Jack Orsen räumt mit Lügen in seinem Wikipedia-Artikel auf

Jack Orsen gehört als Mitglied der Rapgruppe M.O.R. (die Masters of Rap) zu den Pionieren des deutschen Battleraps. Weitere bekannte Mitglieder der 1996 gegründeten Gruppe waren unter anderem Kool Savas, Melbeatz, Fumanschu und Taktloss.


Jack Orsen korrigiert seinen erfundenen Lebenslauf

Nach über 17 Jahren gab es ein Comeback von Jack Orsen: Am 16. April releaste er sein Album „Raproboter“, welches zahlreiche Features von (ehemaligen) M.O.R. Mitgliedern beinhaltet. Vor einigen Tagen sprach er in einem Interview mit Rooz nicht nur über sein nostalgisches Comeback. Im Gespräch räumt er auch mit frei erfundenen „Fakten“ über sich auf, die er vor vielen Jahren selbst auf Wikipedia veröffentlicht hat und welche teilweise bis heute noch auf der Webseite zu finden sind.

Laut Wikipedia heißt Jack Orsen bürgerlich Nikolai Poptrandov und hat als Sohn einer ungarischen Familie in Georgien und LA gelebt, bevor er nach Berlin zog. Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Nikolas wurde nämlich, wie er Rooz erzählt, als Sohn eines griechischen Vaters und einer mazedonischen Mutter in Berlin geboren. In LA hat er auch nicht gelebt, er fand es schlicht und einfach witzig, spannende Infos über sich selbst zu verbreiten.

Wikipedia „kannste nicht vertrauen“

Er schrieb damals auch in seinen Wikipedia-Artikel, dass er in der zweiten Liga beim FC Meppen gespielt habe, dabei war er lediglich Fan der Mannschaft. „Alle meine Wünsche stehen da“, so Orsen. Auf die Frage, seit wann die falschen Informationen schon auf Wikipedia zu finden sind, antwortet Jack:

„So 2000 oder so hab' ich mich dann beim Royal Bunker mal hingesetzt und dann habe ich einfach überlegt, mal was zu schreiben. [...] Das einzige, was stimmt, ist dass ich 'nen bulgarischen Nachnamen habe, aber ich bin Grieche und Halb-Mazedonier.“

Viele Hiphop Fans werden aber wohl kaum traurig darüber sein, dass sein Wunsch, Fußballer zu werden, nicht in Erfüllung gegangen ist. Sonst hätte es die legendäre Formation M.O.R. womöglich nie in ihrer bekannten Form gegeben und das aktuelle Album „Raproboter“ wäre vielleicht auch niemals erschienen.


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Kommentare

Dass da Müll im Artikel war, ist seit 2006 in der Wikipedia vermerkt und auch zurückgesetzt worden. Also fair bleiben und irgendwelchen Goo...-****** am Schirm nicht als "die Wikipedia" bezeichnen.
Übrigens: wer Lesen UND DENKEN kann is' klar im Vorteil. Und dass eher an wichtigen Artikeln gearbeitet wird, als an C-Promi-Promo-Müll geht ja auch voll klar.

In /Diskussion\ zum Artikel:
Die biographischen Infos dieses Artikels waren überwiegend falsch und gehen wohl auf die gefakte Künstlerinfo von Royalbunker zurück [1] ;-). Die grenzdebilen Redakteure von laut.de sind übrigens auch drauf reingefallen [2]. Das kommt davon wenn jeder von jedem abschreibt. Westberlin 13:30, 18. Apr 2006 (CEST)
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Jack_Orsen

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Rooz gewinnt vor Gericht gegen Bushido

Rooz gewinnt vor Gericht gegen Bushido

Von HHRedaktion am 23.08.2021 - 15:00

Rooz hat vor Gericht gegen Bushido gewonnen. Wir haben mit Rooz, der bei Hiphop.de jahrelang die Show #waslos moderierte, kurz über das Urteil und die Vorgeschichte gesprochen.

Am vergangenen Donnerstag hatte sich Bushido vor Gericht verantworten müssen. Rooz hatte gefordert, dass Bushido ihn nicht mehr aufgrund seiner angeborenen Krankheit beleidigen darf. Es ging dabei um eine Reihe von Disses, in denen Bushido sich unter anderem auf Gene und Genetik bezogen hatte. Das Gericht gab Rooz recht. Verstößt Bushido gegen das Urteil, droht ihm eine Geldstrafe von bis zu 250.000 €.

Rooz gewinnt Prozess gegen Bushido

Rooz hatte sich bezüglich verschiedener Lines mit einem Eilantrag an das Landgericht in Essen gewandt. Unter anderem ging es um den Track "Blei" aus dem letzten Jahr, den Trailer zu Bushidos DVD "SB2", in dem der Song zu hören war und um die kürzlich erschienene Single "King Sonny Black". Auf Letzterer hatte Bushido Rooz als "Missgeburt" bezeichnet. Dies wurde ihm nun untersagt.

Aufgrund Rooz' angeborener genetischen Stoffwechselkrankheit würde Bushido mit seiner Zeile die Grenzen der Kunstfreiheit sprengen, entschied das Landgericht. Dies sei ein klarer Eingriff in die Menschenwürde, da ähnlich wie im Nationalsozialismus einem Behinderten das menschliche Dasein abgesprochen würde. Der Gerichtssprecher erklärte, dass dem Gericht bewusst sei, dass es sich bei dem Song um Rap handele und dort andere Maßstäbe gelten würden, doch auch die seien hier überschritten worden. So erklärte der Vorsitzende: 

"Der Rap ist eine spezielle Kunstform, die von Grenzverletzungen lebt. Die juristische Frage ist: Wie weit darf die Kunst gehen."

Dies gelte grundsätzlich nicht nur für das Wort "Missgeburt" sondern auch für die anderen Beleidigungen gegenüber Rooz. Da es sich hier aber um einen Eilantrag handelte, könne man sich nur auf den neuesten Track beziehen. Die Formalia setzen für einen Eilantrag nämlich voraus, dass die Rechtsmittel innerhalb von zwei Monaten nach der beanstandeten Handlung eingesetzt werden. Bei dem Trailer sowie bei der Single "Blei" sei eine besondere Eilbedürftigkeit nicht mehr gegeben.

Bushido disst für Amazon-Promo, Fler zum Spaß

Nachdem Fler auf musikalischer Ebene bisher einen ziemlich einsamen Kampf gegen Bushido geführt hat, ist diese Zeit nun vorbei. Der EGJ-Boss disst auf seiner Single "Blei" - nicht zuletzt als Promo für Geldgeber Amazon - unverblümt zurück. Fler hat diesen nach der Ankündigung von "Sonny Black II" absehbaren Schritt antizipiert.

Beleidigt Bushido Rooz in Zukunft wieder auf diese Weise, droht ihm eine Geldstrafe von bis zu einer Viertelmillion Euro. Gegen die Lines, die aus formalen Gründen nicht mehr beanstandet werden können, kann Rooz des weiteren strafrechtliche sowie zivilrechtliche Schritte in einem Hauptsacheverfahren einleiten.

Wir haben uns mit Rooz über das Verfahren unterhalten und ihn zunächst gefragt, was seine Beweggründe dafür waren, den juristischen Weg zu wählen. Er erläutert, dass es auch für ihn eine Ausnahmesituation gewesen sei:

"Es geht nicht einfach um die Beleidigung ‘Missgeburt’. Bushido hat seit seiner Trennung von Arafat angefangen, nur noch mich zu beleidigen – nicht mehr seine Kontrahenten. Anfangs habe ich das sportlich gesehen, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es nur noch darum geht, auf meine Krankheit zu verweisen. Als er anfing, von Genen und Genfehlern zu rappen, um mich zu diffamieren, war für mich eine Grenze überschritten."

Rooz sagt, rechtliche Schritte hätte er trotzdem nicht bei jedem eingeleitet: 

"Normalerweise würde man gerade in der Hiphop-Szene den Rechtsweg vermeiden, weil Battlen und Beleidigen zum Sport unserer Hiphop-Kultur gehört. Aber seit ich in der Szene aktiv bin, bekomme ich mit, dass Bushido gegen andere gerichtlich vorgeht. Er hat zwei Sachen in die Szene gebracht: Rücken und Anzeigen. Deshalb konnte früher niemand gegen ihn gewinnen. Mit Bushido ist das kein Sport, er ist ein Unterdrücker. Ich habe auch keine Möglichkeit gesehen, mich privat mit ihm zu einigen. Ich überlegte also, was ich machen könnte und bin dann zum Anwalt gegangen.” 

Bei der Frage, ob er zufrieden mit dem Ausgang des Verfahrens sei, hat Rooz gemischte Gefühle, weil weitere Forderungen mit einem Eilantrag nicht mehr durchgesetzt werden konnten:

"Schwer zu beantworten. Ich bin nicht ganz zufrieden, weil mich sein Nazi-Jargon mit dem Gerede über Gene mehr gestört hat als das Schimpfwort, das ihm jetzt verboten wurde. Aber da bin ich leider an einer Formalie gescheitert.” 

"Ich glaube, es war wichtig, ihn auf seinem eigenen Spielfeld zu schlagen. Bushidos Karriere haben zwei Namen stetig begleitet: Arafat und Bezzenberger [die Kanzlei, die Bushido vertritt]. Mit diesen Namen hat er meiner Meinung nach über Jahre hinweg eine Angstsituation erschaffen. Es war mir wichtig, diesen Angst-Mythos zu brechen, um den Leuten zu zeigen, dass er ein ganz normaler Versager ist. Dafür musste ich ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen."


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