" Den großen TV Erfolg haben wir nie angestrebt... " - Main Concept und David Pe heute

Kommen wir zum Jahr 2010 - da hieß es: 20 Jahre Main Concept. Glammerlicious hat mir geschrieben, da gibt es bald wieder was, er selber will was veröffentlichen. Von euch dürfen wir auch noch was erwarten?
Ja, wir wollen schon eine Platte machen. Wir arbeiten dran. Die Zeit ist reif, es gibt was zu sagen und wir wollen schon noch was veröffentlichen, aber wir machen uns keinen Stress. Es gibt keinen der uns sagt: "Hey, dann und dann ist das Releasedate" ! Wenn wir sie fertig haben, haben wir sie fertig und dann bringen wir sie raus. Wir versuchen die jetzt in den nächsten Monaten zügig fertig zu machen, wobei ein und zwei Jahre ja auch aus mehreren Monaten besteht (lacht). Ich hab Bock drauf, ich würd mich gerne wieder zu Wort melden. Wir treten ja auch auf und sind viel unterwegs. Obwohl, was heißt viel, nicht mehr so viel wie früher aber wir sind regelmäßig unterwegs. Das läuft dann auch ganz gut, wir treten nicht mehr in Tausender Hallen auf, die Zeit ist vorbei, aber es ist immer gut gefüllt. Das sind Leute, die mit uns groß geworden sind, uns cool finden und uns zu schätzen wissen und dafür bin ich im Nachhinein dankbar und zufrieden. Ich hab vielleicht keinen kommerziellen Erfolg. Mit Main Concept kann ich so was nicht vorweisen, dafür aber einen kulturellen. Viele Leute kommen auf mich zu und sagen: "Ey, ich hab damals Coole Scheiße gehört (1994 erschienenes Main Concept Album – Anm. d. R.) und dann hab ich auch angefangen zu rappen". Insofern haben wir auch was geleistet und jetzt führen das halt andere fort. Und wir machen auch weiter, den großen TV Erfolg haben wir nie angestrebt, natürlich auch weiterhin nicht. Zumal es ja auch cool ist, wenn du stressfrei Sound machen kannst und nicht gedrängt wirst und du es aus Spaß an der Sache machen kannst.

 

Jetzt.de hat ein Interview mit Kinderzimmer Productions geführt, dort fiel dann die Aussage, dass sich deutscher Hiphop nicht so entwickelt hat, dass man ihn als eigene erstzunehmende Musikrichtung verstehen kann, sondern, dass er sich schon immer viel zu sehr am US-amerikanischen Vorbild orientiert hat. Wie siehst du das?
Sagen wir mal so, am US Vorbild haben wir schon immer alle gehangen und das ist keine Schande. Da kommt Rap her, das Bild von Rap wird durch die Amis, der Kleidung, der Sprache, dem cool sein, also der ganzen Attitüde, geprägt. Das ist halt so und das wird auch immer so sein. Ich finde auch nicht, dass das ein Vorwurf ist. Und natürlich fügen wir in Deutschland dem ganzen unsere eigene Nuance hinzu und die Franzosen eben ihre. Ich hab schon Leute in Nepal gesehen und die machen dasselbe - das ist das coole an Hiphop. Hiphop ist wie Jazz, den gibt es auf der ganzen Welt und wird von allen möglichen Leuten gemacht und eigen interpretiert. Es gibt ja auch alle möglichen Auswüchse und Sachen, die sich ähneln und sich dann irgendwie doch nicht einordnen lassen. Die ganze Streetkultur ist sehr vermischt, zum Beispiel Hiphop mit Elektro. Letztendlich werden wir uns immer mehr am amerikanischen Vorbild orientieren. Leute wie wir, oder andere die schon länger dabei sind, orientieren sich vielleicht nicht mehr so sehr am aktuellen US-Vorbild. Das sind halt irgendwelche Kinder (lacht). Wir wurden durch andere Leute geprägt.

Weiter: "Das sich Rap mit Elektro verbindet, okay, das ist so, aber man sah ja damals schon mit Crossover die ersten Vermischungen." Hiphop State of Mind eines Veteranen  

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