Eminem, 2Pac, 50 Cent: Hat ein Brand Musikgeschichte vernichtet?

Vor über 10 Jahren wütete ein Brand in den Universal-Studios in Hollywood. Die umfangreiche Story "The Day the Music burned" im The New York Times Magazine legt nun nahe, dass dabei ein erheblicher Schaden entstanden ist, der bisher weitestgehend vor der Öffentlichkeit geheim gehalten wurde.

Eminem, 2Pac, 50 Cent & mehr: Hat das Feuer Musikgeschichte ausgelöscht?

Der Artikel der New York Times nennt das Feuer das "größte Disaster in der Geschichte der Musikindustrie". Warum die Journalisten Jody Rosen zu dieser Einschätzung gelangt, wird deutlich, wenn man auf die im Text aufgerufenen Zahlen schaut. Die Rede ist dort von 500.000 zerstörten Songaufnahmen.

Dabei handelt es sich um Recordings aus allen möglichen Genres und von dutzenden legendären Künstlern, deren Werk für immer aus der Musikhistorie ausradiert sein soll. Darunter fallen auch Master-Aufnahmen von 2Pac, Eminem, Snoop Dogg, 50 Cent, Nirvana und vielen weiteren Artists dieser Größenordnung.

Weiterhin führt der Artikel aus, dass es wahrscheinlich sei, dass viele Musiker gar nichts von diesen Ausmaßen wissen würden. Gegenüber Billboard gab Universal nach dem Brand zunächst an, dass "keine Verluste" dieser Art zu verzeichnen gewesen seien. Es hieß, dass ausschließlich Kulissen und Besucherattraktionen der Universal-Studios im Feuer Schaden genommen haben.

Vertrauliche Berichte von Universal, auf die sich Jody Rosen beruft, kommen offenbar zu einem anderen Ergebnis. Falls die Recherche der Journalisten so zutreffend sein sollte, sind ganze Diskografien von Künstlern von dem Großbrand betroffen gewesen. Es gäbe dann schlichtweg kein gemastertes Material mehr von 2Pac, auf das jemand heutzutage zurückgreifen könnte. Diese Musik wäre verloren.

Ein ehemaliger Mitarbeiter von Universal tritt in dem Artikel als eine Art Kronzeuge auf. Er erzählt, dass Universal bewusst über die Ausmaße des Feuers hinweggetäuscht habe:

"Das Unternehmen [Universal] wusste, dass es schockierte Reaktionen und Empörung hervorrufen würde, wenn die Leute die wahre Geschichte kennen [...] Es ist ein Geheimnis, bei dem ich mich schäme, ein Teil davon gewesen zu sein."

"Irreführend": Universal wehrt sich gegen die Berichterstattung

In einem Statement gegenüber der Branchenseite Variety kritisiert Universal den Artikel des New York Times Magazine. Konkret wirft man der Journalisten vor, nicht sauber genug recherchiert und eine fehlerhafte Story abgeliefert zu haben.

"Die Story enthält zahlreiche Ungenauigkeiten, irreführende Aussagen, Widersprüche und grundsätzliche Missverständnisse über den Umfang des Vorfalls und die betroffenen Vermögenswerte."

Weiter wirft Universal Jody Rosen eine selektive Berichterstattung vor. Sie sei auf Maßnahmen, die Universal zur Sicherung von Musik eingeleitet habe, schlichtweg nicht eingegangen.

"Tatsächlich werden zehntausende von Backing-Katalogen, die wir in den letzten Jahren bereits veröffentlicht haben, praktisch ignoriert – einschließlich [...] Master-Aufnahmen, von denen der Artikel behauptet, dass sie 'zerstört' wurden."

Inwiefern das Feuer tatsächlich einen gravierenden Einschnitt in die Musikgeschichte bedeutet, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Verschiedene Künstler sind schon auf den Artikel aufmerksam geworden und sorgen sich nun um ihr Songmaterial. Questlove von The Roots sieht in dem Brand bereits den Grund, warum er bisher nicht weiter an einem Projekt arbeiten konnte:

Questlove De La Rose on Twitter

For everyone asking why Do You Want More & Illdelph Halflife wont get reissue treatment https://t.co/Vs0ykRcyAK

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Shirin David zeigt sich nackt auf "Supersize"-Cover & setzt feministisches Statement

Shirin David zeigt sich nackt auf "Supersize"-Cover & setzt feministisches Statement

Von Michael Rubach am 24.08.2019 - 14:19

Shirin David hat nicht nur das Cover zu ihrem Debütalbum "Supersize" veröffentlicht – sie hat auch ein umfangreiches Statement zu ihren feministischen Ansichten abgegeben.

Shirin David ist auf dem "Supersize"-Cover nackt – ja und?

Auf dem Cover von "Supersize" zeigt sich Shirin David hüllenlos und weiß, dass sie damit jede Menge Aufmerksamkeit auf sich lenkt.

Der Respekt vor Frauen und ihren Entscheidungen ist so tief in mir verwurzelt, dass er für mich eine Selbstverständlichkeit ist und nicht etwas, das wie eine Werbung mit dem Hashtag #Frauenpower gekennzeichnet werden muss. Es trifft mich immer wieder unerwartet, wenn ich einen reißerischen Artikel über meinen angeblichen Anti-Feminismus lesen muss. Wir sind zwar im Jahre 2019, aber es scheint, dass viele Menschen immer noch davon schockiert sind, dass eine Frau unter ihren Kleidern nackt ist. Ich werde verurteilt, weil ich meinen Körper gerne und stolz präsentiere. Ich möchte mich hier direkt an die Verurteilenden wenden und fragen: Ist das Recht den eigenen Körper so präsentieren zu dürfen wie man es möchte nicht einer der Aspekte, für den zahllose Generationen von Frauen gekämpft haben? Würdet ihr mich immer noch als Sexistin beschimpfen, wenn ich mir mit Edding „F*ck the government" auf meine nackten Brüste schreiben würde? Wahrscheinlich nicht, denn dann wäre die Message offensichtlich: Ich möchte, dass meine Nacktheit genauso gesellschaftlich akzeptiert wird wie die der Männer. Ich habe nie und werde nie andere Frauen dafür kritisieren wie sie sich kleiden. Vor allem nicht um Aufmerksamkeit zu bekommen und erst recht nicht für Promo-Zwecke. Ich respektiere, wenn Frauen sich, weil sie stolz auf ihre Körper sind, bedeckt kleiden. Ich respektiere, wenn Frauen sich aus völlig anderen Gründen bedeckt kleiden. Aber ebenso respektiere ich, wenn Frauen sich nur im Tanga zeigen, wenn es das ist womit sie sich wohlfühlen. Ich bringe jedem Journalisten, der objektiv einen kritischen Artikel über mich schreibt Respekt entgegen. Aber wenn ich einen Artikel lese, in dem Zitate entkontextualisiert, Frauen gegeneinander aufgehetzt und ich als Anti-Emanze dargestellt werde, dann kann ich nur noch sagen, dass euch nicht nur eure Kugelschreiber, sondern auch das Recht jegliche Schreibprogramme verwenden zu dürfen entzogen werden sollte. Nutzt eure Stimmen für relevante Themen. Kriege. Armut. Naturkatastrophen. Aber ich kann es schon verstehen. Die Stichworte „Shirin David nackt" werden halt besser als „Der Amazonas brennt- wir werden alle sterben" geklickt. #SUPERSIZE

279.1k Likes, 6,066 Comments - Shirin David (@shirindavid) on Instagram: "Der Respekt vor Frauen und ihren Entscheidungen ist so tief in mir verwurzelt, dass er für mich..."

An diejenigen, die liebend gerne Bodyshaming betreiben oder eine nackte Frau aus anderen dubiosen Gründen beschimpfen, richtet Shirin ihre Ansage. Sie legt folgendermaßen los:

"Der Respekt vor Frauen und ihren Entscheidungen ist so tief in mir verwurzelt, dass er für mich eine Selbstverständlichkeit ist und nicht etwas, das wie eine Werbung mit dem Hashtag #Frauenpower gekennzeichnet werden muss."

Später führt sie aus, dass sie sich wünscht, dass die Nacktheit von Frauen gesellschaftlich endlich akzeptiert werde. Darüber hinaus reagiert Shirin auf Vorwürfe, sie sei durch ihre Art und Weise der Selbstinszenierung eine "Sexistin".

"Ich werde verurteilt, weil ich meinen Körper gerne und stolz präsentiere. Ich möchte mich hier direkt an die Verurteilenden wenden und fragen: Ist das Recht den eigenen Körper so präsentieren zu dürfen wie man es möchte nicht einer der Aspekte, für den zahllose Generationen von Frauen gekämpft haben? Würdet ihr mich immer noch als Sexistin beschimpfen, wenn ich mir mit Edding „F*ck the government“ auf meine nackten Brüste schreiben würde? Wahrscheinlich nicht, denn dann wäre die Message offensichtlich: Ich möchte, dass meine Nacktheit genauso gesellschaftlich akzeptiert wird wie die der Männer."

Shirin David gibt Respekt, aber fordert auch Respekt ein

Nachdem Shirin klargestellt hat, dass sie jeder Frau den gleichen Respekt entgegenbringt, wendet sie sich an die Medien. Einigen Verfassern von Artikeln gehöre "das Recht jegliche Schreibprogramme verwenden zu dürfen entzogen". Laut Shirin befördern gewisse Beträge über sie, dass "Frauen gegeneinander aufgehetzt" werden. Ebenso würden manche Journalisten das Bild einer "Anti-Emanze" etablieren wollen. Eine Zuschreibung, die für Shirin nicht klargeht. Kritische Artikel, die mit objektiver Berichterstattung einhergehen, seien hingegen Teil eines respektvollen Miteinanders.

Schon vor der Präsentation ihres Körpers für "Supersize" wurde Shirin David angelastet, sich antifeministisch zu positionieren. So ziert sie das Cover von Flers Song "Shirinbae" und pushte den Track auf Instagram. Noizz titelte daraufhin, dass sich Shirin für Flers "homophoben Steinzeit-Rap" hergebe. Die Aussagen der Künstlerin können auch als Reaktion auf diese Berichterstattung gelesen werden. Fler gefällt das.

Fler reagiert auf Shirin Davids Statement
Foto:

via .instagram.com/shirindavid
Fler reagiert auf Shirin Davids Statement

Gestern erschien zudem Shirin Davids neue Single "Brillis".

Shirin David - Brillis [Video]

Shirin David lässt ihrer Liebe für extravagante Outfits auf "Brillis" freien Lauf und sagt: "Das ist kein Outfit Baby, das ist Kunst." Sie und ihre Squad lassen die Straßen erleuchten. Die Single bietet einen weiteren Vorgeschmack auf Shirins Album "Supersize", das am 20. September erscheinen soll.


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