Miami Yacines "Kokaina" ist jetzt das meistgeklickte Video eines deutschen Rappers ever

Es war schon seit einigen Monaten abzusehen, dass der Moment kommen würde: Miami Yacines Kokaina hat Sidos Astronaut als den meistgeklickten Clip eines deutschsprachigen Rappers auf YouTube abgelöst. Kurz vor der bislang unerreichten Marke von 80 Millionen Views gab es den fliegenden Wechsel.

Kokaina wurde ein Jahr und sechs Tage nach Astronaut hochgeladen – allerdings ohne große Namen wie Sido oder Andreas Bourani im Titel. Wenn es so weitergeht, dürfte Yacine auch der erste Rapper der Szene sein, der 100 Millionen Views auf YouTube erreicht. Die beispiellose Erfolgsgeschichte von Kokaina wird uns noch eine Weile beschäftigen.

Rund ein Jahr nach der Veröffentlichung seines großen Hits legt Miami Yacine bald sein Debütalbum Casia vor. Dann wird sich zeigen, wie viel vom Hype er mit in die Zukunft nehmen kann. Zumindest die Vermutungen einiger Fans, er könnte ein One-Hit-Wonder bleiben, wurden dieses Jahr schon mindestens zweimal widerlegt (Cazal, Bon Voyage). Dass das Album untergeht, ist derzeit schwer vorstellbar.

Ein Video, das aktuell auf YouTube ganz schön rockt, ist Kay Ones Louis Louis. Der Song wächst auf dem Portal noch schneller als Kokaina im letzten Jahr. Anlässlich der frisch erreichten 30-Millionen-Marke haben wir diese Woche die Zahlen verglichen:

YouTube-Zahlen: Wie Kay Ones "Louis Louis" Miami Yacines "Kokaina" in den Schatten stellt

Mit der Modern Talking-Hommage Louis Louis hat Kay One einen Track veröffentlicht, der polarisiert: Die einen lieben ihn, die anderen können ihn nicht mehr hören. Fakt ist aber, dass die Klickzahlen eine eindeutige Sprache sprechen. Auf YouTube kann Louis Louis jetzt über 30 Millionen Aufrufe verzeichnen - und das knapp zwei Monate nach Veröffentlichung.

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Kommentare

ich weiß ja nicht was an dem Song Kokaina so geil sein soll,ist ein Nichts gegen Astronaut..
und gegen Royal Bunker erst recht nicht:-)

5 sek haben gereicht,mieser beat und vom liedtext sprechen wir erst gar nicht...
gruss 25

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"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte

"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte

Von Till Hesterbrink am 18.10.2020 - 13:37

Der YouTube-Kanal History of Berlin macht seinem Namen alle Ehre und hat ein Interview mit Maxim aus dem Jahre 2001 veröffentlicht. Attila Murat Aydın, wie Maxim mit bürgerlichem Namen hieß, war einer der Hiphop-Pioniere der Hauptstadt. Er gründete zahlreiche Breaker-, Sprayer- und MC-Crews und war einer der ersten, die Hiphop in Deutschland nach amerikanischem Vorbild verstanden hatten.

Maxim nimmt HoB mit auf eine Zeitreise

In dem Interview erzählt Maxim von seinen Anfängen und wie er zum Breaken und Beatboxen gekommen ist und wie sich die Hiphop-Szene in Berlin mit den Jahren veränderte. Die Faszination begann für Aydın mit 12 Jahren, als ein bodenturnender Cousin aus Manchester ihn besuchte und ihm die ersten Moves zeigte. Nachdem er dann den Film "Wildstyle" gesehen hatte, war er endgültig begeistert. Neben dem Breaken entdeckte Maxim schnell auch das Beatboxen und Malen für sich und begann, sich einen Namen in Berlin zu machen.

Mit den Jahren galt Maxim als einer der Ersten, der den West-Berlin-Hiphop-Style etabliert hat und wurde so zu einer der bekanntesten Figuren in der Hauptstadt. Er war zwar Breaker, Sprayer, Beatboxer und Rapper, doch sein größtes Talent scheint das connecten von Leuten gewesen zu sein. So schreibt History of Berlin über ihn:

"Das wahre Talent von Maxim, war allerdings das vernetzen und verknüpfen von Leuten aus der Hip Hop Szene, denn er kannte wirklich jeden aktiven Tänzer und jeden relevanten Berliner Sprüher persönlich."

Aydın gründete Ende der 80er Jahre die legendäre Berliner Crew 36 Boys, welcher unter anderem auch der heutige Starkoch Tim Raue angehörte. Wie vieles, was Maxim machte, gelten die 36 Boys mittlerweile als Vorreiter für Crews und Gangs der nachfolgenden Generationen.

Auch die Glorious Five Artists wurden von Maxim gegründet, welche von der Backspin als eine der besten Writer Crews Europas bezeichnet wurde. Der Tagesspiegel nannte die GFA mal "die bekannteste deutsche Writer Verbindung".

Maxim: Viel zu früh gestorben

Wohl am Tag dieser Videoaufnahmen, seinem 33. Geburtstag, starb Maxim, als er einen Streit zwischen seiner Ehefrau und einem Rentner klären wollte. Der 76-Jährige zog jedoch ein Messer und erstach Aydın. Maxim hatte sich zeit seines Lebens gegen Gewalt eingesetzt und war ein berühmter Streitschlichter.

Auf der Aggro Ansage Nr.4 widmeten Fler, Sido und B-Tight der Straßen-Legende mit "Maxim ist King" einen ganzen Song.

"Der erste Beatboxer, erste Writer, erste B-Boy, er war die erste Eins" (Fler auf "Maxim ist King")

Des Weiteren wurde der "Maxim Memorial Day" ins Leben gerufen, bei welchem viele Berliner Künstler dem Verstorbenen ihren Respekt zollten. Außerdem erschien der "Maxim Memorial Sampler", auf dem unter anderem Kool Savas, Eko Fresh, Fler, Sido, Taktloss und B-Tight vertreten waren.

Bis heute findet Maxim immer wieder Erwähnungen in deutschen Raptexten:

"Wenn ich sterbe, ist das hier mein Vermächtnis (meine Legacy)/
Hoff', ich bleibe der Straße im Gedächtnis (so wie Maxim)" (Fler auf "Vermächtnis")


Maxim (Zeitreise 1982-2001) Hip Hop Legende, Graffiti, Break Dance, Beatbox - HISTORY OF BERLIN

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