Mir ist langweilig, und da dachte ich, ist es mal wieder Zeit für einen schönen Thread im World Music & Diverse-Forum (danke dafür, dass es dieses Forum nocht gibt, deswegen bin ich ja noch hier ;-)).

Montag, den 2. Mai kam endlich das neue Nine Inch Nails Album "With teeth" 'raus. Da ich sowieso ein NIN-Freak bin, war es keine Überrschung für mich, dass es eine absolute Granate ist. Für jeden ist etwas dabei. Für die Leute, die seit der Stunde 0 dabei sind (Erstes Album: "Pretty Hate Mashine"), mit Songs wie "Only" (zweite Single nach "The hand that feeds"). Wer auf absolute Härte a la "The Downward spiral" (Zweites Album mit bekannter Hit-Single "Closer") steht, dem ist mit "You know what you are?", "Getting smaller" oder der "Hurt"-ähnlichen Ballade "Right where it belongs" gut beraten. Für mich ist das Album aber eine Weiterentwicklung von "The Fragile" (Das dritte Studio-Album), eben mit Einflüssen der PHM und der TDS. Nur noch eine Stufe weiter, vielleicht sogar eine Stufe besser.
Egal, denn für mich bewegen sich alle vier Alben auf etwa einem Qualiätsniveau, trotzdem muss man nicht lange nach Unterschieden suchen.

Am 15. Juni sind NIN (Vorband: The Dresden Dolls) in Berlin zu Gast. Ich werde auch kommen (obwohl ich an dem Tag Klausur habe ;-)).
Live-Besetzung der Band (ansonsten besteht NIN nur aus Trent Reznor: Aaron North (Guitar), Alessandro Cortini (Synthies), Jerome Dillon (Drums), Twiggy Ramirez aka Jeordie White (Ex-Marily Manson-Mitglied, Bass) & eben Trent Reznor.

Hier mal meine (mittlerweile wieder etwas veränderte) amazon.de-Review von der neuen Platte:

All the love in the world
Einfach ein perfekter Track. Vorallem der kleine Break gegen Ende ist richtig cool. Musikalisch positiver Song, macht Spaß, super Opener. Regt zum mitsingen an und weckt Erinnerungen an das Mini-Album "Still".
10 / 10

You know what you are?
Krasser Chorus, fast noch bessere Parts mit genialen Drums. Super Solo am Ende mit schönem Piano, leider insgesamt etwas kurz geraten. Kann's kaum erwarten diesen Song live zu hören.
9,5 / 10

The collector
Der schwächste Song auf "With teeth". Chorus und Parts sind zwar absolut ok, aber irgendwie spricht mich das Ganze trotzdem nicht wirklich an. Das spät einsetzende Piano überzeugt allerdings richtig.
7,5 / 10

The hand that feeds
Sehr guter Rock-Song mit ganz leichten Industrial-Einflüssen, denn die Synthies machen es erst richtig zu einem klasse Track. Geht gut ins Ohr. Trotzdem einer von zwei Songs auf dem Album, die nicht "outstanding" sind. Trotzdem gute Wahl als erste Single. Beinhaltet eine expressive Message.
9 / 10

Love is not enough
"We cover ourselves with lies!"
Schon komisch. Als ich vor ein paar Monaten die Tracklist las, war ich doch ein wenig überrascht. Zwei mal "love" in Songs. Total NIN-untypisch. Doch schnell wird klar, dass sich auch "Love is not enough" als Kracher erweist. Cooler Text, verdammt geile Gitarren, vorallem das extra Solo gegen Ende rockt.
9,5 / 10

Every day is exactly the same
Episch. Grandios. Schwer zu beschreiben, selber hören und genießen. Fragile-like mit PHM-Einflüssen (Die Synthine-Bass-line!).
10 / 10

With teeth (Text im "Sad songs" Thread)
Der Chorus ist zunächst gewöhnungsbedürftig ("A-With-a-teeth-a"), aber jetzt finde ich, dass es einfach passt. Die Parts rocken ungemein, der Text über seine Alkoholabhängigkeit ist genial. Super Break mit Piano und dann der krasse wiederkehrende Gitarrenpart mitten ins Piano 'rein, einfach unglaublich. Sein Textfazit klingt aber (leider) etwas traurig.
"She will not let you go ... keeps holding on."
10 / 10

Only
"Cool" ist das Wort, das "Only" wohl am besten beschreibt. Weniger Disco, als ich dachte, mehr in Richtung "Pretty hate machine", nur fortgeschrittener. Dauert ewig bis der Chorus kommt. Bis es soweit ist, probiert Trent alle Möglichkeiten einer Gitarre und eines Synthesizers aus, einfach klasse. Auch schreitet Reznor durch diesen Song aus seinem Jammertal (stand wegen Liebeskummer kurz dem Selbstmord, siehe "The Downward spiral") und tönt selbstbewusst: "There is no fucking you, there is only me!"
10 / 10

Getting smaller
Sicherlich umstrittener Song. Recht punkig, aber klasse Drums und Gitarren. Gut ins Ohr gehender Chorus, einfach ein Song, der rockt und der meinen persönlichen Geschmack (in Sachen Punk, nicht im NIN-typischen Stil) trifft. Hier sind die Dave Grohl Einflüsse (Frontmann der Foo Fighters, Ex-Nirvana Mitglied, drummte bei einigen Songs) wohl am besten 'rauszuhören.
9,5 / 10

Sunspots
Dieser Song ist ein Meisterwerk geworden.
"Sunspots cast a glare in my eyes ... sometimes I forget I'm alive ...", wunderbar. Der Song beginnt ruhig, wird dann aber richitg kraftvoll, wenn Trent die altbekannte Liedzeile "Nothing can stop me now!" hinausschmettert. Die Synthies im Chorus machen daraus einen immer wiederkehrenden Ohrwurm.
10 / 10

The line begins to blur
Verdammt geiler Gegensatz (und Übergang!) zwischen Part und Chorus. Vom Industrialsong zum melodiösen Gefühlssong. Dieser Track beinhaltet beides. Sehr schönes Solo gegen Ende (das ich mir aber durchaus noch etwas länger gewünscht hätte).
10 / 10

Beside you in time (Text im "Sad songs" Thread)
Für mich der beste NIN-Song aller Zeiten. Wahnsinniger Spannungsaufbau bis zum Herausknarren der Gefühle in überwältigender verzerrender Gitarrenform. Unbeschreiblich schön. Hätte 11 Punkte verdient gehabt. Der total elektrisiernde Wahnsinn.
"We will never die ... beside you in time."
10 / 10

Right where it belongs
Noch schöner als "Hurt". Wunderbares Piano, sehr gute Entwicklung des Songs (man achte auf die Stimme!). Genialer Text. Der Übergang vom Herzschlag des Albums "Beside you in time" zum ruhigen Albumausklang ist mehr als gelungen!
10 / 10

Home
Der Bonus-Song der limited edition. An sich ein exzellenter Song. Einziges Manko: Trents schiefer Gesang zu Beginn, der mir nicht ganz zusagt (obwohl gewollt). Ansonsten wunderbar, zum mitfühlen. Ein mehr als würdiger Abschluss einer genialen Platte.
9 / 10

Fazit:
Trent Reznor ist wieder ein Meisterwerk gelungen. Dieses Mal steht nicht Verzweiflung, sondern eher Bewältigung von Problemen und ein neuer Anfang mit positiver Grundeinstellung im Vordergrund. Aber durchaus finden sich auch Songs auf "With teeth", die wieder einen gewissen Touch der Verzweiflung in sich tragen. Das zeigt, dass Trent zwar versucht mit der Vergangenheit abzuschließen, es ihm aber schwer fällt und es ein lang andauernder Prozess ist. Musikalisch steigert sich das Album immer weiter bis zum absolut genialen Abschluss. Einzig die Spielzeit scheint mir doch ein wenig kurz. Ein, zwei Songs mehr hätten sicher auch nicht geschadet. Aber wenn in weniger als zwei Jahren schon ein Nachfolger präsentiert wird, dann bin ich auch sehr zufrieden. Die Experimente ("positive" Songs, Touch anderer Musikstile, vermeintlicher Pop-Einfluss, Dave Grohl, ein "politischer" Song) sind absolut geglückt. Mehr davon!

10 / 10

Auf http://www.nin.com gibt's übrigens Video-Snippets zu einzelnen Songs, sowie das komplette Musik-Video von "The hand that feeds".

Woher ihr NIN kennen könntet? Vielleicht kennt ihr "Closer" ("I wanna fuck you like an animal!"), dessen bekannte Liedzeile Fred Durst klaute, um einen seiner Songs zu einem NIN-Diss-Track zu machen (als Antwort auf "Starfuckser, inc."). Vielleicht von "Hurt", das Johnny Cash mit 70 Jahren erfolgreich coverete. Oder ihr seid einfach Amerikaner oder Engländer, da sind NIN nämlich um einiges erfolgreicher als in Deutschland. ;-)

Antworten

WOW

Da hat sich mal einer Mühe gegeben.
Werd in das Album auf jeden Fall mal reinhören, find die Band nämlich ganz dufte. Abgesehen davon, haben wir Trent Marylin Manson zu verdanken ;-)

A propos MM: seit wann ist denn Twiggy bei NIN dabei? Ist mir irgendwie entgangen.


Zitat von SaMcee:
[...]Vielleicht von "Hurt", das Johnny Cash mit 70 Jahren erfolgreich coverete.[...]

A propos Hurt:

Wer findet das Cover noch besser? :D

Und nur sone kleine Info am Rande:

In ihrem Track "The gangsta, the killa and the dope dealer" setzen Westside Connection gekonnt das Sample aus Hurt ein. Dachte, das würde mal wen interessieren :D

Für die Lieblings-Band macht man sich eben Mühe. ;-)

Jo, ohne Trent hätte es wohl auch nie Marilyn Manson gegeben. Find MM auch ganz cool, reicht aber nicht an NIN heran.

Twiggy ist seit dieser (gerade laufenden) NIN-Tour mit dabei. Trent sucht sich ja pro Tour immer neue Musiker aus, im Studio sind in den seltensten Fällen welche dabei, immerhin ist die Band allein sein Baby. :-)

Ich muss gestehen, dass ich das Cover auch besser, nein nicht wirklich besser, aber irgendwie eben cooler finde. Besser kann man nicht sagen, da Johnny das Lied ja nicht geschrieben hat. Aber ich finde seine Stimme dazu auf dieser genialen Gitarre noch eingänger. Aber trotzdem geht nichts über Trents Hurt-Live-Performance, der Wahnsinn! ;-)

ja sagmal bist du besoffen?
verlink des bild mal bitte!

Von links: Aaron North, Jerome Dillon, Trent Reznor, Alessandro Cortini, Twiggy Ramirez aka Jeordie White.

"With teeth" steigt auf Platz 9 der Media Control Charts ein. Der verdurstete Fred startet übrigens auf 4 (Wow, er hat WT gelobt, hat er wohl endlich eingesehen, wer wirklich mehr drauf hat?).

Hier gibt's ein Pre-listening zu allen Songs von "With teeth".

Es freut mich ja...

...dass Dir die Platte so gefällt.
Aber SO krass ist sie nicht!
Das ist ein sehr gutes Album. Vor allem nach der all der Zeit - und einigen Fehlschüssen - die ins Land ging. Aber sie ist nicht so gut, wie "The Downward Spiral".
Meiner Meinung nach zumindest.

Edit: Der Visions-Bericht in der letzten Ausgabe über NIN/Reznor war mal richtig geil. Kann ich jedem wärmstens empfehlen!


Zitat von Nils:
...dass Dir die Platte so gefällt.
Aber SO krass ist sie nicht!
Das ist ein sehr gutes Album. Vor allem nach der all der Zeit - und einigen Fehlschüssen - die ins Land ging. Aber sie ist nicht so gut, wie "The Download Spiral".


Downward Spiral ;-)
Hör dir WT öfter an und erkenne es!


Zitat von BoB_DoLe:
Downward Spiral ;-)

Ürgs...ich Affenkopf :-D


Zitat von BoB_DoLe:
Hör dir WT öfter an und erkenne es!

Nee, nee, nee...ich hab' das Album jetzt mehrere Male gehört. Aber ich bin nicht der Meinung, dass es besser, als NIN der "Alten Tage" ist. Mag vielleicht daran liegen, dass mir die Stimmung der alten Tracks eher zusagte.
Aber ich will das Ding ja garnicht schlechtreden: Es ist eine super Platte.

Wow, noch jemand hier, der NIN hört. :-)

Ich kann mich sowieso nicht entscheiden, welche Platte die beste ist. Man kann sie auch nur schwer miteinander vergleichen, vor allem die "Downward spiral", da es ein Konzept-Album ist.

Ich will nicht sagen, welche die "beste" ist, mir gefallen alle 4 sehr gut (btw: Das live-Album ist auch nicht zu verachten).

Übrigens kam ich beim ersten Hören der TDS erst Mal gar nicht drauf klar. Das war mir einfach zu krass und danach fühlt man sich sehr komisch und will's erst Mal 'ne Weile nicht mehr hören. Sie gefiel mir aber von Mal zu Mal besser, bis ich in die exakt richtige Stimmung dafür kam und nur noch darauf abging ... und tue es immer noch ... and on, and on, and on ... ;-)


Zitat von SaMcee:

Übrigens kam ich beim ersten Hören der TDS erst Mal gar nicht drauf klar. Das war mir einfach zu krass und danach fühlt man sich sehr komisch und will's erst Mal 'ne Weile nicht mehr hören. Sie gefiel mir aber von Mal zu Mal besser, bis ich in die exakt richtige Stimmung dafür kam und nur noch darauf abging ... und tue es immer noch ... and on, and on, and on ... ;-)


Ja...das war auf jeden Fall sowas wie ein "Kulturschock"...hab' DIESES Gefühl noch nie bei einem Album gehabt...

Das Live-Album muss ich mir mal besorgen...hab' ich bis jetzt nicht gehört :-|

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