Bushido vs. Arafat Abou-Chaker: So lief der Prozessauftakt

Bushido und Arafat Abou-Chaker sind heute vor Gericht aufeinander getroffen. Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. Es ist der Höhepunkt eines Konflikts zwischen zwei ehemaligen Weggefährten, die jahrelang die Geschicke von Ersguterjunge gelenkt haben.

Bushido tritt als Nebenkläger in dem Verfahren auf. Seinem früheren Geschäftspartner werden unter anderem schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung zur Last gelegt. Drei seiner Brüder sollen zumindest teilweise an diesen Taten beteiligt gewesen sein.

Bushido erscheint mit "maskierten, bewaffneten Personenschützern"

Wie die FAZ schreibt, habe Bushido das Gerichtsgebäude "umringt von fünf maskierten, bewaffneten Personenschützern in kugelsicheren Westen" betreten. Arafat Abou-Chaker sei zu diesem Zeitpunkt schon im Gerichtssaal gewesen. Dort habe er auf der Anklagebank erst einmal Angaben zu seiner Person und zu seinem Beruf gemacht. Der Angeklagte beschrieb sich auf Nachfrage des Richters demnach als Selbständiger, der im Bereich der "Vermietung und Verpachtung" tätig sei.

Bei der Verlesung der Anklageschrift hätte sich Arafat Abou-Chaker mitunter amüsiert gezeigt, schildert zum Beispiel der Spiegel. Bushido selbst habe dabei "gelassen" gewirkt und sich "alles ruhig" angehört. 

Laut Staatsanwaltschaft sei Bushido 2017 zu dem Schluss gekommen, sich von Arafat Abou-Chaker lossagen zu wollen. Bei zwei anschließenden Treffen zwischen den Parteien habe sich ein bedrohliches Szenario ergeben. Wie die FAZ angibt, soll Bushido in Büroräumen eingesperrt und "stundenlang beschimpft und drangsaliert" worden sein. Die Staatsanwaltschaft habe im Gerichtssaal unter anderem folgenden Satz zitiert, der in diesem Zusammenhang gefallen sein soll:

"Hüte deine Zunge, du Stück Scheiße, bevor ich sie dir abschneide."

Arafat Abou-Chaker soll von Bushido eine millionenschwere Abfindung eingefordert haben. Ein Angebot von Bushido habe nicht seinen Vorstellungen entsprochen. Der Streit sei schließlich eskaliert.

Zentral ist dabei der Vorwurf, dass Bushido bei einem dieser Meetings von Arafat Abou-Chaker mit einer halbvollen Plastik-Wasserflasche am Kopf verletzt worden sein soll. Auch ein Stuhl soll geflogen sein und Bushido an der Schulter getroffen haben. Nach Angaben der FAZ habe der Berliner Rapstar bei diesem Aufeinandertreffen eine leichte Verletzung davongetragen und anschließend psychologische Hilfe in Anspruch genommen.

Die Anwälte der Abou-Chaker-Brüder erklärten, dass ihre Mandanten vorerst nicht aussagen wollen. Dafür erfolgte noch ein Antrag, der wohl dazu führt, dass Bushido nicht wie wohl zunächst angedacht schon in den nächsten Tagen im Zeugenstand Platz nehmen wird.

"Unterdrücker-Herrschaft vorbei": Rooz über Bushido, Arafat Abou-Chaker & frühere Drohungen

Bushido & Geldwäsche-Prozess: Einsicht in Vernehmungsprotokolle eingefordert

Die Anwälte der Abou-Chakers sollen verlangt haben, dass ihnen Aussagen zugänglich gemacht werden, die Bushido als Beschuldigter in einem anderen Prozess wegen Geldwäsche getätigt habe. Diese seien von "entscheidender Bedeutung". Wie Bushidos Anwalt gemäß der Bild in einer knappen Bemerkung vor dem Saal mitteilte, sei dieses Verfahren bereits "eingestellt". Er bestätigte jedoch, dass es stattgefunden hat: "Es gab mal eins."

Der Prozessauftakt war insgesamt ein relativ kurzes Spektakel. Nicht einmal eine Stunde dauerte der erste Verhandlungstag. Bushido selbst hatte offenbar kein Bedürfnis, sich zu dem Geschehen zu äußern. Über seinen Anwalt ließ er gegenüber dem rbb verlauten: "Absolut null Presse".

Das Interesse der Medien wird hingegen in den kommenden Wochen und Monaten kaum abflauen. Zu viel Brisanz steckt in dem Prozess. Die halbe Deutschrapszene könnte noch vorgeladen werden, um vor Gericht auszusagen. Ob Shindy, Capital Bra, Kollegah oder Farid Bang – sie alle standen in einer Beziehung zu dem schließlich zersplitterten EGJ-Camp.

Für den Prozess wurden über 20 Verhandlungstage angesetzt. Bis Ende November soll sich das Verfahren erstrecken.

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ALSN – Berlin [Video]

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Von Robin Schmidt am 19.09.2021 - 20:56

Straight aus Neukölln präsentiert ALSN sein "Berlin". Der 26-Jährige rappt von Drogenkriminalität, Verbrechen und Schattenseiten in der Hauptstadt. Genau diesem Teil seiner Vergangenheit möchte ALSN künftig durch die Musik entfliehen. Seine Geschichte verpackt er hier auf einen Beat von Zinatra und Prodrip. Das passende Video dazu liefert Tahsin Özkan. 


ALSN - Berlin (prod. by ZINATRA & PRODRIP) (Official Video)

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