6 Fragen, die die Leute ständig über die 187 Strassenbande stellen

Ein altes Sprichwort besagt: Man kann nicht alles wissen. Zum Glück gibt es ja Google. Die Tatsache, dass täglich etwa 100 Millionen Suchanfragen aus Deutschland über den Online-Dienst gestartet werden, haben wir uns kurzerhand zunutze gemacht und mal geguckt, was eigentlich die meistgegoogelten Fragen über die 187 Strassenbande sind.

Dank der automatischen Vervollständigung lässt sich durch Satzanfänge wie "Ist Gzuz..." und "Hat Bonez..." ganz leicht herausfinden, was die Fans über die Hamburger Crew wissen wollen.

Wir haben ein paar der interessantesten Fragen herausgesucht und versucht, diese für euch zu beantworten. 

1. Ist die 187 Strassenbande Platin gegangen?

Obwohl Bonez MC im großen Backspin-Interview (hier ansehen) erklärt, er halte nicht viel von Gold- und Platin-Platten, scheinen sich doch enorm viele Leute für den Erfolg der 187 Strassenbande zu interessieren.

Um die Frage zu beantworten: Die 187 Strassenbande als solche hat, soweit bekannt, mit noch keinem Release Platin-Status erreicht. 187-Mitglied Bonez MC allerdings schon.

Sowohl das Album Palmen aus Plastik mit Kollege RAF Camora als auch die beiden Singles Palmen aus Plastik und Ohne mein Team haben Platin-Status erlangt. Was wiederum bedeutet, dass auch 187-Member Maxwell Platin-Rapper ist. Schließlich ist er auf Ohne mein Team mit einem Feature-Part vertreten.

Übrigens kann auch Gzuz eine Platin-Single verzeichnen: Der Beginner-Track Ahnma, auf dem Gzuz vertreten ist, hat ebenfalls bereits Platin-Status erreicht.

ohne worte

53.2k Likes, 145 Comments - Bonez MC (@bonez187erz) on Instagram: "ohne worte"

2. Wer von der 187 Strassenbande war/ist im Knast?

Gute Nachrichten: Zurzeit befindet sich kein Mitglied der 187 Strassenbande hinter Gittern. Beim diesjährigen Rock am Ring-Auftritt der Crew äußerte Bonez:

"Es ist lange her, seitdem wir alle zusammen auf einer Bühne standen. Immer war irgendeiner im Knast. Jetzt sind wir alle komplett. LX hat abgesessen, Gzuz hat abgesessen. [...]"

Womit wir auch schon bei der nächsten Frage wären: Welches 187-Mitglied hat denn bisher schon eingesessen?

Bekannt ist, dass Gzuz wegen "räuberischen Diebstahls" im Oktober 2010 inhaftiert wurde. Im Jahr 2013 wurde er entlassen. Zudem wanderte auch LX bereits ins Gefängnis. Mehrere Gewaltdelikte sollen der Grund dafür gewesen sein, dass er Mitte 2015 zunächst in Untersuchungshaft saß, später zu 22 Monaten Haft verurteilt wurde. Seit Ende 2016 ist LX jedoch wieder auf freiem Fuß.

Gegenüber Niko von der Backspin äußerte er zudem, dass er noch etwa drei Jahre auf Bewährung vor sich habe.

3. Hat Bonez MC einen Führerschein?

Autos gibt es bei der 187 Strassenbande nicht zu knapp. Der Fuhrpark wächst und wächst. Auf Fotos und in Videos sieht man Bonez MC allerdings nie am Steuer. Liegt das daran, dass man beim Fahren schlecht seine Instagram-Story fortführen kann? Oder hat der 187-Gründer tatsächlich keinen Führerschein?

Ende 2016 veröffentlichte Bonez eine Liste mit guten Vorsätzen für 2017. Punkt 5:

"Evtl. Führerschein machen"

Sieht nicht so aus, als wäre Bonez in der ersten Jahreshälfte dazu gekommen, sich in der Fahrschule blicken zu lassen. Mit der überdimensionalen Palmen aus Plastik-Tour und dem gerade erschienen Sampler 4 hatte er vermutlich auch alle Hände voll zu tun.

Vielleicht wird's ja trotzdem noch was mit dem Lappen bis 2018...

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Kommentare

Im einen Satz ist er Kanadier, im anderen Amerikaner. Wat denn nu?

Das schließt sich nicht aus. Das Land Kanada gehört zum  Kontinent Nordamerika. ;)

Bonze hat zwei Wohnungen gekauft für jeweils 1 Millionen Euro und dann hat er ein Vermögen von 500000 oder was

Deine Meinung dazu?

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Frauenverachtung in Raptexten: Initiative will Hate Speech bekämpfen

Frauenverachtung in Raptexten: Initiative will Hate Speech bekämpfen

Von Michael Rubach am 27.02.2020 - 14:38

Gewalt gegenüber Frauen ist in den letzten Jahren mehr und mehr aus dem Privaten in die Öffentlichkeit gebracht worden. Die Initiative #unhatewomen setzt diesen Weg konsequent fort und knöpft sich die Inhalte von Rapmusik vor – auch Sprache ist schließlich eine Form Gewalt.

Frauen lesen Texte von Gzuz, Al-Gear, Farid Bang & mehr

In einem reduzierten Setting tragen verschiedene Frauen Textzeilen deutscher Rapstars vor. Ohne Flow oder Kontext erscheint diese Darbietung unwahrscheinlich hart und soll mutmaßlich genau diese Wirkung entfachen.

Einen doppelten Boden gibt die oftmals zur Schau gestellte Einstellung von Al-Gear oder Gzuz auch nicht wirklich her. Gerade wenn Schläge, Vergewaltigungsfantasien ohne einen erkennbaren Filter in erfolgreichen Tracks auftauchen, zieht sich der Magen zusammen. Diese hirnverbrannten Ansichten zu benennen und als solche herauszuarbeiten, schaffen die Macher von #unhatewomen mit einfachen Mitteln.

#unhatewomen: Guter Ansatz – fehlende Differenzierung

Doch nicht jeder hervorgeholte Text trifft ins Schwarze. Wir müssen hier zwischen zwar grenzwertigem, aber klarem Humor und ernstzunehmendem S*xismus differenzieren – insbesondere mit Blick auf die Hörer. Finch Asozial wird (auch aus Eigeninteresse) wohl kaum "Glassplitter" ins Gleitgel mischen. Und ebenso ist bei anderen Rappern die Ironie oftmals eindeutig. Wer allerdings den Postillon oder die Titanic für Fake News verantwortlich machen will, wird sich ebenfalls an allen möglichen Deutschrappern und ihrem S*xismus abarbeiten können.

K.I.Z in eine blutrünstige Hassband zu verwandeln, weil sie in "Ein Affe sound ein Pferd" die "Messerklinge in die Journalisten-Fresse" rammen, wäre ähnlich fatal. Solche selbstredend brutalen Auszüge führen zu keinen mordlüsternen Hörern. Pipi Langstrumpf-Referenzen und viele weitere moralfreie Übertreibungen lassen stets erkennen, dass die "menschenverachtende Untergrundmusik" auf sarkastischen Beinen steht. Bei K.I.Z hat die Bild seinerzeit reflexartig eine Gruppe linksradikaler Gewaltverherrlicher heraufbeschwören wollen. Solche Kurzschlüsse sollte #unhatewomen vermeiden.

Bild über #wirsindmehr: Wieso die Hass-Debatte um K.I.Z gefährlich ist

Die #wirsindmehr-Veranstaltung, die am Montag in Chemnitz stattfand, wurde überwiegend als das gefeiert, was sie war: eine Party gegen Rassismus und alle Formen von Menschenfeindlichkeit, die allerdings nur ein Anfang sein kann. Es waren Momente, die den Fans vor Ort und denen, die vor den Streams hockten, Hoffnung gaben.

Die Sprache im Rap war schon immer hart. Dieses Element des künstlerischen Spiels sollte nicht in Abrede gestellt werden. Da, wo sich der Witz jedoch nicht erschließt oder direkt im Hals stecken bleibt, ist es allzu richtig, den Finger in die Wunde zu legen. Diese Hate Speech kann fortan mit #unhatewomen ins Visier genommen werden. Ziel sei die "Bekämpfung und Strafverfolgung von Hasskriminalität gegen Frauen und Mädchen im Internet", wie es auf der Website der Initiative heißt.

Solche sprachlichen Grenzüberschreitungen sind gerade im deutschen Rap sicher keine Einzelfälle. Wo diese Grenze letztendlich liegt und wo der Humor ausgereizt ist, muss jeder für sich selbst beantworten. Dabei kann auch #unhatewomen nicht helfen. Dafür macht die Kampagne ein offensichtliches Problem sichtbar und trägt hoffentlich dazu bei, die Sensibilität bei der Hörerschaft zu erhöhen. Durch die gewählten Beispiele erweckt die Initiative hier und da einen pauschalisierenden Eindruck, wo ein wenig mehr Differenzierung nötig gewesen wäre.


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