Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Maestro hat am gestrigen Abend seine Reichweite genutzt, um ein Video zu besprechen, das seit einigen Tagen im Internet kursiert. In dem kurzen Clip wird eine Szene aus einer Erfurter Straßenbahn gezeigt, in der ein 40-jähriger Mann einen syrischen Jugendlichen aufs Übelste rassistisch angeht und gewalttätig wird. Der Vorfall ist über den letzten Tag viral gegangen und wird inzwischen von zahlreichen Medienportalen aufgegriffen. Maestro hat sich in einem etwa zehn Minuten langen YouTube-Video zu dem Vorfall geäußert. Die Message ist klar: "Man darf nicht wegschauen".

Maestro will auf rassistischen Übergriff in Erfurt aufmerksam machen

Zunächst erklärt der YouTuber und Rapper, was in dem Video überhaupt passiert ist. So habe der Mann den Jugendlichen erst angefangen, rassistisch zu beleidigen und ist dann dazu übergegangen, den Jungen anzuspucken. Sodann trat er ihm mehrere Male ins Gesicht. Das Opfer reagierte während des ganzen Überfalls nicht. 

Maestro stellt zunächst das Offensichtliche klar: Was in Erfurt passiert ist, ist absolut ekelhaft. Sodann erklärt er, dass solche Übergriffe Ergebnis von dem Schubladendenken und den Kategorisierungen sind, die in der Deutschen Gesellschaft vorherrschen.

"Wieso zieht ihr Linien und Grenzen? Haben wir nicht genug gelernt von der Geschichte? Dass Mauern ziehen und Linien ziehen und niemals Frieden und Segen mit sich bringt?"

Im Anschluss darauf bezieht er sich konkret auf die Aussage des Täters im Video, der erklärt, dass Deutschland sein Land sei und auch auf das Denken von denjenigen, die der Meinung seien Menschen mit Migrationshintergrund sollen in ihr Herkunftsland zurück.

"Das ist nicht dein Land. Das ist unser Land"

Auch über Zivilcourage und Solidarität spricht er. Zunächst stellt Maestro diejenigen zur Rede, die sich für ihre eigenen Familienmitglieder oder Freunde einsetzen würden, aber nicht für Fremde – insbesondere, wenn diese Fremden Migrationshintergrund haben. Er kritisiert, dass man sich in der Gesellschaft an denjenigen bereichern würde, die unliebsame Jobs verrichten, diese aber nie als richtigen Teil der Gemeinschaft sehe.

Um Integration ginge es vielen Rassisten dabei nicht. So erklärt Maestro, wie er selbst ein Positivbeispiel für Integration sei und dennoch tagtäglich rassistischen Anfeindungen zum Opfer fiele. Auch in seinem Alltag wirke sich dies aus: So könne er nicht mal eine Wohnung finden.

Abschließend zweifelt er die Zivilcourage der Gesellschaft an und und stellt klar: 

"Jeder der zugut und sich denkt ja, ist passiert ist Mitschuld."

Er fordert seine Zuschauer dazu auf, sich für andere einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen. Am Ende sei man immerhin eine Gemeinschaft. Man dürfe nicht weggucken – egal worum es geht. 

TW: Gewalt 

Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Mann festgenommen

Bei dem Video handelt es sich um Geschehnisse vom vergangenen Freitag. Durch die Videoaufnahmen und Zeugenaussagen der weiteren Insassen der Bahn konnte der Mann zügig identifiziert werden. Nach dem Übergriff gelang dem Mann zunächst die Flucht. Am Montag soll er dann festgenommen worden sein. Ihm werden gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Er ist der laut der Polizei als Drogenkonsument sowie wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt. 

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Hass-Kommentare gegen Lizzo: Facebook schreitet ein

Hass-Kommentare gegen Lizzo: Facebook schreitet ein

Von Michael Rubach am 18.08.2021 - 13:56

Nach längerer Pause meldete sich kürzlich Lizzo mit ihrer Cardi B-Kollabo "Rumors" zurück. Nach dem Drop des Videos sah sich die Künstlerin zahlreichen negativen Kommentaren ausgesetzt. Dabei ging es nicht etwa um den Song, sondern um Lizzos äußeres Erscheinungsbild. Social-Media-Riese Facebook hat sich den hasserfüllten Posts inzwischen angenommen und diverse Accounts aus dem Verkehr gezogen.

Lizzo bricht in Tränen aus

Allein der Track "Rumors" verdeutlicht, wie Lizzo (jetzt auf Apple Music streamen) die meiste Zeit auf Hate reagiert – mit Humor. Doch die Reaktionen auf ihr neues Video waren dieses Mal offenbar zu viel für die Grammy-Gewinnerin. In einem Instagram-Live-Stream zeigte sie sich in Tränen aufgelöst. All die Negativität ist an ihr nicht spurlos vorbeigegangen:

"Manchmal habe ich das Gefühl, die Welt liebt mich einfach nicht. Es ist so, als ob es egal ist, wie viel positive Energie du in die Welt steckst, du wirst immer noch Leute haben, die etwas Gemeines über dich zu sagen haben. Und zum größten Teil verletzt es meine Gefühle nicht; es ist mir egal. Ich denke nur, wenn ich so hart arbeite, sinkt meine Toleranz. Meine Geduld ist geringer. Ich bin sensibler und es setzt mir zu."

("Sometimes I feel like the world just don’t love me back. It’s like it doesn’t matFanter how much positive energy you put into the world, you’re still going to have people who have something mean to say about you. And for the most part it doesn’t hurt my feelings; I don’t care. I just think when I’m working this hard, my tolerance gets lower. My patience is lower. I’m more sensitive and it gets to me.")

Sie fügte an, dass Dinge über sie in den Raum gestellt würden, die keinen Sinn ergeben. Die Kommentare seien feindlich gegenüber dicken Menschen, rassistisch und verletzend. Wenn man ihre Musik nicht mag, sei das in Ordnung. Auch mit Kritik an "Rumors" sei sie einverstanden, aber viele Personen würden sie einfach nur wegen ihres Äußeren anfeinden. In einem TikTok-Video spekulierte sie zudem über die Gründe für solche Beleidigungen:

"Ich glaube wirklich, dass die Leute einfach nur angepisst sind, eine dicke Schwarze Frau zu sehen, die Popmusik macht und glücklich ist."

("I really think people are just mad to see a fat Black woman that makes pop music and is happy.")

Cardi B steht Lizzo bei – und auch Facebook geift ein

Lizzos Kollabopartnerin Cardi B hat sich via Twitter positioniert. Das Bodyshaming gegenüber Lizzo sowie die Verwendung des Begriffs Mammy seien gemein und extrem rassistisch. Mammy ist eine abwertende Bezeichnung für eine Schwarze Frau, die als Kindermädchen arbeitet. Der Ursprung des Wortes geht auf die Kolonialzeit zurück, in der Sklavinnen in weißen Haushalten die Betreuung der Kinder übernahmen.


Foto:

Screenshots via https://twitter.com/iamcardib

Auch Facebook hat mitbekommen, was rund um Lizzos Song-Release so abläuft. Offenbar wurde entschieden einzugreifen. Wie TMZ berichtet, behält das Unternehmen die Posts von Lizzo auf Facebook und Instagram aktuell besonders im Blick, um auf Hate-Kommentare angemessen reagieren zu können. Einigen User*innen, welche die Community-Richtlinien der Social-Media-Plattform verletzt haben sollen, wurden demnach bereits die Accounts gesperrt.

Lizzo ft. Cardi B - Rumors [Video]


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