Kendrick Lamar bricht einen Rekord von "The Eminem Show"

Es ist ein freundschaftliches Duell mit Eminem, das Kendrick Lamar nun für sich entscheiden kann: Lange war "The Eminem Show" (2002) das am längsten in den amerikanischen Charts vertretene Rap-Studioalbum überhaupt. K-Dots moderner Klassiker "good kid, m.A.A.d city" hat die Platte aber jetzt überholt – mit stolzen 358 Wochen in den Billboard 200.

Kendrick Lamar bricht Rekord von Eminem

Der einzige Rapper, der in dieser Liste noch weiter oben steht, ist Eminem selbst. Sein Best-Of-Album "Curtain Call" von 2006 ist anders als "The Eminem Show" auch heute noch in den Top 200 am Start und steht derzeit bei 461 Wochen. Dabei handelt es sich aber offenkundig nicht um ein Studioalbum.

chart data on Twitter

@kendricklamar's 'good kid, m.A.A.d city' is now the longest charting hip-hop studio album in Billboard 200 history, passing 'The Eminem Show'.

In den aktuellen Charts steht "good kid, m.A.A.d city" auf Platz 138. "Curtain Call" liegt knapp 70 Positionen weiter vorne auf Nummer 65 und damit auch vor einigen aktuellen Releases.

Für Eminem dürfte die Nachricht nicht nur aus diesem Grund leicht zu verkraften sein. Erstens ist überhaupt fraglich, wie sehr er sich für solche Zahlenspiele interessiert, und zweitens ist er bekanntermaßen ein riesiger Fan von Kendrick und erst recht von "GKMC". Auf Genius schrieb er:

"Als ich zum ersten Mal Kendricks Aftermath-Debüt hörte, konnte ich es kaum glauben. Dass es sein erstes richtiges Album war und dass er daraus eine Geschichte machen konnte, die derart mit mit den Skits ineinandergreift, war einfach genial. Das wurde noch nicht wirklich oft gemacht und erst recht nicht beim ersten Mal. Das Level der Wortspiele, der Vortragsweise, der Beats – es ist einfach ein Meisterwerk."

("When I first heard Kendrick’s debut on Aftermath, I couldn’t believe it. The fact that it was his first real album and he was able to make it into a story which intertwines with the skits like that was genius. That hasn’t really been done that many times, let alone on someone’s first time up. The level of wordplay, the deliveries, the beats—it’s just a masterpiece.")

Im Prinzip hat eins der besten Rapalben aller Zeiten eins der besten Rapalben aller Zeiten überholt. Pumpt einfach beides nochmal!

Warum "The Eminem Show" das beste Album von Eminem ist!

Eminem brachte mich dazu, Rap zu feiern und zu lieben für all das, was er ist und sein kann: aggressiv, nachdenklich, verrückt, kontrovers, inspirierend, therapierend, beruhigend, aufrüttelnd.

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Benzino äußert sich kontrovers über Eminem und seine Fans

Benzino äußert sich kontrovers über Eminem und seine Fans

Von Anna Siegmund am 22.10.2019 - 14:54

Eminem und der Mitgründer des Hiphop-Magazins The Source Benzino lieferten sich zu Beginn der 2000er ein Diss-Feuerwerk. Nun wurde Benzino in einem Interview bei Revolt TV erneut auf seinen Beef mit der Raplegende angesprochen und scheint seine Meinung kaum geändert zu haben.

Benzino talks The Source vs Eminem beef, Murder Inc, Industry politics & more.| Drink Champs

This week we welcome back Drink Champs alumni, Benzino! The champs chop it up with Benzino as he shares the origin story of The Source Magazine and how he met co-founder Dave Mays. Benzino shares stories about historic moments in The Source Magazines history, including their epic covers, iconic award show moments and more!

In dem Interview führt Benzino die Beweggründe für seine Auseinandersetzung mit Eminem aus. Und er sucht die Gründe zunächst in dem kulturellen Ursprung von Hiphop.

"Hiphop is the only thing that made white people come to the culture, buy into the culture, spend money, and also interact with the culture through Hiphop."

Nur Hiphop habe es also geschafft, weiße Menschen dazu zu bringen, auf People of Color zuzugehen und Geld in diese Kultur zu investieren. Man habe über Hiphop über die Hautfarben hinweg interagieren können. Ein erfolgreicher, weißer Rapper wie Eminem würde diese Balance zwischen Menschen verschiedener Herkunft zerstören.

"I felt like once they get a white rapper and make it so white people want to buy him, they f*ck with that balance"

Dieses Problem habe Benzino weder mit den Beastie Boys noch mit 3rd Bass. Aber erst Eminem habe dafür gesorgt, dass Rap nun im weißen Mainstream angekommen sei.

"With Eminem, I felt Hiphop is big now, it's pop now."

Mit der expliziten Nennung dieser anderen Namen weißer Rapper unterstreicht Benzino seine fehlende Objektivität. Auch die Beastie Boys konnten große, kommerzielle Erfolge feiern und öffneten Rap so einer neuen Zielgruppe. Dafür ist Eminem nicht alleine verantwortlich zu machen und das scheint Benzino auch bewusst zu sein.

Aber in dem Interview bleibt er dabei, dass erst Eminem bei ihm das Gefühl verursacht habe, dass man ihn als weiße Figur im Rapgame brauche, um Weiße zu repräsentieren.

Auf den Einwurf, dass die Schuld in diesem Fall nicht unbedingt bei Eminem liegt, entgegnet Benzino den Gedanken, dass Hiphop eben nicht nur Rap sei. Es sei eine Kultur, die People of Color und weiße Menschen wie Eminem nicht gemeinsam hätten.

"Eminem is not in the culture that I'm from."

Er unterstellt Eminem in logischer Konsequenz seiner Ausführungen, dass Hiphop für ihn ausschließlich Rap sei. Und eben nicht die Kultur, die Hiphop für Benzino bedeutet. Dabei scheint Benzino nicht klar zu sein, dass seine Aussagen gegenüber einem weißen Rapper wie Eminem sehr diskriminiernd sind. Er spricht ihm nur aufgrund seiner Hautfarbe ab, ein Teil der Hiphop-Kultur zu sein und unterstellt ihm und seinen Fans Rassismus. Denn Benzino geht noch weiter.

Er zieht einen politischen Vergleich zu Donald Trump. Es klingt fast so, als ob Benzino den Erfolg Eminems dafür verantwortlich macht, dass sich Menschen Jahre nach seinem Durchbruch dafür entschieden haben, den Republikaner zum amerikanischen Präsidenten zu wählen.

"He came in and there was a whole demographic of white people who just ain’t f*ckin with ni**as period. I don’t give a f*ck. Those are the guys who’d vote Donald Trump."

Benzino & Eminem kämpfen mit Disstracks, Mixtapes & The Source

Slim Shady und Benzino schenkten sich im Zuge ihres Beefs nichts. The Source fiel häufig durch schlechte Bewertungen von Eminems Releases auf. 2002 gab es eine verhältnismäßig schlechte Bewertung für Eminems "The Marshall Mathers LP" in Benzinos Magazin. Ergänzend zu der Vier-Sterne-Bewertung veröffentlichte Benzino zwei Disstracks. Dabei war auch "Pull your Skirt up", in dem der Rapper unter anderem behauptete, die Karriere Eminems angestoßen zu haben, und ihn mit dem Rapper Vanilla Ice verglich, der zu dieser Zeit kein großes Ansehen in der Rapwelt genoss.

Benzino - Pull Your Skirt Up

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Eminem reagierte mit dem Track "The Sauce" auf die Behauptungen des Journalisten. Dort stellte sich Eminem auch den Rassismusvorwürfen Benzinos, die er nun in dem aktuellen Interview bekräftigte.

"Coming up it never mattered what color you was / If you could spit then you could spit / that's it that's what it was"

Eminem - The Sauce

A full on attack by Eminem. One of his best.

Eminem releaste schließlich das komplette Mixtape "The Invasion" gegen The Source und ihren Mitgründer. Später folgte ein weiteres Mixtape mit dem Namen "The Invasion 2".

Benzino nutzte seine Position als Herausgeber eines Magazins, um eine komplette Ausgabe gegen Eminem zu veröffentlichen. Des Weiteren kam der Track "Die Another Day" von Benzino, in dem er sehr persönlich wurde und auch Eminems Tochter Hailie angriff sowie ihn "rap Hitler" taufte.

Benzino-Die another day (Eminem Diss 2003)

Benzino-Die another day (Eminem Diss 2003) [Verse 1: Benzino] Lord help us, my peoples bein' raped (uh) Deliver me from evil and I'll seal this devil's fate Let's take a closer look at what's really happenin' He wants you to believe that it was all about rappin' And all I

"Tell Hailie it ain't safe no more / Daddy better watch yo' back at the candystore"

Für diese Line entschuldigte sich der Rapper einige Jahre später. 2012 betrachtete er den Beef aus einer ganz anderen Perspektive und nahm auch seine anderen Aussagen weitestgehend zurück.

"Em's still doing his thing and he's still a great influence on Hiphop. Hiphop has bridged the cultures, white, black, Latino, Asian, it's for everybody."

Es macht den Eindruck, dass er diese Aussage heute nicht mehr so treffen würde. Das aktuelle Interview wirkt wie eine erneute Abrechnung mit Eminem von einem Rapper, der mit dem Erfolg eines weißen Kollegen nicht klarkommen mag. Dabei verstrickt sich Benzino in diskriminierende Aussagen, die in der Tendenz eher ein persönliches Problem mit Eminem offenbaren als eine objektive Argumentation zeigen.

Der Beef mit Benzino war natürlich nicht das erste beziehungsweise letzte Mal, dass Eminem in derartige Auseinandersetzungen verwickelt war. Hier könnt ihr nachlesen, für wen Eminem ebenfalls mehrfach ins Studio gegangen ist, um ihn zu dissen:

7 Rapper, die Eminem mehrmals gedisst hat

Wenn Eminem jemanden disst, wächst dort in der Regel kein Gras mehr. Da kannst du Machine Gun Kelly fragen. Oder Evidence von den Dilated Peoples - obwohl der sagt, der Beef mit Eminem hätte für ihn im Endeffekt nicht besser laufen können.


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