Ignorant & rassistisch: Deutschrapper*innen reagieren auf CDU-Werbespot

Kürzlich veröffentlichte die CDU einen Wahlwerbespot auf ihren Social Media Kanälen, der auch in der Deutschrap-Szene für Empörung sorgt. In dem Spot geht es um die neue Gesetzesreform zur Verhinderung von Geldwäsche, die letzten Donnerstag verabschiedet wurde. Dafür werden in dem kurzen Clip zwei Männer abgebildet, die als Clan-Mitglieder betitelt werden. Aussage: Geldwäsche härter bestrafen.

Dabei ist die CDU wohl über das Ziel hinausgeschossen. Von vielen Menschen wurde das Video als rassistisch empfunden und die Regierungspartei erfuhr daraufhin dermaßen viel Kritik, dass sie den Clip nun von allen ihren Kanälen entfernt hat.

Wieso der CDU-Wahlwerbespot rassistisch ist

In dem Clip ist zu sehen, wie zwei Männer in einem Ferrari sitzen. Während ein Polizei-Bully an dem Auto vorbei fährt, erklärt eine Frauenstimme: "Damit kriminelle Clans nicht mehr Ferrari fahren, sondern Mercedes". Mit Mercedes wird auf den Autohersteller angespielt, der in dem fiktiven Spot für Polizeiautos zuständig ist.

Der Journalist Tarek Baé erklärt, wieso das rassistisch ist. Im Grunde geht es darum, dass die CDU in ihrem Video Geldwäsche einer konkreten Minderheit zuschreibt. Wie Tarek erklärt, widerspricht dies stark der aktuellen Faktenlage. Man bediene sich trotz dessen an dem Klischee der "kriminellen Clans". Die CDU reproduziere und verstärke durch diese verzerrte Darstellung lediglich rassistische Stereotypen. Dazu trägt besonders bei, dass die CDU explizit Männer für die Rolle castete, die einer bestimmten Herkunft zugeschrieben werden könnten.

Deutschrap reagiert: CDU-Werbespot zur Clan-Kriminalität & Geldwäsche

Auch diverse Deutschrapper*innen empfanden den fragwürdigen Wahlwerbespot als rassistisch und AfD-nah. So schrieben beispielsweise Celo und Abdi unter den mittlerweile gelöschten Post, ob die CDU ihre verlorenen AfD-Wähler zurückgewinnen wolle oder etwas gegen italienische Autos hätte.

Badmómzjay bezeichnete den Spot als einen von "Stereotype[n] geprägte[n] Rassismus". 


Foto:

Badmómzjay / instagram @badmomzjay

Ra'is fragt die CDU, ob "sonst noch alles cool" bei ihnen sei. Auch Katja Krasavice zeigt sich schockiert: "Platzt doch ihr Nazis!". Marcus Staiger widmet sich auf Twitter dem Thema und erklärt, dass er beim Gedanken an Geldwäsche an Wolkenkratzer denken würde, "in denen [Bänker*innen] Superreichen dabei helfen, die Gesellschaft zu verarschen & noch reicher zu werden".

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Wie Dieter Bohlen Jumpas "Cherry Lady"-Remake "eiskalt" nachgebaut hat

Wie Dieter Bohlen Jumpas "Cherry Lady"-Remake "eiskalt" nachgebaut hat

Von Michael Rubach am 19.05.2021 - 13:41

Producer Special bei Apple Musics HYPED Radio: Aria Nejati begrüßt Jumpa zum Interview. Der in Berlin ansässige Produzent droppte allein in den letzten Wochen Singles mit Artists wie Samra, Zuna oder badmómzjay. Im Talk (hier anhören) spricht er nun über seine ersten musikalischen Gehversuche, den Auslöser für seine Deutschrap-Faszination und über Dieter Bohlens wilde Moves im Nachgang von Capital Bras Cover-Version von "Cherry Lady".

Remake vom Cover: Dieter Bohlen baut "Cherry Lady" im Jumpa-Style

Obwohl Jumpa erst 25 ist, produziert er seit zehn Jahren für Künstler*innen im Deutschrapkosmos. So hat er auf Fards Album "Invictus" 2011 bereits zwei Beats platzieren können. Jumpa-Produktionen finden bundesweit in der Szene Anklang. Vom "Outro" auf Farid Bangs "Asphalt Massaker 3" bis zu "High Life" auf dem "Sampler 4" der 187 Strassenbande – Jumpa, make it jump. Kein Wunder, dass sich auf seiner kommenden EP "Make It Jump" unter anderem Zuna, Samra, badmómzjay und Vega tummeln. Der Beat zur Auftaktsingle von badmómzjays Debütalbum "badmómz." geht ebenfalls auf das Konto von Jumpa.

Auch mit Capital Bra hat er schon für verschiedene Songs zusammengearbeitet. Das von Jumpa produzierte Cover von "Cherry Lady" ist inzwischen Platin gegangen. Davon dürfte jedoch vor allem Dieter Bohlen profitieren. Der Pop-Titan hält laut Jumpa die gesamten GEMA-Rechte. Ebenso hat der Modern Talking-Gründer offenbar ganz genau hingeschaut, wie heutzutage Musik entsteht. Die Inspiration für ein weiteres Dieter Bohlen-Remake des Songs liegt für Jumpa auf der Hand.

"Ich hab auch mal mit ihm telefoniert. Ich hab, glaube ich, ein zwölftel Aufführungsrecht. Es ist ein Witz einfach. Viel krasser ist aber, dass Dieter dann irgendwann noch einmal eine eigene 'Cherry Lady'-Version releast hat und meinen Beat eins zu eins nachgebaut hat. Und ich da auch nix machen konnte, weil er die GEMA hat. Er hat eins zu eins meine Chord Progression nachgebaut. Eiskalt."

Jumpa über seine Anfänge als Producer & den Weg zum musikalischen Gehör

Wie ist Jumpa überhaupt dorthin gelangt, dass er es mit Kalibern wie Dieter Bohlen zu tun bekommt? Er hat früher zur Übung mit dem Nachbauen von Instrumentals begonnen. Als er mit dem Beatmaking anfing, sei er noch "komplett unmusikalisch" gewesen. Seine persönliche Deutschrapinitialzündung fand bei ihm mit Sido und "Fuffies im Club" statt. Dann folgte ein Ratschlag seiner Mutter und YouTube-Tutorials.

"Dann habe ich irgendwann Beats nachgebaut, weil meine Mom ist eine Sängerin gewesen früher [...]. Die hat ein sehr gutes Gehör. Die hat dann irgendwann einmal den simplen Satz zu mir gesagt, der mir sehr viel gebracht. Und zwar einfach so: 'Versuch nicht nur, die Musik zu konsumieren, sondern versuch mal den Song in deinem Kopf auseinanderzunehmen. Welche Instrumente sind in dem Song drin, wie bewegen die sich, wie spielen die und so weiter?' Seit dem kann ich auch nicht mehr normal Musik, hören. [...] Ich guck immer so: Wie spielt er Synthy? Welche Noten sind das ungefähr? Wie hat er das gemacht? Wie hat er den Sound hinbekommen? Dadurch hab ich am Anfang immer bei YouTube-Tutorials, die Beats, die da gebaut haben, einfach nachgebaut – als ich zwölf, dreizehn war. [...] Da hab ich die Noten nachgeklickt und dann hab ich irgendwann ein Verständnis bekommen. [...] Dadurch hab ich bin bisschen autodidaktisch mein musikalisches Gehör bekommen."

Die komplette Folge HYPED Radio kannst du hier hören:

Producer Special: JUMPA auf Apple Music

Geh mit Musik auf Entdeckungsreise. Hör dir Producer Special: JUMPA - einen Streaming-Radiosender - auf Apple Music an.


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