Kevin Gates spricht über Missbrauchserfahrungen

Triggerwarnung: Der folgende Artikel beschäftigt sich mit sexualisierten Gewalthandlungen und deren Folgen für Betroffene. Dies kann belastend sein und retraumatisierend wirken.

In einer aktuellen Episode von Mike Tysons Podcast Hotboxin' eröffnet US-Rapper Kevin Gates zum ersten Mal in einem Interview, was er in seiner Jugend erleben musste. Er erzählt, wie das Rappen ihm dabei half, seiner Realität samt traumatischen Missbrauchserfahrungen zu entkommen.

Missbrauch im Kindesalter: Kevin Gates über Musik als Zuflucht

Als es darum geht, wie Kevin Gates überhaupt dazu gekommen sei, eine musikalische Karriere zu starten, kommt der US-Rapper auf seine Kindheit zu sprechen (ab Minute 04:40).

"Ich bin sehr sehr gewalttätig aufgewachsen und echt aggressiv. Nicht weil ich es sein wollte, sondern weil ich als Kind belästigt wurde."

("I grew up real, real violent, and real aggressive. Not because I wanted to be, but because I was molested when I was a child.")

Kevin Gates beschreibt weiterhin, wie ihn daraufhin eine "Angst verletzlich zu sein" begleitet. Er sucht eine Zuflucht im Kampfsport und wendet sich zugeleich der Musik zu.

"Ich habe mir jede Art von Kampfkunst vorgenommen, die man nehmen kann. Ich habe sogar geboxt, ich habe alles gemacht. Ich wollte der härteste Mensch der Welt sein, aber Musik zu schreiben und zu machen war immer eine Flucht für mich. Ich hatte nie den Mut hervorzutreten und das zu sagen."

("I took every kind of martial art you can take. I even boxed, I did everything. I wanted to be the toughest person on earth, but writing and making music was always an escape for me. Like, I never had the nuts to come out and say that".)

Mike Tyson erwidert, dass er den Weg kenne, den Kevin Gates hinter sich habe. Er wirft dabei die Frage in den Raum, wie er selbst zum "gemeinsten Motherf*cker des Planeten" geworden sei. Auch hier liege die Antwort in der Vergangenheit: "Jemand hat mir etwas angetan. Ich wolle nicht, dass es noch einmal passiert, so wurde ich dieser Typ."

Die Musik von Kevin Gates (jetzt auf Apple Music streamen) spiegelt oftmals die Wut und Gewalt wider, die er im Interview anspricht. Auf dem Album "Luca Brasi 2" (2014) rappt er auf dem Track "Pourin The Syrup" von einem Mord, den das lyrische Ich im Alter von 13 Jahren begeht. Auf dem aktuellen Mixtape "Only The Generals Pt. II" ist mit "Fairytale" ein Track zu finden, der Missbrauch und die tödlichen Konsequenzen für den Täter zum Thema macht.

"I was molested inside of my mother's home, she ain't believe me when I was young / That's when I stole my grandmother's gun / I walked in that b*tch and I put him up / Some of my family might say I'm the devil, my godmother told me: 'Don't ever regret it'

Dem Gerücht, einen Mord begangen zu haben, tritt Kevin Gates jedoch entgegen. 2019 erklärte er: "Das ist Fiktion."

Menschen, die sexuellen Missbrauch erlebt haben oder noch erleben, finden auf hilfetelefon.de verschiedene Beratungs- und Hilfsangebote. Außerdem gibt es entsprechende Notfallnummern, bei denen Betroffene und Angehörige sich melden können.

Hilfetelefon sexueller Missbrauch: 0800-22 55 530 (anonym & kostenfrei)

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Mann beschuldigt R. Kelly vor Gericht des Missbrauchs

Mann beschuldigt R. Kelly vor Gericht des Missbrauchs

Von Michael Rubach am 01.09.2021 - 10:40

Triggerwarnung: Der folgende Artikel beschäftigt sich mit sexualisierten Gewalthandlungen.

Der Missbrauchs-Prozess gegen R. Kelly ist vor knapp zwei Wochen angelaufen. Erstmals ist dabei nun ein Mann in den Zeugenstand getreten. Er gab vor einem New Yorker Gericht an, von dem US-Star im Alter von 17 Jahren missbraucht worden zu sein. Diese Anschuldigungen wurden bereits vor Prozessbeginn erhoben.

Zeuge belastet R. Kelly schwer

Wie der Insider berichtet, beschreibt der Zeuge, der in der Öffentlichkeit unter dem Pseudonym Louis auftritt, sein Kennenlernen mit R. Kelly im Jahr 2006 folgendermaßen: Sein Arbeitsplatz sei ein McDonald's in Chicago gewesen. Dort habe der US-Star ihm seine Telefonnummer zugesteckt und ihn später zu einem privaten Treffen in sein Studio eingeladen. Louis habe sich als aufstrebender RnB-Artist Tipps für eine eigene Karriere in der Musikbranche erhofft. Es soll bei der Hoffnung geblieben sein.

R. Kelly habe sich nicht mit den Songs von Louis beschäftigt, sondern stattdessen die Frage aufgeworfen, was er bereit sei, für die Musik zu tun. Mehr und mehr soll R. Kelly das Gespräch auf sexuelle Fantasien gelenkt haben. Schließlich sei der damalige Highschool-Schüler von R. Kelly missbraucht worden. Louis habe klar zu verstehen gegeben, dass der RnB-Sänger aufhören soll.

Der US-Sänger habe ihn angewiesen, das Geschehene für sich zu behalten. "Wir sind jetzt Brüder", sei eine Ansage gewesen. Louis habe weiterhin darauf gesetzt, dass seine Karriere in Schwung kommt und den Kontakt zu R. Kelly aufrechterhalten. Laut Zeugenaussage seien weitere sexuelle Handlungen mit der Kamera festgehalten worden.

Louis war als  Zeuge der Staatsanwaltschaft vor Gericht. In der Anklageschrift taucht er nicht unter den mutmaßlich betroffenen Personen auf. Eine andere Zeugin habe laut New York Times ausgesagt, dass sie als 17-Jährige von R. Kelly nach einem Konzert im Backstagebereich vergewaltigt worden sei.

R. Kelly hat seit seiner Festnahme (2019) sämtliche Vorwürfe bestritten. Ihm werden in dem aktuellen Verfahren unter anderem die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Entführung und Bestechung zur Last gelegt. Ihm könnte eine lebenslange Gefängnisstrafe drohen.


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