Eve ist zurück - zumindest fast. Seit Mitte 07 warten wir mittlerweile auf den wahrhaftigen Release des ersten Eve-Albums in fünf Jahren. Die bereits releasten Singles mit T.I. und Sean Paul, sowie angekündigte Kollaborationen mit illustren Gästen von Beyoncé bis Lil Kim, The Game bis Dr.Dre, machen allerdings Hoffnung, dass sich das Warten lohnen wird - noch haben wir Eve nicht ganz an Mode und Movies verloren. Vom Tabledance zum Millionär. Ende offen.

I was born to shine...

Um den absoluten Mainstream-Durchbruch zu schaffen, braucht man im Eve Blueprint nur knapp drei Sachen: Bretter von Dre, Hooks von Gwen und Grammy-Tracks wie Let Me Blow Your Mind. Karrieredurchbruch vorprogrammiert - schon weiß jeder wer die Chick mit den zwei Tatzen-Tattoos ist – ein eingängiger Hit wie Who's That Girl wirkt da wie ein Schuss Öl ins brennende Feuer.

Went from dancing on tabletops to making labels pop

Bis zur Millionen-Sellerin macht man es aber nicht in einem Tag. Selbst ein Talent wie Eve Jihan Jeffers ist da keine Ausnahme. Vor dem Erfolg kommt der harte Hustle. Beinahe ein Naturgesetz. Nur: wo Kerle scheinbar gerne eine Karriere als Straßendealer einschlagen, sitzt Eve, die zuvor mit ihrer Highschool Band D.G.P. den ersten Schritt Richtung Musik Business gemacht hat, in ihrer ersten Sackgasse – als Stripperin in einer Nacktbar. Doch auch da kann man den richtigen Leuten über den Weg laufen. In diesem Fall war der richtige Mann Mase. Der schleppt sie zu Dr. Dre und nach einer ersten Audition gibt es den ersehnten Vertrag. Sagte ich nicht eben, dass man nicht in einem Tag berühmt wird? Bei Eve war es knapp, nur war der Vertrag schnell nicht mehr das Papier wert auf dem er geschrieben wurde, als Aftermath kurz darauf vor dem finanziellen Ruin stand. An der Ostküste hat E-V-E dagegen mehr Glück. 1998 landet sie bei den Ruff Ryders, nach einer kurzen Audition steht auch hier einem Vertrag nichts mehr im Wege und auf dem Remix zur Ruff Ryders Anthem sorgt sie an der Seite von Leuten wie DMX, Jadakiss oder Styles für Aufsehen. Ein hübsches Mädel, das neben den schweren Jungs ein höllisches Feuerwerk abbrennt. Hell yeah.

Auf dem Weg zum Debütalbum kann Eve dann nichts mehr aufhalten. 1999 steht Let There Be Eve...Ruff Ryders's First Lady in den Startlöchern und es hagelt Überraschungen. Die Platte verkauft sich besser als alle anderen vorhergegangenen Alben von Rapperinnen und landet auf der Billboard Eins – was von den Kolleginnen zuvor nur Foxy Brown gelungen war.
   
      
They usually hate her when she comes around, huh, first lady mobbin, nigga hit the ground

Danach gibt es nur eine kurze Auszeit - die verfügbare Energie wird in den nächsten großen Wurf gesteckt. Scorpion kommt 2001 und sammelt internationale Trophäen wie andere Leute Überraschungseierfiguren – inklusive Platinauszeichnung und einem Grammy. Songs wie Let Me Blow Ya Mind sorgen für einen wahnsinnigen Popularitätsschub und Heavy Rotation Abonnements. Klar, dass die Pause danach kürzer ausfällt – der Hype wird weiter bedient. Ein gutes Jahr später steht schon Eve-Olution in den Regalen. Wobei man trotz mächtig Antrieb von Singles wie der Alicia Keys Kollabo Gangsta Lovin den Erfolg von Scorpion nicht kopieren kann. Wobei es auf den Erfolg auch nicht mehr unbedingt ankommt, denn die Musik ist logischerweise nicht mehr das einzige Standbein des Multitalents aus Philadephia. Stichwort: Schauspielerei. Sie bekommt die Hauptrolle in einer nach ihr benannten TV Serie, wo sich die Handlung grob umrissen um drei junge Boutiquen-Besitzerinnen und deren Liebesleben dreht. Die Serie bringt es bis 2006 auf drei Staffeln – bis der produzierende TV-Sender fusioniert ist und entschieden wird, dass der Cliffhanger aus dem Staffelfinale nicht aufgelöst wird. Pech gehabt. Zwischenzeitlich bekommt Eve aber auch Rollen in Filmen wie XXX oder der Barbershop-Reihe und schlägt damit einen Karrierezweig ein, mit dem viele Musiker liebäugeln, den Eve in Zukunft aber gleich ganz in den Mittelpunkt rücken wird – auch weil sie jetzt schon öffentlich mit dem Karriereende als Rapperin liebäugelt.

Doing it big like I live in the taj mahal

Sei's drum: Momentan konzentriert dich Eve noch voll auf die Musik. Während sie in den vergangenen Jahren öfter nur als Featuregast bei weiblichen Sängerinnen wie Gwen Stefani, der Queen of Soul Mary J. Blidge, Kelly Rowland oder Shooting-Star Amerie in Erscheinung tritt, kommt jetzt wieder ein Studioalbum, dessen Titel schon vermuten lässt, dass man an Erfolge anknüpfen will und den fälligen Respekt einfordern wird: Here I am – die zweit-erfolgreichste Rapperin der HipHop-Geschichte will es krachen lassen. Nachdem Sean Paul und Swizz Beatz schon auf den ersten zwei Singles zu hören waren, gelten auch Maroon5-Sänger Adam Levine, Reggae Artist Sizzla und R'n'B-Star Robin Thicke als potentielle Gäste. Auf Überraschungen sollte man sich gefasst machen: der von Pharell produzierte Neptunes-Track All Night Long soll mit hartem 80ger Einschlag kommen und featured schienbar eine singende Eve, die damit quasi zu ihren Wurzeln zurückkehrt.        

Ob man mit dem Album an die alten Erfolge anknüpfen kann, wird sich zeigen, die drei Mics in der Source waren nicht das beste Zeichen. Das hart nach hinten verschobene Releasedate ebenso wenig. Ob und wie dieses Album einschlägt, entscheidet sich jedoch nicht in den Hallen der Source oder in den Geschäftsetagen des Labels, sondern am Counter – Get That Money. Da kann man nur hoffen, dass der unglaublichen Erfolgsstory ein neues Kapitel hinzugefügt wird, an Selbstbewusstsein hat es der Rapperin ja noch nie gemangelt - Niggas hear my shit they throw ya records in the trash yo. Wie es aber auch immer läuft: Strippen muss Eve sicher nicht mehr.

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