Prince Kay One

Prince Kay One sprach gestern in der Sendung Stern TV über seine Zeit mit Bushido und dessen Umfeld. Dabei behauptete Kay One über die Situation innerhalb des Labels:

"Das ist eine riesengroße kriminelle Gemeinschaft [...], die die Stars, sag' ich mal, Leute wie Bushido und mich, komplett gemolken haben."

Weiter sagte Kay One:

"Die Leute da draußen müssen endlich mal die Augen aufmachen und sehen, dass Bushido einfach der größte Sklave ist [...]. Er ist ein Hund von denen, so, er ist deren Untertan, deren Sklave, und er muss machen, was die sagen. So, und er ist eigentlich 'ne ganz arme Sau. [...]"

Wie es zu dieser Situation gekommen sei, erklärte Kay One wie folgt:

"Die haben ihn damals rausgeholt aus dem Vertrag bei Aggro Berlin [...] und für einen großen Rücken musst du auch Kohle drücken und niemand macht heutzutage was umsonst."

Weiter sagte er:

"In seinen glorreichen Zeiten haben die durch ihn so viel Kohle verdient, so, und haben sich dann [...] natürlich auch einen Lifestyle angeeignet, ganz normal. So, und diesen Lifestyle wollen diese Leute behalten, die wollen nicht wieder runtergehen. Die wollen da bleiben, wo sie sind. So, und die werden sich das auch nehmen. [...]"

Finanziell sei die Situation für ihn untragbar gewesen, sagte Kay One:

"Ich wurde gezwungen, Gagen abzugeben, Gagen von Auftritten. [...] Früher hätte ich über die Hälfte abgeben müssen. [...] Weil sie sagen: 'Ja, wir haben uns doch gegenseitig aufgebaut!'"

Prince Kay One erklärte, dass er von den Bedinungen überrascht gewesen sei:

"Ich komme grad vom Bodensee, zieh' hier irgendwie grad nach Berlin, und denk', das ist die heile Welt und das ist alles nur so cool, Rap, Gangsta-Entertainment... so, auf einmal seh' ich, das ist echt! Die hängen dann im Café rum mit, äh, Schusslöchern in den Scheiben drin und dann denk ich mir: 'Ey alter, wo bist 'n hier gelandet?'"

Insgesamt sei Prince Kay One knapp sechs Jahre in Bushidos Umfeld gewesen. Dort habe er auch Gewalt miterlebt. Wer genau die Taten begangen haben soll, blieb ***e:

"Zu viele Leute, zu viele unschuldige Leute haben auf die Schnauze bekommen. Und du standest daneben. Du hast gesehen, wie der Typ original sein Jochbein gebrochen hat. Du hast gesehen, wie der Typ aus dem Auge geblutet hat. Du hast gesehen, wie der eine Typ hier Stiche in seinen [...] Schenkel oder [...] in seinem Arsch hat. [...] Du sitzt dann einfach so drin und zählst die Tage bis du selber mit in den Knast gehst, weil du dann einfach hier als Mittäter giltst. [...] Und du sitzt einfach nur da und denkst: 'Ey, ich bin doch nur hergekommen um Musik zu machen, ich hab' doch damit gar nix zu tun!'"

Nach dem Weggang von Bushido aus Berlin fürchte Prince Kay One nun um sein Leben. Kay One behauptet, im März von unbekannten, maskierten Männern überfallen worden zu sein. Auch wenn ein Zusammenhang nicht zu beweisen ist, traue er sich ohne Security nicht mehr auf die Straße. Kay One:

"Diese Jungs sind echt hinter mir her, [...] die warten halt nur den richtigen Augenblick ab."

Oliver Schröm, Leiter des Teams Investigative Recherche beim Stern, erzählte, er habe seit einem Jahr Recherche betrieben, stoße dabei allerdings vermehrt auf eine "Mauer des Schweigens". Kay One sei der erste, der sich öffentlich über die Hintergründe des Clans äußere.

Sowohl Bushido als auch Shindy und diverse andere Rapper haben die Fernsehsendung mittlerweile kommentiert.

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Maestro vs. Asche & Kollegah: Der Keller disst zurück

Maestro vs. Asche & Kollegah: Der Keller disst zurück

Von Michael Rubach am 13.01.2021 - 12:45

Der Beef zwischen Mois und Asche hat eine musikalische Fortsetzung bekommen: Keller-Member Maestro veröffentlichte mit "Nur noch Asche" einen zehnminütigen Disstrack, der als Antwort auf Asches Song "HIStory" (hier eine Zusammenfassung checken) zu verstehen ist. Dabei gerät nicht nur das verbliebene Alpha Music-Signing ins Fadenkreuz von Maestro, sondern auch dessen Labelboss Kollegah.

"Nur noch Asche": Maestro sucht das Battle mit Asche

Eine Line in Asches Track "HIStory" hat Maestro offenbar besonders sauer aufgestoßen. Er bezeichnet dort das direkte Umfeld von Mois als "Ratten im Keller". Zudem fällt einige Zeilen später die Formulierung "Hundesöhne". Das und die enge Verbindung zu Mois bieten für Maestro ausreichend Angriffsfläche. Er unterteilt seinen Diss in vier Kapitel. Zunächst sind erneut die nebulöse Herkunft von Asche sowie angebliche Schönheits-OPs die vorherrschenden Themen.

Im zweiten Part des Tracks geht Maestro auf raptechnische Defizite ein, die er bei seinem Battlegegner ausgemacht hat. Asche sei ein "Blender", der "so wie ein Meme" rappe. Die Zuhörerschaft würde zudem nicht kapieren, wie "unbegabt" das Kollegah-Signing daherkomme.

"Du bist jahrelang im Netz, 'ne Dekade im Geschäft / Habt ihr alle nicht gemerkt, Mann, wie scheiße Asche rappt?"

Maestro macht auch Kollegah Vorwürfe

Für seinen dritten längeren Part lässt Maestro einen Beat auffahren, der sehr klar an "Das Urteil" von Kool Savas (prod. Melbeatz) angelehnt ist. Hier rappt er über den brüderlichen Zusammenhalt mit Mois und vergleicht diese Verbindung mit der Beziehung von Asche und Kollegah. Diese scheint für Maestro eher oberflächlicher Natur zu sein. Auch wirft Maestro speziell Kollegah vor, Mois in einer schwierigen Phase nicht ausreichend unterstützt zu haben. Die Frau des Keller-Anführers hätte im neunten Monat ihrer Schwangerschaft ohne Versicherung und Pass dagestanden. Kollegah soll ihr eine Anstellung zugesagt haben, aber wortbrüchig geworden sein. Schließlich kommt Maestro auf eine Zeit zu sprechen, in der er für Kollegah gearbeitet habe.

So berichtet Maestro, dass er sich um die Videos für den YouTube-Channel von Felix Blume gekümmert habe. Der Kanal wurde von Kollegah im Frühjahr 2019 ins Leben gerufen und sollte seinen Fans den Menschen hinter dem Rapstar näher bringen. Dieses Vorhaben verbuchte Kollegah offenbar relativ schnell als gescheitertes Experiment. Der Kanal ist seit längerem nicht mehr auffindbar. Maestro erzählt, dass er für seinen Einsatz bei dem Projekt keinen Dank erhalten habe.

"Felix Blume machte Videos, ich hab' das meiste abgedreht / Schnitt die ganzen Videos, er hat an meinem Sack geklebt"

Schon im vorigen Part von "Nur noch Asche" teast der Kellermember an, dass Felix ihm sein Hak genommen habe.

Asches Privatleben: Maestro gibt vor, Details zu kennen

Zum Finale geht Maestro auf die private Ebene. Er schildert einleitend kurz seinen eigenen Werdegang, der von harter Arbeit geprägt gewesen sei. Daraufhin blickt er auf Asche und will dessen "Karriere beenden". Dafür switcht er in den "Rage-Mode".

"Mann, ich pack' die ganz, ganz miesen Storys grade aus / Ich glaub', Asche war nie Asche, Digga, nein, er war nur Staub"

Diese Storys beziehen sich dann unter anderem auf s*xuelle Vorlieben und angebliches Wissen darüber, was in Asches Beziehungsleben so abgeht. Aber es ist Battlerap: Was hier Wahrheit ist und was einfach nur vorgetragen wird, um dem Kontrahenten möglichst weh zu tun, bleibt im Dunkeln.

Generell lebt durch den offenen Schlagabtausch zwischen dem Team von Mois und Asche mal wieder eine fast vergessene Facette von Rapbeef auf. Statt ausschließlich über Emojis und Insta-Storys zu kommunizieren, bringen die Protagonisten Punchlines und neue Musik. Auch Sentino releaste kurzerhand einen Disstrack gegen Asche.

Sentino reagiert mit Disstrack auf Asches Seitenhieb: "Aschenputtel"

Der Beef zwischen Asche und Mois hält weite Teile der Deutschrap-Welt in Atem. Dabei gibt es auch Kollateralschaden wie Seitenhiebe gegen Sentino. Der hat nicht nur mit Video-Ansagen reagiert, sondern auch noch einen Disstrack gegen Asche aus dem Ärmel geschüttelt, der Aschenputtel heißt.


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