LASS MICH ATMEN – Eunique, Jalil & mehr im Livestream zum Todestag von George Floyd

Heute jährt sich zum ersten Mal der Todestag von George Floyd. Mit Unterstützung von Alles Gold und Sony Music findet unter anderem deshalb ein Livestream-Event mit dem Titel "LASS MICH ATMEN" statt. Darin spricht Journalist Malcolm Ohanwe mit Eunique, Jalil, Roger Rekless, Preach, Uncle D und Yasmin Poesy über ihre persönlichen Erfahrungen als Schwarze Menschen in Deutschland. Es geht unter anderem um die Geschichte Schwarzer Menschen in der Musikbranche, Exotisierung Schwarzer Frauen im Rap und afrikanische Identitäten in Deutschland.

Todestag von George Floyd: Live Performances von Eunique, Jalil und Roger Rekless

Die Artists tauschen sich nicht nur in zwei Talkrunden über ihre Erfahrungen aus. Die Musiker*innen Eunique, Jalil und Roger Reckless haben in ihrer Musik Gedanken und Gefühle verarbeitet, die sie in einer Live-Performance heute Abend mit uns teilen wollen:

Eunique ist "pissed" und drückt das auf ihrem jüngsten Release "BLM" aus. Darin spricht sie unter anderem Polizeigewalt, mangelnden Respekt vor Schwarzen Menschen im Hiphop und White Privilege, also die Privilegien von weißen Menschen, an.

"400 Jahre hat mein Volk gekämpft und sich befreit /

Privileg hast du durch uns, bitte bild' dir nix drauf ein"

Jalil fühlt Schmerz in seiner Brust und bringt das in "Ich kann nicht atmen" zum Ausdruck. Die Audio beginnt mit George Floyds Hilferufen kurz vor seinem Tod. In dem Song erzählt er die Geschichte von Schwarzen Männern, die durch Polizeigewalt getötet wurden.

Zusätzlich wird Roger Rekless seinen bisher unveröffentlichten Song "Wie Black" performen.

US-Star H.E.R. unterstützt die Aktion

Auch US-amerikanische Sängerin H.E.R., die mit ihrem Protestsong "I Can't Breathe" im März einen Grammy in der Kategorie "Song of the Year" gewann, unterstützt das Event. In einem kurzen Video auf Instagram gibt sie Props an Jalil und Eunique, dafür, dass sie das Black Lives Matter Movement in Deutschland weiterführen.

"I'm so thankful that the movement is continuing in Germany. Thank you so much for your music, for being a part of it, for giving a voice to the voiceless. Let's keep it going!"

("Ich bin dankbar dafür, dass das Movement in Deutschland weitergeht. Danke für eure Musik, dafür, dass ihr ein Teil davon seid, dafür, dass ihr Leuten, die keine Stimme haben eine Stimme gebt. Lasst uns weitermachen!")

Gemeinsam für eine bessere Zukunft sorgen

"LASS MICH ATMEN" findet heute um 20:00 Uhr auf dem YouTube-Kanal von Alles Gold statt und soll eine Fläche zum Austausch bieten. Nicht nur Schwarze Menschen sind herzlich eingeladen, sondern jede Person, die etwas zur Bewegung gegen Rassismus und Polizeigewalt beitragen möchte. Zwar liegen einem die Erinnerungen an den Tod von George Floyd oder anderer Opfer rassistischer Polizeigewalt oftmals schwer im Magen. Jedoch sollte solch ein Event nicht nur die negative Vergangenheit beleuchten, sondern auch Ausblick auf eine positivere Zukunft geben. Dazu teilte Teilnehmerin Yasmin Poesy folgendes Statement:

"Es ist absolut wichtig, die BLM Bewegung zu unterstützen und mit voranzutreiben, erst recht, wenn man selber nicht Schwarz ist. Rassismus ist nicht das Problem von schwarzen Menschen, es ist das Problem aller anderen Gruppierungen/Ethnien und allen voran, das Problem vieler weißer Menschen. Verantwortung übernehmen und gemeinsam dagegen ankämpfen ist jetzt das einzig Richtige. Die Zukunft sieht gut aus."

Den Link zum Livestream-Event findet ihr hier.

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Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Von Michael Rubach am 13.07.2021 - 18:46

England hat am Sonntag das Finale der Europameisterschaft gegen Italien verloren. Drei englische Nationalspieler scheiterten dabei nacheinander im Elfmeterschießen: Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka.

Im Internet schlug bei manchen sogenannten Fans der englischen Mannschaft der Frust über die Niederlage schnell in Hass um. Vor allem die Fehlschützen sahen sich mit einer Flut an rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Sie wurden für die Niederlage des Nationalteams verantwortlich gemacht. Wir haben geschaut, welche Reaktionen diese menschenverachtenden Angriffe in der Deutschrapszene hervorgerufen haben.

Luciano, Manuellsen & Dú Maroc verurteilen Rassismus

Luciano, Manuellsen oder auch Dú Maroc posten eine Collage. Darauf sind Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka zu sehen. Auf ihren Köpfen sitzt eine Krone. Manuellsen versieht das Bild mit der Caption "Young Kings" und dem Hashstag "fckracism". Luciano nutzt in seiner Story den Hashtag #notoracism. Azzlackz-Signing Dú Maroc schließt sich dem an und findet zudem aufmunternde Worte: "Kopf Hoch Männer".


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Screenshots: via instagram.com/luciano_loco030 | via instagram.com/dumaroc

Jalil & Hanybal mit unterschiedlichen Vorschlägen

Jalil stellt ein Szenario in den Raum, in dem "alle BIPOC [Black, Indigenous, People of Color] Spieler weltweit den Sport boykottieren und ein Jahr nicht mehr spielen." So könne man erleben, "wie spannend Fußball dann noch wäre."


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via twitter.com/JalilOfficial

Hanybal wünscht sich ein Statement von der Basis. Seiner Meinung nach könnte bereits der Amateurfußball ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen.


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Screenshot via twitter.com/HanybalHanybal

Sylabil Spill: "Rassismus tötet"

Sylabil Spill zeigt auf seiner Instagram-Seite, was nach dem EM-Finale im Netz kursierte. So rief jemand den 12. Juli zum "Punish a n**** day aus". Anbei gab es eine Tabelle, die rassistische Übergriffe mit einer Punktzahl verbindet. Für einen Mord wird dabei die Höchstpunkzahl aufgerufen. Auch beruft sich der Bonner Rapper unter anderem auf einen Twitter-Post, der besagt, dass Schwarze Menschen nach dem Spiel mit dem Messer attackiert und in die Londoner Themse gestoßen worden seien.

Enemy wundert sich in seiner Insta-Story über den Ursprung dieser ausufernden Anfeindungen.

"Drei Menschen verfehlen den Elfmeter beim Fußball und schon meldet sich der Rassismus. Ich wundere mich, wie klein und lächerlich die Gründe für immer größeren Hass werden können ... Diese Welt ist ein Witz."

badmómzjay & Rua über fehlende Akzeptanz

Life Is Pain-Rapperin Rua und badmómzjay sprechen noch einen weiteren Aspekt an. Gesellschaftliche Akzeptanz funktioniere demnach für Menschen mit einer Migrationsgeschichte vor allem über Erfolg. Bei Misserfolgen sei diese Akzeptanz hingegen schnell dahin.


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Screenshots via instagram.com/badmomzjay | instagram.com/rua089

Auch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Aminata Touré verweist auf diesen Punkt.

Marcus Rashford mit emotionalem Statement

Die rassistischen Angriffe auf die Spieler fanden nicht nur online statt. An einer Hauswand in Manchester schlug einem der Hass entgegen. Ein Mural mit dem Gesicht von Marcus Rashford wurde beschmiert. Inzwischen haben Menschen dort etliche Solidaritätsbekundungen hinterlassen. Die rassistische Botschaft ist nicht mehr erkennbar.

Der englische Nationalspieler setzt sich für kostenfreies Schulessen für benachteiligte Kinder ein – das Piece war ein Dankeschön für sein Engagement. Der Stürmer von Manchester United meldete sich einem längeren Statement auf Social Media zu Wort. Darin heißt es:

"Ich kann mir Kritik an meiner Leistung den ganzen Tag lang anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen sollen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme."

Auch die UEFA sowie der englische Fußballverband verurteilen die rassistischen Angriffe.

Die englische Nationalmannschaft kniet seit einiger Zeit vor dem Anpfiff eines Spiels, um damit ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Bereits diese Aktion wurde von vermeintlichen Fans teilweise von Pfiffen und Buhrufen begleitet.


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