Im digitalen Wandel: Wie es zurzeit um den deutschen Musikmarkt steht

Der Bundesverband Musikindustrie hat die Zahlen aus dem Jahr 2017 veröffentlicht. Dabei zeigt sich: Der Markt verändert sich und das ist nicht nur positiv.

Knapp 1,6 Milliarden Euro Umsatz hat der Musikmarkt im Jahr 2017 verzeichnen können. Damit bleiben die Verkäufe zahlentechnisch fast stabil, bei einem minimalen Minus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Stabilität ist erstmal gut, Wachstum wäre aber natürlich besser, zumal der Markt in den vergangenen vier Jahren immer einen Anstieg der Zahlen verzeichnen konnte. 

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German Music sales 2017: audio streaming continues growth (+42.8%), physical recordings significantly less in demand. Total turnover €1.59 bn, marking slight decline of 0.3 % compared to previous year. Split physical/digital 53.4% / 46.6%. https://t.co/RDM9fGawjR @BVMI_music

Der Grund für die neue Entwicklung dürfte vor allem damit zusammenhängen, wie die Hörer mittlerweile Musik konsumieren. Aus der Auflistung des BVMIs geht hervor, dass das Streaming im letzten Jahr auf einen Marktanteil von 34,6 Prozent kam. Im Jahr 2016 lag diese Zahl noch bei 24,1 Prozent. Der digitale Wandel hat die Musikindustrie also voll im Griff, was sich eben auch im Rückgang der CD-Verkäufe widerspiegelt.

Mit einem Markanteil von 45,5 Prozent bildet die CD zwar noch das wichtigste Medium, im Vergleich zum Vorjahr hat sie aber ganze 8,4 Prozent verloren. Der Umsatz durch CDs ist von 855 Millionen Euro (2016) auf 720 Millionen Euro (2017) zurückgegangen. Das Problem daran erklärt BVMI-Chef Florian Drücke der Deutschen Presse-Agentur.

"Wenn der physische Markt schneller zurückgeht, als das digitale Geschäft es ausgleichen kann, beeinflusst das den Gesamtmarkt natürlich negativ."

Drücke kritisiert zudem, dass fast die Hälfte des Musik-Streamings in Deutschland über Plattformen wie YouTube laufe, ihr Umsatzanteil aber bei gerade mal 2 Prozent liege. 

Wie sehr das Streaming die Musikindustrie beeinflusst, zeigt sich natürlich auch, vielleicht sogar vor allem, im Rap-Genre. Der Anstieg hat dafür gesorgt, dass es mittlerweile nicht mehr unüblich ist, hohe Chartplatzierungen mit Singles zu erreichen. Mehr Geld verdienen die Künstler mit dem Streaming dabei allerdings nicht. Wohl eher im Gegenteil.

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