund hat sich inzwischen zu dem Sachverhalt geäußert. Man habe sich bei dem Einsatz am 20. November "lautstark und unmissverständlich" als Polizei zu erkennen gegeben. Dies sei auch bei dem Objekt der Fall gewesen, in dem 18 Karats Mutter zugegen war. Zu den Vorwürfen des Rappers sagt die Polizei:

"Beim Eindringen der Polizeikräfte in die Wohnung kam die im Flur befindliche Wohnungsinhaberin zu Fall. Unmittelbar im Anschluss klagte sie über Schmerzen und wurde nach erfolgter Erstversorgung durch einen RTW in ein Krankenhaus verbracht. Über den Verletzungsgrad und die Art der Verletzung liegen der Polizei keine Erkenntnisse vor. Die Ermittlungen dauern an."

18 Karat macht die Polizei für Wirbelbruch verantwortlich

In seinem Beitrag schildert 18 Karat zunächst, dass "der Konflikt mit dem Gesetz nichts Neues" für ihn sei. Zu den eigentlichen Gründen des Einsatzes wolle er keine Aussagen tätigen. Stattdessen richtet er das Augenmerk auf das Verhalten der Einsatzkräfte gegenüber seiner Mutter. Diese sei "schwer verletzt" worden.

"Das SEK ist, bevor es bei mir eingelaufen ist, bei meiner Mutter eingelaufen. In einer Wohnung, in der ich gar nicht lebe. Eine Wohnung, in der eine 60 jährige Frau Zuhause ist. Eine Wohnung, die nichts mit Drogen, Gewalt oder jeglicher Kriminalität auf dieser Welt zutun hat. Bei dem Einsatz wurde meine Mutter schwer verletzt. Es sind noch weitere Dinge vorgefallen, die ich hier nicht öffentlich ausbreiten möchte." [sic]



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Was geht ab Leute? Ich hoffe bei euch ist alles gut. Bei mir leider nicht. Ich war in den letzten Tagen inaktiv und wollte die Sache ruhen lassen. Wie viele von euch bestimmt schon mitbekommen haben, ist am Mittwoch das SEK bei mir rein gestürmt. Ich werde mich in diesem Statement nicht dazu äußern weswegen, weil es mir nicht um mich geht. Für mich ist der Konflikt mit dem Gesetz nichts Neues. Wie ihr wisst, bin ich leider kein unbeschriebenes Blatt. Meine Manager haben sämtliche Rapportale darum gebeten, die Sache nicht öffentlich zu machen. Manche haben sich daran gehalten, andere nicht. Da ihr jetzt eh schon wisst, was Sache ist, möchte ich euch etwas erzählen. Das SEK ist, bevor es bei mir eingelaufen ist, bei meiner Mutter eingelaufen. In einer Wohnung, in der ich gar nicht lebe. Eine Wohnung, in der eine 60 jährige Frau Zuhause ist. Eine Wohnung, die nichts mit Drogen, Gewalt oder jeglicher Kriminalität auf dieser Welt zutun hat. Bei dem Einsatz wurde meine Mutter schwer verletzt. Es sind noch weitere Dinge vorgefallen, die ich hier nicht öffentlich ausbreiten möchte. Wir haben nämlich die Anwältin Arabella Pooth beauftragt, für meine Mutter Strafanzeige zu erstatten und ich will jetzt die laufenden Ermittlungen nicht gefährden. Rückfragen bitte an sie. Meine Mutter wurde letztendlich von einem Krankenwagen abgeholt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte schnell fest, dass ein Wirbel im unteren Rückenbereich gebrochen ist. Am nächsten Tag musste sie sogar operiert werden. Ich poste diesen Text, weil ich möchte, dass ihr alle seht, wie unfair so ein Einsatz an einer unschuldigen Frau ausgeübt wurde. Ich lasse das nicht auf mir sitzen und fordere euch alle dazu auf, mit mir gegen Polizeigewalt zu protestieren. Es hätte jede andere Mutter, die einen Sohn hat, dem eine Straftat vorgeworfen wird, treffen können. Sie kann sich die nächsten 3 Monate nicht mehr richtig bewegen und ich sehe es als Pflicht, gegen sowas anzukämpfen. Ich bitte euch alle darum, dass ihr mit mir seid und auf jeglichen Medien diesen Text hier verbreitet. Egal wie, benutzt dabei bitte immer den #gegenpolizeigewalt Mit freundlichen Grüßen euer angeblicher „Ivo“

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18 Karat beschreibt weiterhin, dass seine Mutter daraufhin ins Krankenhaus gebracht werden musste. Dort habe man den Bruch eines Wirbels festgestellt. Infolgedessen sei eine Anwältin beauftragt worden, um Strafanzeige zu erstatten. Des Weiteren gibt 18 Karat an, dass sich seine Mutter mehrere "Monate nicht mehr richtig bewegen" könne und bereits eine Operation stattgefunden habe.

Zum Abschluss richtet das Banger-Musik-Signing noch einen Appell an seine Fans. Diese fordert der Rapper auf, "gegen Polizeigewalt zu protestieren." Ein entsprechendes Hashtag liefert 18 Karat in seinem Instagram-Post. Auf Nachfrage von Hiphop.de verwies die Polizei Dortmund darauf, sich am morgigen Tag zu den Vorwürfen zu äußern.

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Wieso #alllivesmatter nicht hilft, sondern kontraproduktiv ist

Wieso #alllivesmatter nicht hilft, sondern kontraproduktiv ist

Von David Molke am 05.06.2020 - 18:23

Der Schwarze George Floyd wurde in den USA von Weißen Polizisten getötet. Seitdem protestieren Menschen auf der ganzen Welt gegen Rassismus und Polizeigewalt. Sie eint die Bewegung und das Hashtag #blacklivesmatter. Der Gedanke dahinter ist eigentlich klar und eindeutig: Schwarze sind genauso viel wert wie alle anderen auch, sie spielen eine genauso wichtige Rolle. Es ist nicht egal, wenn sie um ihr Leben fürchten müssen. Trotzdem reagieren viele Menschen im Netz mit Hashtags wie #alllivesmatter oder #bluelivesmatter. Wir klären, wieso das jetzt nicht der richtige Hashtag und alles andere als hilfreich ist.

#alllivesmatter ist Quatsch, weil nicht alle gleich um ihr Leben fürchten müssen

In den USA (und auch hier in Deutschland oder anderswo auf der Welt) herrscht ein rassistisches System vor. Der alltägliche, strukturelle und institutionelle Rassismus macht den Menschen aber nicht einfach nur das Leben schwer. Er nimmt es ihnen auch immer wieder. Er zwingt vor allem Schwarze, Indigene und People of Colour dazu, in Angst zu leben. In Todesangst, und zwar jeden Tag, vor allem im Kontakt mit der Staatsgewalt.

White Privilege: Das Problem haben Weiße nicht. Sich damit nicht auseinandersetzen zu müssen, ist eines der vielen Privilegien, die sie genießen – und es in der Regel nicht einmal wissen. Kein Wunder, ist dieses System doch für Weiße gemacht. Sie können bequem darin leben und es sich leisten, die Augen vor den Ungerechtigkeiten des Systems zu verschließen. Das können diejenigen, die regelmäßig um ihr Leben fürchten müssen nicht.

Todesrisiko: Schwarz sein

Gastbeitrag von Liban Farah Das sind die letzten Sätze von George Floyd, als er von einem weißen Polizisten auf offener Straße ermordet wird. Völlig unbeeindruckt vom Flehen der Passant*innen, die Floyd helfen wollen...

Schwarze, Indigene und People of Colour müssen sich damit auseinander setzen, wie sie sich am Besten verhalten, wenn sie in eine Polizeikontrolle geraten. Was doppelt gefährlich ist, weil sie erstens überproportional häufiger kontrolliert werden (Stichwort Racial Profiling) und zweitens eine viel höhere Chance besteht, dass sie dabei von Polizisten getötet werden. Darum entstehen solche erschütternden Videos:

Natürlich sind alle Leben gleich viel wert – genau darum geht es #blacklivesmatter

Weil vor allem BIPoC im Kontakt mit der US-Polizei um ihr Leben fürchten müssen, wurde Black Lives Matter überhaupt erst ins Leben gerufen. Der Kampagne geht es genau darum, darauf hinzuweisen, dass auch das Leben von Schwarzen eine Rolle spielt und wichtig ist. Um auf das bestehende Ungleichgewicht in unserem gesamtgesellschaftlichen System hinzuweisen, das auf dem Gegenteil basiert.

I like this a lot.

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Dass mit Black Lives Matter überhaupt erst darauf hingewiesen werden muss, dass Schwarze genauso wichtig sind wie alle anderen, ist an sich schon unglaublich. Das wir in einer Gesellschaft leben, in der das extra betont werden muss, sollte allen Menschen eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben – und dafür sorgen, dass sie sich reflektieren und anschließend etwas dagegen unternehmen.

Black Lives Matter: So kannst du dich über Rassismus informieren & helfen

Ihr wollt etwas tun?! Es gibt viele Möglichkeiten...

Weiße stehen jetzt ausnahmsweise mal nicht im Mittelpunkt & das ist gut so

Ich weiß, dass das schwer auszuhalten ist. Vor allem, weil es bisher immer anders war. Aber im Moment dreht sich ausnahmsweise mal nicht alles um die alten Weißen Männer mit Privilegien. Das muss für Menschen wie Donald Trump schier unerträglich sein. Schließlich sind sie es nicht anders gewöhnt, standen stets im Mittelpunkt und haben immer alles bekommen, was sie wollten. Jetzt soll sich daran auf einmal etwas ändern?

Ja, das muss es sogar. Zumindest dann, wenn wir wirklich an einer besseren Gesellschaft arbeiten wollen. Wenn die ganzen Solidaritätsbekundungen nicht nur Lippenbekenntnisse waren und uns wirklich an einer gerechteren Gesellschaft ohne Rassismus, ohne Diskriminierung und ohne Polizeigewalt gelegen ist. Egal, ob in den USA oder in Deutschland. Das Problem ist historisch und weltumspannend. Der Kapitalismus basiert darauf.

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Mit einer Spende von 100 (!) Millionen Dollar bringt sich Warner Music im Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Gewalt ein...

#alllivesmatter ist momentan extrem kontraproduktiv und lenkt nur ab

Wer auf die Black Lives Matter-Bewegung also reflexartig mit #allllivesmatter reagiert, beweist nur, dass er oder sie nicht lang genug darüber nachgedacht hat. Dass ihm oder ihr offensichtlich die historische, systematische und gesellschaftliche Dimension des Problems nicht bewusst ist. Es geht hier um den Anfang vom Ende eines Systems, das seit vielen Jahrhunderten auf der Ausbeutung von Benachteiligten basiert.

Oder, um es anders zu formulieren: Wer auf #blacklivesmatter mit #alllivesmatter reagiert, zeigt nur, dass er oder sie nicht bereit ist, anderen das Rampenlicht zu überlassen. Aber es ist nicht nur okay und angebracht, endlich den Platz zu räumen, zwei Schritte zurückzutreten, anderen das Feld zu überlassen und verdammt noch mal endlich zuzuhören, sondern bitter nötig, so schwer es manchen vielleicht auch fallen mag.

Dazu kommt, dass vor allem #bluelivesmatter (für Cops aka Täter-Opfer-Umkehr), #whitelivesmatter und natürlich #alllivesmatter vor allem von Nazis und rechten Gruppierungen genutzt wird, um gegen die Black Lives Matter-Bewegung Stimmung zu machen. Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern schon seit Jahren. Auch diese Hashtags haben also eine Geschichte und sind vorbelastet.

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Celebrities reagieren & K-Pop-Fans kapern rassistische Hashtags

K-Pop-Stans mischen sich ein: K-Pop-Fans scheinen ein ziemlich stark ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewusstsein zu haben. Gleichzeitig nutzen sie ihre Reichweite, ihre Masse und ihr Internet-Knowhow für eine gute Sache: Um den Rassisten und Nazis den Wind aus den Segeln zu nehmen, twittern und posten sie massiv unter den Hashtags #alllivesmatter, #whitelivesmatter und #bluelivesmatter.

Aber anstatt rumzunerven, dass es ihnen angeblich auch irgendwie mindestens so schlimm gehen würde wie den Schwarzen in den USA, fluten sie das Netz unter den Hashtags entweder mit K-Pop-Content oder mit Solidaritätsbekundungen zur Black Lives Matter-Bewegung. Das funktioniert so gut, das zeitweise nur noch entsprechende Posts und Tweets in den sozialen Medien zu sehen waren. Respekt!

K-Pop Stans Continue to Run the Internet, Flood Racist Twitter Hashtags

Maybe you were a little shocked this morning when you opened Twitter to see hashtags like #whiteoutwednesday trending. ( Maybe not.) Click on one and you'll be significantly less worried to know that they're filled with K-pop fancams and photos, meant to drown out racist and pro-cop tweets.

Auf der anderen Seite machen sich auch immer mehr Stars für Black Lives Matter im Allgemeinen und gegen die #alllivesmatter-Reaktionen im Speziellen stark. Neben Samy Deluxe in diesem Video haben sich zum Beispiel auch Billie Eilish oder Seth Rogen jeweils auf ihre ganz eigene Art und Weise damit auseinandergesetzt.

#justiceforgeorgefloyd #blacklivesmatter

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Heidi Klum hat zum Beispiel den Fehler gemacht und das Hashtag zunächst selbst in einem Post benutzt. Woraufhin sie heftig kritisiert wurde, den Fauxpas eingesehen hat und das Ganze gelöscht hat. Anschließend folgte ein neuer Beitrag ohne #alllivesmatter.

Heidi Klum äußert sich zu George Floyd - und löscht Tweet nach Kritik

Der Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd bewegt seit Tagen weltweit die Menschen. Sein Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz löste eine Protestwelle in den USA aus, in sozialen Medien rufen viele Prominente zum Kampf gegen Rassismus auf. Auch Heidi Klum will ein Zeichen setzen - wegen eines Hashtags wird das Model aber scharf kritisiert.

Auf Twitter finden sich ebenfalls unzählige Erklärungen dazu, wieso die Reaktion mit #alllivesmatter oder Ähnlichem Quatsch ist, die von freundschaftlich bis zu wütend reichen. Sie können aber gut dazu dienen, die Problematik nochmal zu veranschaulichen. Oder crasht ihr zum Beispiel auch Beerdigungen von Fremden, um sie darauf hinzuweisen, dass ihr auch schon mal Verlust erlitten habt? Eben.

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