Nahright.com: A Conversation with Wendy Day (Pt. 1)

Sie soll am Verkauf von mehr als einer Milliarde CDs beteiligt gewesen sein. Damit spielt in einer Liga mit Diddy und Jay Z. Doch Wendy Day erfüllt nicht das Klischee eines Hiphop-Unternehmers. Statt männlich und schwarz, ist sie sichtbar weiblich und weiß. Statt ein Label zu führen, gründete sie eine gemeinnützige Organisation. Mit ihr will sie Rapper davor schützen, von Labels über den Tisch gezogen zu werden.

In ihrer Karriere arbeitete sie mit No Limits und Cash Money, Eminem und Machine Gun Kelly, Young Jeezy und Young Buck. Sie hat also einige Geschichten zu erzählen. Eine davon handelt von 2Pac und der Zeit, in der er wegen mutmaßlicher Vergewaltig ins Gefängnis ging: 

“Mehr als alles andere, war ich eine Freundin. Ich habe ihm geholfen, als er in New York war. Sein Gerichtsverfahren stand bevor. Er war grade angeschossen worden. Er brauchte Schutz, weil er nicht wusste, wer ihn ermorden wollte. Ich hatte das Gefühl, dass er in einer fremden Stadt alleine dasteht. 

Ich hatte Kontakt zur Fruit of Islam, dem paramilitärischen Teil der Nation of Islam. Ich bat einen Freund, der dort eine hohe Rolle einnahm, 2Pac zu beschützen, bis sein Gerichtsverfahren vorbei war. Es war klar, dass er verurteilt werden würde. Er war berühmt und hing mit den falschen Leuten rum. Es ging nur um die 24 Stunden bis zum Urteil. Es hat mich nichts gekostet, außer einen Anruf. Sie waren so freundlich, bei ihm zu bleiben und auf ihn aufzupassen.

Aus dem Gefängnis schrieb 2Pac mir dann einen Brief und dankte mir:

'Es fühlt sich gut an, jemanden zu haben, der so sehr Fan meiner Musik ist, dass er das für mich tut.'

Na ja, ich war kein Fan seiner Musik. Ich hielt ihn für ein ziemliches Arschloch. Ich schrieb ihm zurück:

'Ich bin kein Fan. Jedes Mal wenn ich dich in einem Club sehe, bist du laut und unausstehlich. Du ziehst Ärger an, weil du dich wie ein Arschloch verhältst. Es tut mir Leid, wenn ich deine Gefühle verletze. Ich wollte nur klarmachen, dass es mir nicht um deine Musik ging. Ich habe das gemacht, weil ich das Gefühl hatte, dass du alleine und schutzlos bist. Niemand sollte alleine und schutzlos sein.'

Er schrieb mir zurück:

'Gott. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so ehrlich war. Ich bin ähnlich und die meisten Menschen kommen damit nicht klar.'

Ich dachte mir: Da hat er Recht. Ich verlor dauernd Freunde, weil ich ihnen sagte, was ich denke und fühle. Mit zunehmendem Alter bin ich diplomatischer geworden. Aber im Kern bin ich noch genauso. Ich sage Leuten, was sie nicht hören wollen und wenn sie nicht damit klarkommen: Pech.”

Sinngemäß übersetzt von A Conversation with Wendy Day (Pt. 1) auf nahright.com.

Hintergrund:

2Pac war angeklagt worden, gemeinsam mit anderen eine Frau vergewaltigt zu haben. Sie hatte ihn in seinem Hotelzimmer besucht. 2Pac bestritt die Vorwürfe. Am 30. November 1994, einen Tag vor der Verhandlung, wurde er in der Lobby der Quad Recording Studios in Manhattan fünf mal angeschossen. Drei Stunden nach der folgenden Operation verließ er gegen den Rat der Ärzte das Krankenhaus. Er erschien im Rollstuhl vor Gericht. Dort wurde er zu anderthalb bis viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Im Oktober 1995 wurde er entlassen: Suge Knight hatte 1,4 Millionen Dollar Kaution hinterlegt.

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Erste Details zu neuer 2Pac-Doku veröffentlicht

Erste Details zu neuer 2Pac-Doku veröffentlicht

Von Michael Rubach am 07.08.2019 - 11:36

Im Rahmen einer Pressetour von FX Networks sind erste inhaltliche Details über die bevorstehende 2Pac-Doku des "The Defiant Ones" Regisseurs Allen Hughes veröffentlicht worden. Das vorher noch unbetitelte Projekt wird "Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" heißen und auf dem eingangs erwähnten Pay-TV-Sender zu sehen sein.

"Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" erzählt eine Mutter-Sohn-Geschichte

Die Pressemitteilung spricht von der Doku als "filmreifes Fernsehereignis", das uns da bevorsteht. Die fünfteilige Serie beleuchtet nicht nur das Leben von 2Pac, sondern schaut ebenso auf die bewegte Geschichte seiner Mutter Afeni, die als Bürgerrechtlerin und in der Black Panther Party aktiv war. Menschen, die sowohl Afeni als auch Tupac Shakur nahegestanden haben, sollen in der Doku zu Wort kommen und intime Einblicke zu Tage fördern.

"'Outlaw [...] ist ein Porträt des inspirierendsten und gefährlichsten Mutter-Sohn-Duos in der amerikanischen Geschichte, dessen vereinte Botschaft zu Freiheit, Gleichheit, Verfolgung und Gerechtigkeit heute wichtiger ist als je zuvor"

Allen Hughes hat mit 2Pacs kompletten Nachlass gearbeitet

Regisseur Allen Hughes zeigte in "The Defiant Ones", dass er es versteht, besondere Beziehungen aufzuarbeiten. Sein preisgekröntes Werk erzählt von der Partnerschaft und Freundschaft zwischen Dr. Dre und Jimmy Iovine. Hughes kann darüber hinaus auf persönliche Erfahrungen mit 2Pac zurückblicken. So stammt etwa das Musikvideo zu Pacs "Brenda's Got A Baby" von ihm.

Die ungefilterte Vision von Allen Hughes bleibt der Öffentlichkeit aber wohl vorenthalten. In einem Interview mit The Wrap erklärte er, dass das Verhältnis mit den Nachlassverwaltern von 2Pac freundschaftlich sei und vermutlich noch einige Änderungswünsche in die endgültige Version einfließen werden. Der Regisseur hatte dafür erstmalig Zugriff auf den kompletten Nachlass von 2Pac.

Der Ausstrahlungstermin für "Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" soll in den nächsten Monaten bekanntgegeben werden.


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