Früher Urban TRL, heute Circus HalliGalli: Wohl in keinem anderen TV-Format sind Deutschrapper so häufig vertreten wie in der Show von Joko und Klaas.

Am vergangenen Montag gab es mit einer zweistündigen Spezialausgabe den Abschluss des Circus HalliGalli-Jahres 2014. Da in 30 Episoden ganze 19 Mal ein oder mehrere Rapper zu Gast waren, dachten wir uns, es ist Zeit für einen Rückblick. Ob auf dem Sofa, in der Telefonzelle oder des nachts in der Wohnung des ein oder anderen Fans: In den verschiedensten Situationen waren Marteria, Kollegah, Sido und Co. auf der Mattscheibe zu sehen.

Den Anfang machte Mitte März jedoch keiner dieser Herren. Während sich die Jungs von Kraftklub unter anderem als kreative Schimpfwort-Artisten in der Rubrik Reise nach Vulgarien beweisen mussten, sprang Cro-DJ Psaiko.Dino aus der Telefonzelle:

Sido & Marteria

Die Folge vom 31. März ist dem ein oder anderen sicher noch im Gedächtnis, schließlich wurde Joko danach bekannt als "Deutschlands frechster Frechdachs". Im Rahmen der Fusionsrubrik Mein bester Feind Spezial/Wenn ich du wäre musste dieser einen etwas peinlichen Part auf einem Sido-Konzert in Berlin vortragen, in dem er halb Rapdeutschland disste. Das Ganze sollte zwei Wochen später noch schwerwiegende Folgen für Joko haben. Doch auch Marteria war an diesem Tag bei Circus HalliGalli am Start und legte eine gelungene Frestyle-Session hin:

Bass Sultan Hengzt

Anfang April legte Bass Sultan Hengzt aus der Telefonzelle heraus einen Auftrtitt hin, nur eine Woche später sollte er erneut zu Gast sein:

Jan Delay, Eko Fresh, Manny Marc, Frauenarzt & Bass Sultan Hengzt

Kommmen wir nun zu den besagten Folgen für Joko. Da er in seiner von Klaas geschriebenen 30-11-80-Strophe auch Eko Fresh, die Atzen und Bass Sultan Hengzt disste, schlugen diese in der Sendung zurück. So präsentierten die vier während des Countdown-Moments einen Disstrack gegen Joko aka "den Langen von Tetris". Zudem nahm Jan Delay auf dem Sofa Platz:

Money Boy

Nicht jeder feiert Money Boys Humor, doch der des Evil Jared bewegt sich nochmal auf einem anderen Level. So wird A Serious Man Asks Serious Things zu dem etwas anderen Interview:

Casper

Casper und Bosse hatten schon immer einen Traum: Einmal gemeinsam eine Treppe hinunter zu gehen. Diesen erfüllten sie sich bei Joko und Klaas, für Casper gab's zur Begrüßung erstmal ein Halsbonbon. Dann wurde über die überaus erfolgreiche Karriere der beiden Musiker geplaudert:

Afrob

Ja, auch Afrob stattete Joko und Klaas einen Besuch ab und machte es sich in der Telefonzelle gemütlich. Ab und zu verließ er diese auch, um einige Songs aus seinem im Mai erschienenen Album Push zu präsentieren:

Kollegah & Cro

Ende Mai gab es gleich die doppelte Portion Deutschrap auf Pro 7. Cro riss zu später Stund' einige Fans aus dem Schlaf, Kollegah nahm auf dem Sofa Platz und plauderte über sein Erfolgsalbum King:

Cro & Kraftklub

Nur eine Woche später war Cro erneut bei Circus HalliGalli zu sehen, diesmal auf der Bühne mit seiner Single Traum. Auch Kraftklub waren wieder am Start, sie gaben mit einem lang geplanten Promo-Move das Release Date ihres neuen Album In Schwarz bekannt. Wochenlang hatten Kraftklub auf Facebook & Co. eine ominöse Nachwuchsband namens In Schwarz supportet, zum Ende der Sendung wurde das Rätsel aufgedeckt:

257ers

Zum Start der vierten Staffel mischten die 257ers das HalliGalli-Studio mit ihrem neuen Album Boomshakkalakka auf. Das Ganze natürlich in Anzug und Krawatte:

Kraftklub

Kraftklub, Kraftklub, Kraftklub - zum dritten Mal innerhalb eines Jahres war die Chemnitzer Truppe im September zu Gast, erneut rissen sie die Bühne ab:

Eko Fresh

Lange waren Joko und Klaas erfolglos auf der Suche nach dem legendären U Bahn-F*cker, drum holten sie sich Eko Fresh zur Hilfe. Gemeinsam wollte sie endlich die Identität des Mannes herausfinden. So entstand der U-Bahn F*cker-Song, der auch auf Ekos Album Deutscher Traum zu hören ist:

Die Fantastischen Vier

Auch wenn viele Rapfans Fanta 4 heute kaum noch auf dem Schirm haben, so waren sie für den deutschen Hiphop doch maßgeblich wegweisend. In diesem Jahr feierten Smudo und Co. ihr 25-jähriges Jubiläum, da darf ein Besuch bei Circus HalliGalli natürlich nicht fehlen:

Marteria

Was Cro schon kann, kann Marteria schon lange. Das dachte sich wohl Joko, als er mit Marteria loszog, um einige Fans aus dem Schlaf zu klingeln. Nur wie reagiert man eigentlich, wenn mitten in der Nacht einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands an der Bettkante hockt?

Alligatoah

Kurz vor der Winterpause durfte auch Alligatoah in der Pro 7-Show vorbeischnuppern. Natürlich nutzt er seinen Auftritt, um seinem Hit Narben auch Perfomancetechnisch in nichts nach zu stehen. Autsch!

Haftbefehl

MIt Russisch Roulette sorgte Haftbefehl für Furore, was auch der HalliGalli-Redaktion nicht entgangen ist. So luden sie Hafti zum netten Plausch mit Joko und Klaas ein, zudem musste er sich einigen kritischen Fragen von Grundschulkindern stellen:

Zugezogen Maskulin

Das haute Herbert Grönemeyer fast vom Hocker! Anfang Dezember sorgten Zugezogen Maskulin aus der Telefonzelle heraus für reichlich Ramba Zamba:

Money Boy

Für ein Highlight zum Ende des Jahres sorgte Money Boy. Dieser bekam die sendungsinterne Auszeichnung des Goldenen Umberto für seinen denkwürdigen Auftritt bei Joiz. Seine Dankesrede stand dem in nichts nach:

Antilopen Gang

Die letzten Rapper, die 2014 aus der Telefonzelle purzelten waren die Jungs der Antilopen Gang:

Wir sind gespannt, welche Rapper im nächsten Jahr über die Fernsehscheiben der Nation flimmern!

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Von Angst geprägt: Laas resümiert EGJ-Zeit

Von Angst geprägt: Laas resümiert EGJ-Zeit

Von Till Hesterbrink am 19.10.2021 - 12:41

In einer äußerst ausführlichen Instagram-Story fasst Laas seine Zeit bei EGJ zusammen. Eine Zeit, die laut eigener Aussagen vor allem von Angst geprägt gewesen sei. Die Angst, das neue Camp zu enttäuschen. Auch an seine beiden ehemaligen Beef-Kontrahenten Kollegah und Farid Bang richtet er Grüße aus.

Laas bei EGJ: "Thema Angst"

Bewegt durch Ali Bumayes Aussagen im neusten TV Straßensound-Interview über die EGJ-Zeit fühlt sich auch Laas bewegt ein paar Worte zu seinem Signing bei dem Berliner Label loszuwerden. So habe sein Umfeld ihm geraten, sich nach den schlechten Verkaufszahlen seines Albums "Daemon" wieder einen "normalen Job" zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt habe Laas (jetzt auf Apple Music streamen) bei Freunden auf dem Sofa geschlafen und wäre broke gewesen.

Dann habe er von Freunden aus der Szene die Anfrage bekommen, ob er nicht am Ali Bumaye-Album mitarbeiten wolle. Daraufhin sei er schnell ein fester Teil des Labels geworden und Arafat habe ihn gefragt, ob er nicht bei EGJ unterschreiben wolle. Er habe sich in der Hiphop-Welt nie willkommen geheißen gefühlt, aber dort wurde er ohne Vorurteile so aufgenommen, wie er war. Zum ersten Mal habe er sich dazugehörig gefühlt.

"Nun war ich nach 15 Jahren Struggle endlich mal irgnedwo angekommen, wo es plötzlich wieder Sinn machte, an meine Musik zu glauben."

Zwar habe er dadurch seine Geldprobleme hinter sich lassen könne, allerdings hätten sich neue, zuvor nicht erahnbare Probleme aufgetan. Besonders mit Selbstzweifeln habe er zu Kämpfen gehabt. Zum ersten Mal hätten seine Moves auch direkte Auswirkungen auf das hinter ihm stehende Team gehabt. Und dieses habe er nicht direkt wieder verlieren wollen. Diese Angst, keine Fehler machen zu wollen, habe ihn "versteinert".

Bushido startet Beef mit Koolegah & Farid Bang wegen Laas

Als Farid ihn dann auf einem Song disste, habe Arafat bei diesem angerufen und das Ganze aus der Welt geschafft. Allerdings habe Bushido dann mit seiner Aussage im Promovideo zu Black Friday, dass Laas jetzt bei ihm seie und ihn niemand mehr dissen könne, ein größeres Thema daraus gemacht. Ähnliches hatte auch Ali im Interview erklärt, dass dieser eine Satz für den Beef mit Kollegah und Farid gesorgt habe.

Laas habe sich erst über die Rückendeckung gefreut, verstehe heute aber, dass es vor allem auch um eine Machtdemonstration ging. Aus der Angst, sein Camp zu enttäuschen, habe Laas auch wieder angefangen, gegen Kollegah zu feuern. Aus heutiger Sicht sei er allerdings sehr unzufrieden mit diesen Lines.

"Ich stand genau in der Mitte zwischen zwei Parteien, deren Egos sehr wahrscheinlich die Größten dieser Szene sind. Farid und Kollegah sind, wenn es um dieses Thema Beef geht, die absoluten Endgegner, Bushido und Arafat zum damaligen Zeitpunkt genauso."

Am Ende des Tages habe er nur versucht, so unbeschadet wie möglich aus dieser Situation wieder herauszukommen.

Doch habe ihn das ganze auch gelehrt, dass Angst ihm eigentlich nichts anhaben kann. Er sei schon am Boden gewesen und habe jedes "worst case Szenario" miterlebt und sei trotzdem mit erhobenem Haupte rausgekommen. Zum Schluss bedankt er sich sowohl bei Kollegah und Farid Bang als auch bei Bushdio und Arafat für diese Zeit, die in stärker gemacht habe. Ali Bumaye antwortete Laas nach seinem Statement, dass er "nur Liebe" für ihn habe.

Aber auch aktuell gibt es immer wieder Dinge, mit denen Laas zu kämpfen hat:

Nach Shirin David-Album: Laas wollte seine Karriere beenden

Nach der gemeinsamen Fertigstellung des zweiten Albums von Shirin David, meldet sich Laas in seiner Instagram-Story zu Wort und zeigt sich enorm selbstkritisch: Bis heute sei er auf nichts, was er erreicht habe, stolz. Nach der Zusammenarbeit mit Shirin David an den Texten von "B*tches brauchen Rap" sei er zum wiederholten Mal kurz davor gewesen, seine Karriere zu beenden.


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