J. Cole bricht Rekorde und hat Stress mit der Mumble Rap-Fraktion

Das wohl gewichtigste Release der letzten Woche feierte J. Cole. Der US-Rapper lieferte mit "K.O.D." ein Album, das es in sich hat. Cole deutet schon auf dem Cover an, dass fortan ein neuer König im Rap regiert. Die Zahlen geben ihm Recht. Wie Spotify USA bekannt gab, ist das aktuelle Werk des Dreamville-Gründers das Album mit den meisten Streams am Veröffentlichungstag:

Spotify USA on Twitter

36,656,086 streams. 0 guest features. @JColeNC's #KOD now holds the record for most first day U.S. album streams.

Den bisherigen Rekord hielt Drake mit "Views". Damit nicht genug: Ganze zwei Songs des neuen Albums sind nun in der Top 5 der meistgestreamten Titel ever. Der Titeltrack "KOD" ist ab sofort der am häufigsten abgespielte Song auf der Streamingplattform (diese Erhebung bezieht sich wiederum auf den Veröffentlichungstag). Damit lässt Cole Stars wie Kendrick Lamar, Taylor Swift oder The Weeknd hinter sich. Ebenso schafft es der "K.O.D."-Song "Photograph" auf Rang #4 der Liste:

chart data on Twitter

J. Cole's "KOD" has broken the US Spotify record for biggest opening day (4.2m streams).

chart data on Twitter

Biggest opening days on US Spotify: #1 KOD, @JColeNC 4.2m | #2 Look What You Made Me Do, @taylorswift13 3.8m | #3 DNA., @kendricklamar 3.6m | #4 Photograph, @JColeNC 3.55m | #5 Call Out My Name, @theweeknd 3.5m

Wer also dachte, dass Rap mit Inhalten, die weiter reichen als das Aufzählen von Luxusmarken und Gönnungen, keinen Absatz mehr findet, sieht sich getäuscht. J. Cole wird sich aller Voraussicht nach an die Spitze der Billboard-Charts setzen. Es wäre das fünfte Mal in Folge. Der Rekord liegt hier bei Beyonce, die sechs Mal nacheinander mit ihren Alben auf der #1 einsteigen konnte.

Der Erfolg hat auch eine Kehrseite. Verschiedene Rapper der jungen Generation fühlen sich von Cole attackiert. Beim Track "1985 (Intro To The Fall Off) soll es sich um einen Diss gegen Lil Pump und Smokepurpp handeln.

Lil Pump, der als Aushängeschild für die Mumble Rap-Generation gilt, disste 2017 J. Cole mit dem Track "F*ck J. Cole". Ohne Namen zu nennen, bezieht sich J. Cole auf einen nicht näher erläuterten Diss und stellt der gesamten Generation der Lil's väterliche Ratschläge in Aussicht:

"I heard one of em’ diss me, I’m surprised I ain’t trippin’, listen good to my reply / Come here lil’ man, let me talk with ya / See if I can paint for you the larger picture."

Lil Pump fühlt sich angesprochen und macht sich darüber lustig, dass das Roc Nation-Signing es nötig habe, einen 17-Jährigen zu dissen:

WORLDSTARHIPHOP on Twitter

Lil Pump reacts to J Cole supposedly dissing him on his new album 'KOD' @lilpump @JColeNC https://t.co/7ya0hn17AN

Pumps Kumpel Smokepurpp ruft während eines Konzerts sogar dazu auf, "F*ck J. Cole" zu skandieren:

Fans didn't appreciate J Cole bullying their favorite artists on his album and started chanting "F*ck J Cole" at #smokepurpp concert.

35.6k Likes, 4,986 Comments - DJ Akademiks (@akadmiks) on Instagram: "Fans didn't appreciate J Cole bullying their favorite artists on his album and started chanting..."

Wer wissen möchte, wie J. Cole zu dem markenfixierten Lifestyle-Rap der jungen Wilden steht, kann sich hier das Video zu "ATM" anschauen:

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack powered by Hiphop.de

Deine Deutschrap-Playlist powered by Hiphop.de, immer mit den aktuellsten Tracks der deutschen Hip-Hop Szene! Cover: ERRDEKA

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Kommentare

Lobe den tag nicht vorm abend !

Noch paar jahre und trap mumble und wie der ganze andere müll auch heißen mag sind weg vom fenster.

also ehrlich, wenn ihr schon über den ami-kram berichtet, dann macht es doch wenigstens ordentlich... die beiden mumble-freaks hatten cole gedisst, jetzt gab es halt eine (ziemlich peacige) antwort von ihm... im ersnt: was für ein peinlicher huso muss man sein, sich als minderjähriges bully-opfer darzustellen, wenn man selbst die scheize angefangen hatte... sowas ist als mc nicht ernstzunehmen und muss asap beiseite getreten werden, cole ist viel zu freundlich zu diesen kids

Diese ganzen Mumble Spasten, egal ob aus Amiland oder DE gehören eh weggedisst bis denen die Panik den Kopf ****t!

Die beste Generation aller Zeiten! Lean, Weed, Gucci. Dumm wie Brot.

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Maestro vs. Asche & Kollegah: Der Keller disst zurück

Maestro vs. Asche & Kollegah: Der Keller disst zurück

Von Michael Rubach am 13.01.2021 - 12:45

Der Beef zwischen Mois und Asche hat eine musikalische Fortsetzung bekommen: Keller-Member Maestro veröffentlichte mit "Nur noch Asche" einen zehnminütigen Disstrack, der als Antwort auf Asches Song "HIStory" (hier eine Zusammenfassung checken) zu verstehen ist. Dabei gerät nicht nur das verbliebene Alpha Music-Signing ins Fadenkreuz von Maestro, sondern auch dessen Labelboss Kollegah.

"Nur noch Asche": Maestro sucht das Battle mit Asche

Eine Line in Asches Track "HIStory" hat Maestro offenbar besonders sauer aufgestoßen. Er bezeichnet dort das direkte Umfeld von Mois als "Ratten im Keller". Zudem fällt einige Zeilen später die Formulierung "Hundesöhne". Das und die enge Verbindung zu Mois bieten für Maestro ausreichend Angriffsfläche. Er unterteilt seinen Diss in vier Kapitel. Zunächst sind erneut die nebulöse Herkunft von Asche sowie angebliche Schönheits-OPs die vorherrschenden Themen.

Im zweiten Part des Tracks geht Maestro auf raptechnische Defizite ein, die er bei seinem Battlegegner ausgemacht hat. Asche sei ein "Blender", der "so wie ein Meme" rappe. Die Zuhörerschaft würde zudem nicht kapieren, wie "unbegabt" das Kollegah-Signing daherkomme.

"Du bist jahrelang im Netz, 'ne Dekade im Geschäft / Habt ihr alle nicht gemerkt, Mann, wie scheiße Asche rappt?"

Maestro macht auch Kollegah Vorwürfe

Für seinen dritten längeren Part lässt Maestro einen Beat auffahren, der sehr klar an "Das Urteil" von Kool Savas (prod. Melbeatz) angelehnt ist. Hier rappt er über den brüderlichen Zusammenhalt mit Mois und vergleicht diese Verbindung mit der Beziehung von Asche und Kollegah. Diese scheint für Maestro eher oberflächlicher Natur zu sein. Auch wirft Maestro speziell Kollegah vor, Mois in einer schwierigen Phase nicht ausreichend unterstützt zu haben. Die Frau des Keller-Anführers hätte im neunten Monat ihrer Schwangerschaft ohne Versicherung und Pass dagestanden. Kollegah soll ihr eine Anstellung zugesagt haben, aber wortbrüchig geworden sein. Schließlich kommt Maestro auf eine Zeit zu sprechen, in der er für Kollegah gearbeitet habe.

So berichtet Maestro, dass er sich um die Videos für den YouTube-Channel von Felix Blume gekümmert habe. Der Kanal wurde von Kollegah im Frühjahr 2019 ins Leben gerufen und sollte seinen Fans den Menschen hinter dem Rapstar näher bringen. Dieses Vorhaben verbuchte Kollegah offenbar relativ schnell als gescheitertes Experiment. Der Kanal ist seit längerem nicht mehr auffindbar. Maestro erzählt, dass er für seinen Einsatz bei dem Projekt keinen Dank erhalten habe.

"Felix Blume machte Videos, ich hab' das meiste abgedreht / Schnitt die ganzen Videos, er hat an meinem Sack geklebt"

Schon im vorigen Part von "Nur noch Asche" teast der Kellermember an, dass Felix ihm sein Hak genommen habe.

Asches Privatleben: Maestro gibt vor, Details zu kennen

Zum Finale geht Maestro auf die private Ebene. Er schildert einleitend kurz seinen eigenen Werdegang, der von harter Arbeit geprägt gewesen sei. Daraufhin blickt er auf Asche und will dessen "Karriere beenden". Dafür switcht er in den "Rage-Mode".

"Mann, ich pack' die ganz, ganz miesen Storys grade aus / Ich glaub', Asche war nie Asche, Digga, nein, er war nur Staub"

Diese Storys beziehen sich dann unter anderem auf s*xuelle Vorlieben und angebliches Wissen darüber, was in Asches Beziehungsleben so abgeht. Aber es ist Battlerap: Was hier Wahrheit ist und was einfach nur vorgetragen wird, um dem Kontrahenten möglichst weh zu tun, bleibt im Dunkeln.

Generell lebt durch den offenen Schlagabtausch zwischen dem Team von Mois und Asche mal wieder eine fast vergessene Facette von Rapbeef auf. Statt ausschließlich über Emojis und Insta-Storys zu kommunizieren, bringen die Protagonisten Punchlines und neue Musik. Auch Sentino releaste kurzerhand einen Disstrack gegen Asche.

Sentino reagiert mit Disstrack auf Asches Seitenhieb: "Aschenputtel"

Der Beef zwischen Asche und Mois hält weite Teile der Deutschrap-Welt in Atem. Dabei gibt es auch Kollateralschaden wie Seitenhiebe gegen Sentino. Der hat nicht nur mit Video-Ansagen reagiert, sondern auch noch einen Disstrack gegen Asche aus dem Ärmel geschüttelt, der Aschenputtel heißt.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)