Empörung über Preis für Kollegah & Farid Bang: ECHO-Veranstalter zieht Konsequenzen

Die diesjährige ECHO-Verleihung stand ganz im Zeichen von Kollegah und Farid Bang – und der Empörung vieler, die die beiden für nicht preiswürdig hielten. Nachdem das "JBG"-Team vergangenen Donnerstag schließlich ausgezeichnet wurde und noch während der Veranstaltung mit Toten Hosen-Sänger Campino aneinander geriet, kündigte der Bundesverband Musikindustrie nun Konsequenzen an.

Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, äußerte in einem Statement:

"Im Zuge der aktuellen Debatte mussten wir erkennen, dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das den Preis in ein falsches Licht rückt. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wir möchten an dieser Stelle in aller Deutlichkeit sagen, dass auch wir als Verband und Veranstalter des ECHO jede Art von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Gewaltverherrlichung ablehnen. Die Art und Weise der öffentlichen Befassung mit der Auszeichnung des Albums führte zu einer Welle der Betroffenheit, die uns sehr bestürzt und die den Preis überhöht und zugleich überfordert."

Die Konsequenz daraus sei, dass die Preisvergabe von Grund auf erneuert und überarbeitet werden müsse. Obwohl in den letzten beiden Jahren bereits eine Jury mitentscheiden durfte, spielten die Verkaufszahlen beim ECHO bisher immer eine übergeordnete Rolle. Wie man in Zukunft bei Nominierungen und Auszeichnungen verfahren wolle, darauf gibt der BVMI noch keine Antwort.

Zunächst wolle der Verband die vom Ethikbeirat "angeregte Diskussion um die Kunstfreiheit und ihre Grenzen" weiterführen, da es sich dabei um ein wichtiges gesellschaftliches Thema handele. Das komplette Statement des BVMI gibt es hier zu lesen:

ECHO | Kollegah & Farid Bang-Special

„Der Publikumspreis ECHO ist - bis auf ausgewählte Kategorien, wie beispielsweise das Lebenswerk und der Preis für soziales Engagement - das Ergebnis von Verkäufen und einer darauf folgenden Juryabstimmung. In strittigen Themen rufen wir den unabhängigen ECHO-Beirat an, der sich im aktuellen Fall mehrheitlich gegen einen Ausschluss entschieden hat.

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Kommentare

Hab da ne super idee, einfach diese rotzveranstaltung abschaffen, damit ist allen geholfen

Von wem?

Die kranke Musik ist halt nur was für gottlose Leute, die Massenmörder Mohammed als Propheten haben.

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Morten, Plusmacher, Sinan-G, Booz & mehr im Deutschrap-Update

Morten, Plusmacher, Sinan-G, Booz & mehr im Deutschrap-Update

Von HHRedaktion am 07.02.2020 - 13:58

Wie jeden Freitag findet ihr auch heute wieder eine bunte Palette an Neuzugängen, die heute in der deutschsprachigen Rapwelt gelandet sind. Mit dabei sind unter anderem der Plusmacher, Morten (3x), Money Boy, Farid Bang mit Kollegah und Fler, Greeny mit OG Keemo, Sero El Mero und viele mehr:

Allen voran steht natürlich das Trio im Fokus, das vor ein paar Jahren noch undenkbar war: Farid Bang versammelt erstmals Kollegah und Fler auf einem Song. Der Beat von Kyree und Deats lässt allen drei Rappern Platz, ihre eigene Note in den Song zu bringen und geht ordentlich nach vorne.

Die gleiche Marschrichtung – allerdings in einem ganz anderen Sound-Gewand – gibt es heute beim Hamburger Booz mit "Drip Check". Material, zu dem man bestens durch den Moshpit bouncen kann. Unser Tipp des Tages. Zeitgemäßen Abriss machen außerdem Greeny und OG Keemo mit ihrer neuen Nummer "Schwör ma" möglich.

Bei Sinan-G und dem jungen Künstler Milano gibt es währenddessen eine Mischung aus Rap und Pop, aus Deutsch und Französisch, die mit modernem Westcoast-Vibe von Rocks inszeniert wird. In eine ähnliche Kerbe schlägt der neue Plusmacher-Song "Wo sind meine Fische", der auf französische und poppige Einflüsse verzichtet, aber dafür umso mehr die Nackenmuskulatur stimuliert.

Der Wochenbeste ist Morten, aus dessen neuem Tape "Escape The City (Level 1)" wir gleich drei Songs in unserer Playlist platziert haben. Bei "Frio" hat er den Kölner Lugatti an Bord, mit "Violett" liefert er solo tanzbar-verträumten Sound und in "Hartz V" mit Opti Mane trifft 90er Dirty South auf Berlin 2020.

Apropos 90er: Bei Benyo51 von der Schälsick gibt es heute Boombap auf EP-Länge mit jeder Menge kölschem Humor. Für authentischen Rap von der Straße sorgen aber auch Bangs von der Army Of Brothers mit Ulysse ("Das Selbe"), Jaill ("24 Tanquerays") oder Erabi und Jam ("Unter Druck").

Soweit der wöchentliche Sneak Peek in unser Playlist-Update. Neben den genannten gibt es noch einige andere Songs zu entdecken, also pickt hier euren Streaming-Anbieter und checkt die gesamt "Groove Attack" ab!


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