Kool Savas: Kendrick Lamars Auftritt bei Obama war der "größte Fehler seiner gesamten Karriere"

Kool Savas spricht im neuen Interview mit Toxik nochmal ausführlich über Kendrick Lamars Auftritt im Weißen Haus.

Was er davon hält, hatte er uns erst kürzlich via Twitter wissen lassen: "Kendrick Lamar soll sich im Weißen Haus f*cken lassen."

Eine kurze Erklärung gab es noch obendrauf: "Solange in Guantanamo noch nach Lust und Laune gefoltert wird, hat kein Rapper im Weißen Haus aufzutreten."

Im Gespräch mit Toxik erklärt Kool Savas seine Äußerungen nochmal eingehender und redet sich dabei regelrecht in Rage. Aber er fängt langsam an:

"Das war ein provokantes Statement von mir, um das mal auf den Punkt zu bringen. Man muss dann natürlich weiterdenken."

Weil Kendrick Lamar für die nicht-weiße, US-amerikanische Jugend eine besondere Vorbildfunktion erfülle, sei der Auftritt im Weißen Haus der "größte Fehler seiner  gesamten Karriere".

Denn Barack Obama stehe "für die größeste, perverseste Imperialmacht auf der ganzen Erde [...] für das krasseste, härteste und erbarmungsloseste kapitalistische Regime."

Kool Savas gibt zu Bedenken, dass das Geschrei sicherlich groß sei, würde Kendrick Lamar beispielsweise in Nordkorea auftreten. 

"Aber warum darf Kendrick Lamar – oder soll er – im Weißen Haus auftreten, wo die Leute sitzen, die im Endeffekt die politischen Strömungen und die politischen Vibes steuern?"

"Wieso geht er als Vertreter der Schwarzen und als der Hoffnungsträger Number One in Amerika für alle Schwarzen, die sich unterdrückt und rassistisch behandelt fühlen, wieso geht er dort hin und lässt sich kaufen von denen?"

Sollte sich Kendrick Lamar nicht kaufen lassen haben, sei das laut Kool Savas sogar noch schlimmer.

"Ich kann das jetzt mit mir vergleichen: Mein Vater wurde in der Türkei gefoltert. Das ist so, als ob ich zu den Folterern meines Vaters nach Hause gehe, mich mit denen an einen Tisch setze, für die rappe, mich zum Affen mache und denen die Hand reiche oder die Hand küsse und zu denen Abi sage."

"Das war meiner Meinung nach der größte Fehler seiner gesamten Karriere."

Wie siehst du das?

Hier gibt es das gesamte Interview mit Kool Savas. Um Kendrick Lamar und Barack Obama geht es ungefähr ab Minute 12:

Kool Savas redet sich in Rage! Trump, Verschwörungen, "Essahdamus" uvm. (Interview) - Toxik trifft

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Hier der Auftritt von Kendrick Lamar:

Kendrick Lamar performt im Weißen Haus

Wenn du könntest, würdest du deinen Lieblingsrapper dann nicht auch regelmäßig zur Privataudienz einladen? Nun ja, Barack Obama kann und deswegen lädt er sich seinen Liebling auch regelmäßig in sein bescheidenes Anwesen ein. Anlässlich seiner Fourth of July -Feier lud er Kendrick Lamar als Ehrengast ins Weiße Haus ein und ließ ihn einige Songs performen.

Kool Savas wird auch auf der Bühne sehr emotional:

Pure Emotion: Kool Savas live auf dem Openair Frauenfeld

"Wer von euch liebt Hiphop, verdammt nochmal?"Die Antwort lautet: Offenbar alle, die da vor der Bühne standen, als Kool Savas auf dem Openair Frauenfeld eine Show sondergleichen abgezogen hat.Wie sonst lassen sich die Textsicherheit und die hundertfachen Jubelschreie erklären?So und nicht anders sind wir es vom King of Rap und seinem Publikum gewöhnt.

Eine kurze Umfrage zum Schluss

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Kommentare

Junge WAS laberst du da. Weißt du wie viele weiße sich in den arsch beißen, wenn sie schwarze im weißen Haus sehen. Das ist doch ne übelste Provokation. Der größte Fehler seiner Karriere? Man muss erstmal so weit kommen um solch große Fehler machen zu koennen. Man man man könnte kotzen von euch Pfennig rappern.

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Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Die Toastbrot-Story: Kool Savas' Plädoyer gegen Rückenpolitik

Von Michael Rubach am 03.09.2021 - 16:20

Käse, Wurst, Toastbrot: Diese Kombo hat sich bei Kool Savas eingebrannt. Nicht, weil er ein besonders heftiges Sandwich in Erinnerung hat. Er verbindet damit eine Lektion fürs Leben. In seinem frisch veröffentlichten Buch "King of Rap: Die 24 Gesetze" ist immer wieder von dieser Toastbrot-Story die Rede. Es ist eine Geschichte, die Kool Savas gelehrt hat, sich von der Straße, Gangs und Unterdrückertum fernzuhalten.

Kool Savas gewinnt Battle – und wird unterdrückt

Anfang der Neunziger in Kreuzberg: Der Junge, der später als Kool Savas (jetzt auf Apple Music streamen) berühmt werden sollte, tritt zum Battle an. Doch es geht nicht um Punchlines, sondern um Ladendiebstahl. Wer mehr Kram aus dem örtlichen Supermarkt mitgehen lässt, entscheidet das Duell für sich. Savas gewinnt. Er baut aus seiner Beute ein Sandwich, um den Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes zu genießen. Anstelle eines guten Gefühls erfährt er jedoch Bevormundung. Der damalige Anführer in Savas' Umfeld hat seine eigene Sichtweise. Er erinnert den Battle-Gewinner daran, wer das sagen hat. Das bleibt haften:

"Dieses Gefühl, wie ein Hund behandelt zu werden, dem man sagt, was er zu essen hat und was nicht, vergesse ich nie."

Dieser Augenblick ist ein Bruch im Leben des Savaş Yurderi. Hier beschließt er, sich von solchen Strukturen zu entkoppeln. In seinem Buch nennt er das die "Befreiung von den nervtötenden Regeln der Straße." An dieser Stelle in seinem Leben legt sich ein Schalter um.

"An diesen Moment, als ich begriff, dass ich mir nie wieder etwas sagen lassen sollte von vermeintlich Stärkeren. Von Leuten, die angeblich über mir stehen. Oder die sich aus komplett irrelevanten Gründen wie physischer Überlegenheit dazu berufen fühlen, den Chef zu spielen."

Rückblickend hat Savas diese Episode aus seiner Jugend "komplett gegen die Verlockungen eines sogenannten Rückens immun gemacht." Die Lehren, die er daraus gezogen hat, will er nun weitergeben.

(Über seine persönliche Erfolgsformel wird Kool Savas demnächst auch in einem neuen Interview-Format auf Hiphop.de sprechen.)

Kool Savas: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an"

Kool Savas gibt in seinem Buch Ratschläge, um nicht in den Strudel aus Unterdrückung und Machtspielchen hineingezogen zu werden. Es gelte, das eigene Umfeld zu prüfen. Wer tut einem gut, wer ist toxisch? Er wolle selbst nicht mit "denen sein, die andere unterdrücken." Diese Struktur habe Savas früher eingeengt. Durch die Hierarchien der Straße fühlt er sich in seiner Jugend regelrecht gehandicapt.

"Ich bin so aufgewachsen, in einem Umfeld, in dem mich vieles eingeschüchtert hat, in dem ich mich oft zurückgenommen habe. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich das gebremst und gestresst hat."

Ein weiterer Leitsatz von SAV lautet: "Nimm keinen Gefallen von der Straße an." Ein schwacher Moment könne reichen, um sich in eine nicht enden wollende Abhängigkeit zu begeben. Plötzliches Entgegenkommen und Unterstützung hätten immer ihren Preis. Hinter kleinen Gefälligkeiten stehe zumeist das Streben nach Geld und Macht. Die Wurzel allen Unterdrückerverhaltens.

Nicht ohne Stolz beschreibt Kool Savas seine Freude darüber, sich aus all dem rausgehalten zu haben. Er sei niemanden etwas schuldig. Achtung, Liebe und Respekt erfahre er nicht, weil sich Menschen vor ihm oder Personen im Hintergrund fürchten würden. Er ist aus dem musikalischen Wettstreit als Rapstar hervorgegangen. Aus der permanenten Competition, die aus seiner Sicht "ohne Unterdrückung und Mobbing stattfinden sollte. Ohne Gewalt."

Wer ist man eigentlich? Was will man im Leben erreichen? Diese Fragen hat Kool Savas für sich beantworten können. Eine der grundlegendsten Erkenntnisse setzte nach dem Diebstahl eines Toastbrots ein.


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