Moritz Bleibtreu über Gangsta-Rap in Deutschland und seine Rolle als Arafat Abou-Chaker

Rooz hat sich mit – ich neige fast dazu, ihn eine Legende zu nennen – Moritz Bleibtreu zum Gespräch getroffen und neben diversen anderen Themen mit ihm über seine Rolle als Arafat Abou-Chaker in Zeiten ändern dich gesprochen.

Es sei auf Wunsch des DrehbuchAutors Bernd Eichinger an die Rolle gekommen. Durch seine Kindheit in Hamburg St. Georg (vor der Gentrifizierung) sei das traditionelle Leben in ausländischen Familien ihm ohnehin näher als das deutsche Familienverständnis.

Im ersten deutschen Kinofilm mitzuspielen, der die Geschichte vom Aufstieg eines Rappers aus schlechten Verhältnissen erzählt, war eine Herzensangelenheit für Bleibtreu"Der Film ist wirklich meiner Liebe zu Rap geschuldet."

Diese Liebe spürt man auch, wenn er beginnt, vom Ansehen der Szene in Deutschland zu sprechen und eine Lanze für Gangsta-Rap bricht. Viele Menschen und Meinungsmacher in Deutschland hätten diese Kunstform Rap noch nicht gecheckt. Dass insbesondere das Feuilleton mal langsam versteht, was Rap an Vorteilen mit sich bringt, sei spätestens seit Haftbefehl und Kollegah absolut überfällig:

"Und dann reden die über Integration und sagen dir: 'Oh, das ist alles schiefgegangen', wo ich sage: '[...] Wie [viel] besser kann es denn sein, als dass der Ausländer in deiner Sprache sich künstlerisch ausdrückt?' Das ist doch toll! [...] Das ist 'ne Kunstform, die man ernstzunehmen hat."

Realtalk! Aber uns und unseren Lesern brauch man das ja nicht erklären. Im Gespräch geht es von Beginn an gleich um den Film Zeiten ändern dich und Rap. Viel Spaß:


Teil 1 des Gesprächs:

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Arafat Abou-Chaker soll Anschlag auf Kollegah und Farid Bang geplant haben

Arafat Abou-Chaker soll Anschlag auf Kollegah und Farid Bang geplant haben

Von Anna Siegmund am 08.08.2019 - 11:23

Kaum hat man das Gefühl, es wird ruhiger um Arafat Abou-Chaker, gibt es Neuigkeiten von dem Clan-Chef. Ging es zuletzt noch um einen Polizeieinsatz auf seinem Grundstück, berichtet die Bild-Zeitung nun über die Eskalation des Konflikts des Abou-Chaker-Clans mit Farid Bang und Kollegah. Es sollen Anschläge auf die beiden Rapper geplant worden sein.

Auf Bushido sollte es wohl auch einen Anschlag geben

Die Hinweise sollen wohl von V-Leuten stammen. Nicht nur Farid Bang und Kollegah seien als mögliche Ziele genannt worden. Laut Informationen der Bild-Zeitung sollten auch Bushido und Veysel K. aus Rache für die Trennung von Abou-Chaker angegriffen werden.

Es heißt dort außerdem, dass gegen Arafat Abou-Chaker aktuell "wegen versuchter Anstiftung zum Totschlag, zur schweren räuberischen Erpressung, versuchter Anstiftung zum Menschenraub und versuchter räuberischer Erpressung" ermittelt werde.

Im Zuge der Ermittlungen sollen Kollegah, Farid Bang sowie weitere mögliche Ziele der geplanten Angriffe zu ihrem Verhältnis zu Arafat Abou-Chaker und dem Clan befragt werden.

Arafat Abou-Chaker meldet sich auf Instagram

Auch wenn es in der Berichterstattung heißt, Arafat Abou-Chaker gebe zu den aktuellen Vorwürfen kein Statement ab, lässt sich der Clan-Chef doch zu einem Kommentar in seiner Instagram-Story hinreißen. Dort bezeichnet er speziell die Aussagen um angebliche V-Männer als "Lügen".

Konflikt zwischen Kollegah, Farid Bang & EGJ-Lager mit langer Geschichte

Die Vorwürfe gegen den Abou-Chaker-Clan sind lediglich der Höhepunkt der Geschichte um den Konflikt von Farid Bang, Kollegah und den damaligen Verantwortlichen des Labels Ersguterjunge.

Der Streit schaukelte sich immer weiter hoch. So beispielsweise als Kollegah im Zuge seiner Imperator-Tour einen Stopp in Berlin ankündigte. Im EGJ-Lager reagierte man darauf mit Drohungen.

Wenig später im Juni 2017 fand der Konflikt einen erneuten Höhepunkt. Auf einem Hiphop-Festival kam es zu einer Auseinandersetzung von Kollegah und dem Ersguterjunge-Camp.

Auch auf "JBG 3" war es nicht schwierig, zahlreiche Anspielungen bezüglich des Streits zu finden. Damals bliebe eine Reaktion von Bushido zunächst aus, bis er sich schließlich doch äußerte.

Bushido äußert sich erstmals zu den Disses von Kollegah und Farid Bang auf "JBG 3"

Das kommt unerwartet. In einem neuen Artikel der BILD äußert sich Bushido zum ersten Mal über vier Monate nach dem Release von "Jung Brutal Gutaussehend 3" zu den darauf enthaltenen Disses gegen ihn.Bushido habe die Beleidigungen einordnen können und verweist darauf, dass dies Teil der Hiphop-Kultur sei.

Er sagt unter anderem:

"Ich konnte ihre Beleidigungen einordnen, da ich weiß, dass es beide nicht persönlich meinen und eines Tages vor meiner Tür stehen. Es ist Teil der Hip-Hop-Kultur, auch wenn es für mich ziemlich eklig war."

Diese Aussage scheint nicht auf Arafat Abou-Chaker zuzutreffen. Dieser steht nicht zum ersten Mal unter Verdacht, einen Anschlag geplant zu haben. Auch die Vorbereitung einer Säureattacke auf die Frau von Bushido wird mit seinem Namen in Verbindung gebracht.


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