Die JUICE stellt ihre Print-Ausgabe ein

Für Hiphop-Fans wird es künftig weniger Auswahl im Zeitungskiosk geben. Die JUICE macht bekannt, dass die 195. Ausgabe des Magazins, die ab dem 28. November in den Läden stehen wird, nach 22 Jahren vorerst die letzte Printausgabe ist.

"Das Format Print ist tot": Die JUICE wird digital

In ihrem Statement geht die JUICE offen mit den Gründen für das Ende der Printausgaben um. Die Entscheidung ist hauptsächlich von wirtschaftlichen Gründen motiviert.

"Über die letzten Jahre haben sich Anzeigekunden kontinuierlich aus dem Printgeschäft verabschiedet und unsere Auflage ging stetig zurück. Ökonomisch gesehen gleicht eine weitgehend unabhängige Produktion eines Printprodukts angesichts der aktuellen Marktlage auf lange Sicht einem langsamen, aber sicheren Selbstmord."

Und die JUICE bleibt bei der Metapher rund um den Tod, wenn sie feststellt, dass das Format Print in einem Zeitalter, in dem "auf Knopfdruck praktisch alles digital und kostenfrei verfügbar ist", generell tot sei.

Wer sich bei der News schon die ersten, nostalgischen Tränen aus dem Gesicht wischen muss, darf sich immerhin darüber freuen, dass es sich wirklich nur um einen Abschied von der gedruckten Ausgabe handelt. Ende November erscheint zwar die letzte Printausgabe des JUICE-Magazins, aber online geht es für die Redaktion weiter.

Die Fans der JUICE und auch die Redaktion des Magazins erwarten nun große Änderungen. Die Umstellung bedeutet nicht mehr alle zwei Wochen neue Inhalte zu präsentieren, sondern täglich mit den Neuigkeiten aus der Rapwelt umzugehen. Dafür soll auch der Internetauftritt bald im neuen Glanz erstrahlen.

"Diese neue Situation birgt vor allem eins: Möglichkeiten. Anstatt sich nach unflexiblen, starren Produktionszyklen richten zu müssen, können wir mit einer digitalen JUICE viel zeitnäher und flexibler arbeiten."

OG Keemo, Casper & vieles mehr: Das erwartet uns in der letzten Ausgabe der JUICE

Die letzte Printausgabe nutzt die Redaktion der JUICE, um noch einmal auf das letzte Hiphop-Jahrzehnt zurückzublicken. Unter dem Motto "97 'til Infinity" wird eine Entwicklung der Szene in den Fokus gestellt, die für die JUICE vor allem "die musikalische Diversifizierung der Szene, die rekordverdächtigen Erfolge, die wichtige und hoffentlich nachhaltige Etablierung von vielen weiblichen Künstlern" bedeutet. 

Mit dieser Etablierung von Rapperinnen wird auch in der letzten gedruckten Ausgabe nicht aufgehört, denn unter anderem wird KeKe ihren Spot in dem Magazin bekommen. Des Weiteren können Hiphop-Fans sich über Max Herre freuen, OG Keemo stellt sich der "Question Time" und Casper findet "Behind Juice" statt.

Natürlich kommt auch Falk Schacht noch einmal zu Wort und eine Kolumne von Juri Sternburg wird ebenfalls in der letzten Printausgabe zu lesen sein. Zudem wird unter dem Titel "F*ck die Uni" auch ein forschungsorientierter Blick auf Deutschrap geworfen. 

Wie gewohnt zeigt die JUICE nicht nur Rap als Teil der Hiphop-Kultur, sondern blickt in dieser Ausgabe auch modisch zurück ins letzte Streetwear-Jahrzehnt. Eine kritische Selbstreflexion und ein Ausblick in die Zukunft der JUICE sind wohl hinter dem Titel "Der Rapjournalismus ist tot - lang lebe der Rap-Journalismus!" zu vermuten.

Für die Fans besonders interessant sind vielleicht die Anekdoten aus der Redaktion, die anlässlich der letzten Ausgabe ausgepackt werden. Auf jeden Fall bietet die 195. JUICE ein ausgewogenes Hiphop-Repertoire und sollte wohl nicht nur aufgrund des Fakts, dass die letzte Ausgabe in den Kiosks dieses Landes liegt, gelesen werden.

Nun folgt die JUICE also auch der Backspin, die bereits 2018 - ebenfalls nach 22 Jahren -  die Printausgaben einstellte, um sich auf den digitalen Auftritt zu fokussieren.

Die Reaktionen sind weitestgehend traurig und voller Dankbarkeit für zwei Jahrzehnte mit der gedruckten JUICE. Dendemann wünscht dem Magazin mit gewohntem Wortwitz "Rest in Print" und Fatoni verschickt schlicht traurige Emojis. Auch Dexter wird angesichts seiner eigenen Entwicklung nostalgisch:

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Die 7 besten Deutschrap-Podcasts, die du auf Spotify finden kannst

Die 7 besten Deutschrap-Podcasts, die du auf Spotify finden kannst

Von Anna Siegmund am 21.08.2019 - 16:40

Früher zog man schon mal anerkennend die Augenbrauen hoch, wenn jemand erzählt hat, einen eigenen Podcast zu haben. Heute ist es längst kein Stirnrunzeln mehr wert, wenn jemand erklärt, in einem Podcast über sein Elterndasein, YouTube-Dramen oder sonstige Themen zu sprechen. Es gibt kein Thema mehr, zu dem es keinen Podcast gibt. Und auch um das Musikgenre Deutschrap haben sich mittlerweile viele Menschen gefunden, die einen Podcast produzieren.

Mit dieser Liste, in der einige Podcasts zum Thema Deutschrap vorgestellt werden, wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Aber vielleicht ist diese Zusammenstellung von den großen, bekannten Podcasts und kleineren Geheimtipps eine Orientierungshilfe in diesem unendlichen Angebot.

Schacht & Wasabi: Der Deutschrap-Podcast

Schacht & Wasabi - der Deutschrap Podcast (Offizieller Trailer)

Schacht & Wasabi ist der Podcast über deutschen Rap - jede Woche unterhalten sich die beiden HipHop-Journalisten über die Themen, Trends und Tweets der Deutschrap-Blase. Sie bohren dicke Bretter, diskutieren Nichtigkeiten und geben einen Blick hinter die Kulissen des Rap-Zirkus in Deutschland.

Der wohl bekannteste Podcast um das Thema Rap stammt von Jule Wasabi und Falk Schacht. Bei "Schacht & Wasabi: Der Deutschrap-Podcast" werden einmal in der Woche auch unpopuläre Meinungen zu Fragen wie "Warum so viele Rap Fans S*xismus tolerieren" und "Was die Gzuz-Story so tricky für Rapmedien macht" diskutiert.

Neben diesen grundsätzlichen Fragen findet auch der Rapalltag, wie der Diebstahl des Marsimoto-Denkmals oder verschiedene Releases, in der Zweierrunde statt. Nennenswert ist zudem die Playlist, die im Zuge des Podcasts entsteht. Schasabi präsentieren hier ein abwechslungsreiches Bild von Rapmusik, das von aktuellen Hits bis hin zu Geheimtipps reicht.

Reece: Deutschrap rasiert

Der Radiosender "big FM" veröffentlicht jeden Dienstag eine neue Folge von "Deutschrap rasiert". Auf Spotify, ITunes und Deezer wird regelmäßig ein Talk mit jeweils einem Gast hochgeladen. Im Gespräch mit Reece waren schon Stars wie Kool Savas, Juju und Kontra K.

Ansonsten ist die Gästeliste des Podcasts sehr abwechslungsreich. Neben den Stars der Szene wird hier auch Newcomer*innen und weniger bekannten Gesichtern wie Monet192, Doezis und Majan eine Bühne geboten. Mit Mois war zudem ein YouTuber beziehungsweise Labelgründer zu Gast, Adel Tawil konnte mit Reece über zahlreiche Features mit Rappern sprechen.

Unregelmäßig gibt es zu dem Podcast auch Freestyles der Gäste auf YouTube zu sehen.

DARDAN & PATRON - EXCLUSIVE [DEUTSCHRAP RASIERT]

UFFF! #Dardan und #Patron waren exklusiv bei Reece für ein brandheißes Deutschrap rasiert #Exclusive im bigFM-Studio am Start und haben ganz kurz den Beat von Gucci Manes "I Get The Bag" auseinandergenommen. Video by Asiaframeworks ------- Nass und gegen den Strich - nur bei Deutschrap rasiert mit Reece bekommst Du die biggsten Beats der heißesten Rap-Acts des Landes auf die Ohren.

Jan Wehn: All Good Podcast

Der bekannte Musik-Journalist Jan Wehn hat seit 2017 ebenfalls einen eigenen Podcast. Für Hiphop-Fans, die nichts für die Ohren möchten, brachte Jan Wehn in diesem Jahr gemeinsam mit dem ehemaligen Chefredakteur der Juice Davide Bortot das Buch "Könnt ihr uns hören?" heraus. 

Der Podcast gestaltet sich dabei sehr abwechslungsreich. Es werden Mitschnitte der Lesereise zu "Könnt ihr uns hören?" mit Special Guests wie Max Herre und Dexter hochgeladen. Aber auch Folgen im Interviewformat mit Rapkünstler*innen wie OG Keemo, den Orsons und Fatoni finden ihren Platz.

Marcus Staiger: Die wundersame Rapwoche

Auch Marcus Staiger lässt es sich nicht nehmen, im Podcast-Game mitzumischen. Für "Die wundersame Rapwoche" hat er sich den Rapper Mauli an die Seite geholt. Die beiden laden regelmäßig Gäste zu sich ins Studio ein.

07.07.18 Die wundersame Rapwoche mit Mauli und Staiger | Zu Gast: Visa Vie

Immer samstags ab 11 Uhr auf BoomFM - HipHop NonStop. Findet ihr: Im Webplayer: http://bit.ly/2iIb1GN In der FluxMusic-App: http://bit.ly/1Tbdarl Auf Facebook: http://ow.ly/V25D30dDxkm Aktuelle Ausgabe mit Musik im Repeat-Channel: Web: http://bit.ly/2r0RAOm App: http://bit.ly/1Tbdarl Die wundersame Rapwoche mit Staiger & Mauli ist eine launige Wochenschau im FluxMusic-Channel BoomFM, die sich mit den Skurrilitäten und Absurditäten aus der Welt von Rap & HipHop beschäftigt.

Thematisch wird nicht nur die wundersame Rapwoche in den Fokus gerückt. Hin und wieder schweifen die Gespräche ab und es wird politisch. Passend dazu war beispielsweise auch schon Ali Alam zu Gast, der für Die Partei zur Bürgermeisterwahl in Travemünde angetreten ist.

Im Zuge des Podcasts entsteht zudem eine Playlist, die die Hörer*innen auf Spotify genießen können.

Niko & Kevin: Backspin Podcast

Die Backspin hat ebenfalls ihren eigenen Podcast mit Niko und Kevin Backspin. Hier fallen vor allem die Folgen zum Album des Monats ins Auge, in denen detailliert über ein ausgewähltes Release gesprochen wird. Hier werden die Alben Track für Track analysiert und mit Hintergrundwissen ergänzt.

Wie gut ist das Debüt von Juju? "Bling Bling" ist unser Album des Monats (BACKSPIN Podcast #107)

Juju veröffentlichte am 14. Juni ihr Debütalbum „Bling Bling". Nach der Trennung von SXTN startet sie jetzt solo durch. Die starken Singles haben gezeigt, dass Juju auch alleine Hits abliefern kann. Niko, Kevin und Jonas hören das Album Track by Track und besprechen jeden der zwölf Songs.

Neben dem Format "Album des Monats" wird auch der "Stammtisch" regelmäßig produziert. Hier werden rap-relevante Themen besprochen. Dazu gibt es noch "Love'N'Hate", wo Themen abseits des Hiphop-Mainstreams behandelt werden sollen, sowie ein Interview-Format, für das schon viele Stars aus der Rapszene bei der Backspin vorbeigeschaut haben.

Kollin und Matthias: Heckmeck.TV Podcast

Wer es gerne rough und real mag, ist bei Kollin und Matthias, die einen Podcast für Heckmeck.TV produzieren, gut aufgehoben. Das Projekt steckt noch in den Babyschuhen und das merkt man auch. Trotzdem waren bereits Gäste wie Antifuchs und Pedaz dort zu hören. Thematisch fassen die beiden ihren Podcast wie folgt zusammen:

"20 Prozent von allem, was wir reden, ist eigentlich Pedaz. Ich würde sagen, so 20 Prozent Massiv. Und der Rest Fler."

Diese Zusammenfassung wird Heckmeck.TV natürlich nicht ganz gerecht. Auch hier wird regelmäßig das aktuelle Rapgeschehen aufgearbeitet. Die Atmosphäre ist dabei erfrischend unprofessionell und von ironischen Bemerkungen geprägt.

Florian Gadow & Basti Polzin: Da läuft doch HipHop?!

In diesem Podcast werden regelmäßig die neusten Releases diskutiert. Gäste kommen bei Florian Gadow und Basti Polzin nur selten zu Wort. Sonst arbeitet man hier regelmäßig gemeinsam die "Deutschrap-Seifenoper" auf.

Dabei fokussieren sich die beiden Männer aber nicht nur auf Deutschrap, sondern schauen auch mal über den Tellerrand in die Staaten. So können ein Besuch von Kanye West bei David Letterman dort besprochen oder die Streaming-Zahlen von Drake eingeordnet werden.

Podkinski & Talk-O-Mat: Was gibt es abseits der Only-Rap-Podcasts?

Neben Podcasts, die sich ausschließlich um das Thema Deutschrap drehen, wird zudem in anderen Angeboten deutlich, welchen hohen Stellenwelt das Musikgenre mittlerweile in der Gesellschaft angenommen hat. So lädt sich Palina Rojinski häufiger mal Gäste aus der Rapwelt in ihren Podcast "Podkinski" ein. Dort redet sich beispielsweise mit Juju, Kontra K und Shirin David in einer freundschaftlichen Atmosphäre über Herkunft, das Rap-Business, Aufregung vor Live-Auftritten und einiges mehr. Dabei stehen stets unterschiedliche Spiele im Fokus, die viel Raum zum Abschweifen bieten.

Auch der Spotify-Original-Podcast "Talk-O-Mat" lädt häufig Gäste aus dem Rapgeschehen ein. Hier treffen sich Künstler*innen zum Blinddate und müssen sich über vorgegebene Schlagwörter unterhalten. Es waren unter anderem schon Eko Fresh, Zugezogen Maskulin und Tua in dem Format zu hören. Die Gästeliste könnte kaum vielseitiger sein und die Unterhaltungen weichen deutlich von den üblichen Promogesprächen ab. Die Folgen abseits von Gästen aus dem Rapkosmos sind ebenfalls empfehlenswert.

Hiphop.de auf Spotify

Auf unserem Spotify-Account stellen wir euch immer unsere Interviews zum Hören bereit. Hier haben wir beispielsweise mit Bausa über die Bedeutung seines neues Albums und seine Pläne für die kommenden Jahre gesprochen.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)

Register Now!