Moritz Bleibtreu über Gangsta-Rap in Deutschland und seine Rolle als Arafat Abou-Chaker

Rooz hat sich mit – ich neige fast dazu, ihn eine Legende zu nennen – Moritz Bleibtreu zum Gespräch getroffen und neben diversen anderen Themen mit ihm über seine Rolle als Arafat Abou-Chaker in Zeiten ändern dich gesprochen.

Es sei auf Wunsch des DrehbuchAutors Bernd Eichinger an die Rolle gekommen. Durch seine Kindheit in Hamburg St. Georg (vor der Gentrifizierung) sei das traditionelle Leben in ausländischen Familien ihm ohnehin näher als das deutsche Familienverständnis.

Im ersten deutschen Kinofilm mitzuspielen, der die Geschichte vom Aufstieg eines Rappers aus schlechten Verhältnissen erzählt, war eine Herzensangelenheit für Bleibtreu"Der Film ist wirklich meiner Liebe zu Rap geschuldet."

Diese Liebe spürt man auch, wenn er beginnt, vom Ansehen der Szene in Deutschland zu sprechen und eine Lanze für Gangsta-Rap bricht. Viele Menschen und Meinungsmacher in Deutschland hätten diese Kunstform Rap noch nicht gecheckt. Dass insbesondere das Feuilleton mal langsam versteht, was Rap an Vorteilen mit sich bringt, sei spätestens seit Haftbefehl und Kollegah absolut überfällig:

"Und dann reden die über Integration und sagen dir: 'Oh, das ist alles schiefgegangen', wo ich sage: '[...] Wie [viel] besser kann es denn sein, als dass der Ausländer in deiner Sprache sich künstlerisch ausdrückt?' Das ist doch toll! [...] Das ist 'ne Kunstform, die man ernstzunehmen hat."

Realtalk! Aber uns und unseren Lesern brauch man das ja nicht erklären. Im Gespräch geht es von Beginn an gleich um den Film Zeiten ändern dich und Rap. Viel Spaß:


Teil 1 des Gesprächs:

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Aggro Berlin vs. Bushido: Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung

Aggro Berlin vs. Bushido: Ermittlungen wegen räuberischer Erpressung

Von Paul Kruppa am 29.04.2021 - 10:34

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Bushido und seinen früheren Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker. Der Vorwurf: schwere räuberische Erpressung. Wie der Spiegel berichtet, ist eine Anzeige der Aggro Berlin-Gründer ausschlaggebend.

Aggro Berlin-Gründer & Bushido mit unterschiedlichen Angaben zur Trennung

Nach Informationen des Spiegels haben Eric Remberg (Specter), Jens Ihlenfeld (Spaiche) und Halil Efe ausschließlich gegen Bushido Anzeige erstattet. Diese sei am 16. März erfolgt. Ein paar Wochen später sei auch Arafat Abou-Chaker von der Staatsanwaltschaft als Beschuldigter angeführt worden.

Gegenüber dem Spiegel bestätigten die Aggro Berlin-Gründer offenbar, dass es sich bei ihrer Anzeige um ein Ereignis dreht, das 17 Jahre zurückliegt. 2004 verabschiedete sich Bushido von dem legendären Deutschrap-Label. Über die Umstände der damaligen Vertragsauflösung existieren abweichende Erzählungen.

So schildert Aggro Berlin eine Begegnung mit circa sechs Männern im Studio. Einer dieser Männer habe ein "machetenartiges Messer" dabei gehabt. Unter Androhung von Gewalt soll die erforderliche Unterschrift von Specter unter den Auflösungsvertrag erzwungen worden sein. Mit der gleichen Methode habe die Bushido-Seite eine Unterschrift von Spaiche erwirkt. Halil Efe soll noch einen Schlag ins Gesicht bekommen haben, bevor er das türkische Wort für "Nein" auf das Dokument schrieb. Diese Informationen gehen aus Unterlagen hervor, auf die sich der Spiegel beruft.

Bushido Sicht der Dinge weicht davon ab. Er soll an einem Prozesstag im vergangenen August jener Darstellung entschieden widersprochen haben: "Alles völliger Bullshit." Es sei falsch, dass sechs Männer im Studio gewesen sind. Ebenfalls habe es die Machete nicht gegeben. Der EGJ-Boss und Arafat seien "ganz allein" vorstellig geworden. Arafat Abou-Chaker habe dabei jedoch "mit Nachdruck die Unterschrift einfordern müssen", wie es beim Spiegel weiterhin heißt. Auch eine Ohrfeige gegen Halil Efe habe demnach stattgefunden. Gegen einige Angaben von Bushido zum Ablauf der Trennung wollten die Aggro Berlin-Gründer bereits in der Vergangenheit eine Unterlassungserklärung erwirken.

Aggro Berlin-Gründer gehen juristisch gegen Bushido vor

Die Gründer von Bushidos ehemaligem Label Aggro Berlin wehren sich gegen diverse Aussagen des Berliner Rappers.

"Es geht immer um geschäftliche Interessen", sagte der Anwalt von Arafat Abou-Chaker dem Spiegel zufolge zu den aktuellen Ermittlungen. Außerdem soll der Jurist erklärt haben: "Ich gucke es mir in Ruhe an und werde es zersägen."

Der Spiegel weist darüber hinaus daraufhin, dass schwere räuberische Erpressung erst nach 20 Jahren verjährt. Fler kommentiert die Berichterstattung um seinen ehemaligen Weggefährten auf Twitter ebenfalls mit diesem Hinweis auf das geltende Strafrecht.


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