Kool Savas: Wie sich mein Verhältnis zu Kollegah entwickelte

Kool Savas und Kollegah: Nachdem das Verhältnis der beiden im Jahr 2014 rund um die "King of Rap"-Frage deutliche Schrammen erlitt, scheint sich die Lage mittlerweile beruhigt zu haben.

Beste Freunde werden die zwei wohl nicht mehr, doch für ein Interview im Jubiläumsbuch von Selfmade Buch war sich Savas nicht zu schade. Dort schildert er, wie sich das Verhältnis zu Kollegah sowie dem restlichen Selfmade-Camp über die Jahre aus seiner Sicht entwickelte.

Erstmals aufgefallen sei ihm Kollegah auf dem Zuhältertape Vol. 1 mit der Line "Oder, nein, warte, ich f*ck' Jennifer Lopez/denn ich bin der Typ, der mit Jenny verlobt ist/Und Jennifer lobt es, wenn ich's ihr besorge/B*tch, bis six in the morning". Savas habe "diesen Bitte Spitte-Film" mit Eko Fresh gehabt und es cool gefunden, "dass da jemand noch mal drei Dinger hintereinander droppt, auf die ich so nicht gekommen wäre."

Später habe er die Sachen nicht mehr wirklich verfolgt, doch zwischenzeitlich sei es zu einer Feature-Anfrage für Kollegah durch Selfmade-CEO Elvir Omerbegovic gekommen: "Aber ich wollte nicht wirklich, weil ich zum einen nie so krass von Rappern beeindruckt war, die nur Lines hatten, und ihn auch nicht auch nicht persönlich kannte. Für mich ging es immer um das Gesamtpaket aus Stimme, Flow, Technik, Wortwitz und dergleichen."

Als er nach Alphagene bemerkt habe, dass Kolle über eine richtige Fanbase verfüge, die viele Lines poste, sei er auch von den Wortspielen beeindruckt gewesen. Dieses neutrale bis entspannte Verhältnis hielt offenbar nicht lange an.

"Der Grund, warum zwischen ihm und mir ein komischer Vibe entstanden ist, war, glaube ich, dass ich ihn ehrlich kritisiert habe, dass er nicht im Takt rappt. Ich dachte, Kollegah ist ein entspannter Typ, der sich darüber nicht aufregen wird, sondern es vielleicht sogar als Motivation sieht, um etwas zu verbessern. Vielleicht habe ich auch ein komplett anderes Taktgefühl als jeder andere, aber auf mich hat es damals so gewirkt", erklärt Savas.

Die Line von Kollegah auf Showtime Again ("Ey, ich sitz mit Laptop im Stadtpark/Schaue in mein E-Mail-Postfach: schon wieder Fanpost von Savas") habe er sportlich und als Witz aufgefasst. Ebenso sei von Kool Savas' die Kuck auf die Goldkette-Parodie 2007 bei MTV TRL ein Scherz gewesen: "Einige Lines aus dem Song wie 'Während ihr zähneknirschend resigniert/führe ich ein Übermenschendasein wie ein Regenschirm' oder 'Das meiste davon wurde verspielt so wie kleine Katzen' fand ich sehr gut."

Auch über Favorite war Kool Savas mit Selfmade Records verbunden. Fav war 2008 auf Kool Savas' Mammut RMX vertreten, sei aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht zum Videodreh erschienen, was Savas sehr schade gefunden habe. Im selben Jahr lieferte dieser einen Gastbeitrag auf Wunderschöner Tag für Favs Album Anarcho ab. Allerdings sorgte Favorite in Savas' Augen für die erste und wohl einzige Enttäuschung, die er durch Selfmade erfahren habe.

"Kurz darauf, zu einer Zeit, als Kollegah hin und wieder mal Sprüche gegen mich gebracht hat, wurde Favorite in einem Interview gefragt, wie er denn zu mir stehen würde, woraufhin er meinte: 'Neutral.' Davon war ich etwas irritiert, weil ich extra nach Düsseldorf gefahren bin und für das Feature (auf Wunderschöner Tag, Anm. d. Red.) nicht mal Geld verlangt habe. [...] Ich hatte mir da wohl etwas mehr Respekt und Wertschätzung gewünscht, dass jemand Stellung bezieht. Das hat Fav irgendwann vielleicht auch gemerkt, weil er in späteren Interview wieder positiver über mich geredet hat", berichtet Kool Savas.

Er habe den Werdegang von Selfmade zwar weiterhin verfolgt, doch es sei eine gewisse Distanz wegen des "leicht angek*****en Vibes" vorhanden gewesen. Zudem hätten Kollegah-Fans in dessen Lines überflüssiger Weise ständige Anfeindungen gegen ihn gesehen.

Danach kam es in Savas' Augen scheinbar zu einem Tiefpunkt bezüglich Kollegah: "Es gab mal eine Diskussion mit Franky Kubrick, in der er seinen Standpunkt klargemacht hat. Ich hatte den Eindruck, dass er danach eine sehr gechillte, eher defensive Rolle eingenommen hat. Aber als er und Farid das Konzert von Laas Unlimited besucht haben, war er für mich erst mal unten durch."

In darauffolgenden Telefonaten mit Elvir habe dieser stets versucht, die Rolle des Vermittlers einzunehmen. "Irgendwelche Moves" von Kollegah seien"nur Neckereien", was Savas verstehen müsse: "Ich habe dann immer gesagt, dass mir das auf Rap-Ebene vollkommen egal ist. Genetikk war der erste Selfmade-Act, den ich wirklich frei von Vorurteilen gefeiert habe."

Kool Savas hatte also eine turbulentere Vergangenheit mit Selfmade Records, als man zunächst vermutete. Sein Resümee? "Ich wünsche den Artists und dem Label alles Gute für die Zukunft - ganz gleich, wie stellenweise die Stimmung zwischen uns war."

Mehr Hintergrundstories findest du im Selfmade-Buch:

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Kommentare

Die beiden sind cool, nur einige Fans nicht...

Mammut Remix war schon 2008, nicht 2009, aber passt...

Danke für den Hinweis!

Voll die *****es.... heul heul... seid ihr Männer oder Mädchen?

Wer jammert und heult?

Kool Savas ist bis zum Tag an dem er stirbt der King of Rap und zusätzlich noch potenter als ein Ochse, wenn er stirbt dann zumindest mit dem Puller in 'ner *****. Wer kann das schon von sich behaupten? Er hat mehr für deutschen Rap getan als so manch anderer, nicht wahr Herr Blume??

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Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Bushido & Mois schließen Frieden: Beef ja, aber nicht mit dem Keller

Von HHRedaktion am 27.05.2020 - 13:18

Der lange eher subtil brodelnde Konflikt zwischen Mois und Bushido, der vor etwas weniger als zwei Wochen auf einmal sehr explizit wurde (hier nachlesen), ist offenbar erstmal ad acta gelegt worden. Beide Seiten haben nach einem wohl klärenden Telefonat versöhnliche Töne in ihren Insta Stories geteilt.

Frieden zwischen Mois & Bushido

In ihren Statements halten sich beide kurz und vage, aber stellen klar, dass "unnötige[r] Streit" aus der Welt geschafft wurde. Sie wünschen sich gegenseitig viel Erfolg. Bei Mois sieht das wie folgt aus und Bushidos Post findet ihr darunter:

"Habe gerade mit @moiskid telefoniert. Immer schön, wenn man sich ausspricht und merkt, dass man auf Augenhöhe unnötigen Streit aus der Welt schaffen kann. Viel Erfolg und bleib gesund." – Bushido

Ein Eingeständnis, dass er und Mois "auf Augenhöhe" agieren, hätte man vor einiger Zeit wohl kaum von Bushido erwarten können. Auch von Mois Seite erscheint die Versöhnung erstmal überraschend, aber es wird für beide Parteien der smartere Weg sein.

Mois spart sich seine Energie für wichtigere Projekte als Bushidos Albumpromo auf. Und Bushido dürfte kein Interesse daran haben, dass ein 1,6 Millionen Abos starker Keller an seinem Elfenbeinturm rüttelt.

Bushido kündigt "Sonny Black II" an

Abgesehen von seinem Entertainment-Faktor bis zum einem gewissen Level bedeutet Beef nämlich primär zwei Dinge: Stress und Aufmerksamkeit. Keiner weiß das so gut wie Bushido, dem Mois in seinem emotionalen Rant attestierte, er brauche für jede Promophase einen Beef.

Aufmerksamkeit hat Mois wie derzeit kaum eine andere Person in der deutschsprachigen Raplandschaft. Und Bushido hat mit minimalem Aufwand einen kleinen Knall provoziert, kurz bevor seine Promophase richtig losgeht. Denn natürlich erscheint ein neues Album: "Sonny Black II" soll am 11. September droppen und Mois wird nicht derjenige sein, über den der Berliner Taktiker seine Boxen an den Mann bringt.

Stattdessen legt Animus, der die Promo für die LP teilt und demnach daran beteiligt sein dürfte, wohl grade einige Lines gegen Fler und insbesondere Capital Bra zurecht. Der ehemalige EGJ-Artist hat nach der gemeinsamen Zeit genug Material gegen seinen kurzzeitigen Labelboss geliefert, das unbeantwortet im Raum steht.

Außerdem dürfte es der zähen Base, die sich 2020 immer noch auf Bushido-Alben freut, entgegenkommen, wenn der Berliner jemanden ins Visier nimmt, dessen Musik sie ohnehin niemals fühlen werden.


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