"Bisschen happig": Gzuz äußert sich zu seiner Haftstrafe

Gzuz wurde letztes Jahr unter großem medialen Interesse vom Amtsgericht Hamburg zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt. Im Interview bei Kiss FM hat sich Gazo nun ausführlich zu dem zurückliegenden Prozess geäußert und auch bestätigt, dass ihm zusätzlich eine Geldstrafe von 500.000 Euro aufgebrummt worden ist. Gleichzeitig nimmt er zu einem kommenden Berufungsverfahren Stellung.

Gzuz sieht sich nicht als "Justizopfer"

Eine Frage treibt die Fans der 187 Strassenbande um: Muss Gzuz tatsächlich erneut ins Gefängnis? Unter anderem wegen Drogenbesitzes, Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Waffengesetz wurde der Rapper in erster Instanz schuldig gesprochen. Hier hakt Kiss FM Moderatorin Alisha direkt beim Hamburger nach und erkundigt sich nach dem Stand der Dinge. Gzuz erteilt bereitwillig Auskunft:

"Ja, es steht auf jeden Fall im Raum. Aber ich find es schon ein bisschen happig, wenn der Staatsanwalt 14 Monate fordert und der Richter dir 18 Monate und ne halbe Million gibt. Dann ist das schon – ja, so ein bisschen auffällig. Und wenn man sich dann auch die Taten anguckt. Das ist natürlich ein schwebendes Verfahren, aber wenn man sich das alles anguckt, ist es schon ein bisschen happig. Deswegen geht man da in Berufung und hat da nochmal die Chance, sich vor einem anderen Gericht vielleicht zu erklären, sag ich mal. Und dann versuchen, da was Besseres rauszuholen für mich. Aber erstmal steht das im Raum, dass ich in Haft muss. Also vielleicht kommt man da nicht drum rum. Aber dann ist das so. Wär ich jetzt sauber durchs Leben gegangen, dann ist das keine – ich bin jetzt kein Justizopfer oder so. Man muss schon sagen, dass ich da auch Scheiße gebaut habe."

Bereits Bonez MC hatte nach dem Urteil im September die Strafe als "utopisch" bezeichnet. Zeitgleich stellte der 187-Chef ein weiteres Soloalbum von Gzuz vor Haftantritt in Aussicht. Das Hashtag #freegzuz trendete zudem unmittelbar nach dem Gerichtsprozess, der demnächst wohl auf anderer Ebene neu aufgerollt wird. Gzuz dazu:

"Ich wurde vorm Amtsgericht verurteilt und in nächster Instanz ist das Landgericht. Und beim Landgericht wird dann eine andere Strafkammer für mich zuständig sein."

Wann das Berufungsverfahren stattfindet, ist laut Gzuz noch nicht klar. Ein erneuter Prozess sei aus der Sicht des Hamburger Rappers erst einmal "besser als Knast". Demnächst erscheint mit dem "Sampler 5" ein neues Album der gesamten 187-Gang. Vor Kurzem releasten die Jungs die Single "Verpennt". Gzuz taucht dabei allerdings ausschließlich im Video auf.

Das komplette Interview mit Gzuz bei Kiss FM kannt du hier anhören:

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Kommentare

Hoffentlich ist der Hafensänger bald im Knast,dann kann ich seine Olle wieder knattern

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Gerichtsurteil gibt Hinweis auf Sidos monatliches Einkommen

Gerichtsurteil gibt Hinweis auf Sidos monatliches Einkommen

Von Leon Schäfers am 02.07.2021 - 13:44

Bereits in der letzten Woche musste sich Sido (jetzt auf Apple Music streamen) vor dem Amtsgericht Oranienburg verantworten. Dort wurden ihm zwei Blitzerfotos aus dem letzten Jahr zur Last gelegt. In den meisten Fällen bieten solche Blitzerfotos keinen Anlass für einen Gerichtstermin – problematischerweise hat Sido aber keinen Führerschein. In der Folge muss er nun eine hohe Geldstrafe zahlen. Durch die Tagessätze der Strafe lassen sich Rückschlüsse auf sein monatliches Nettoeinkommen ziehen.

Sidos Kampf mit den Fahrschul-Fragebögen

Aus einem Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung geht hervor, dass sich Sido bei dem Prozess vor dem Strafgericht sehr schuldbewusst gezeigt habe und er bestätigte, dass so etwas nicht mehr vorkommen würde. Nachdem der Staatsanwalt gefragt hatte, wieso er ohne Fahrerlaubnis fahren würde, musste Sido zugeben, dass er in erster Linie nie eine besaß. Der 40-jährige Rapper konnte sich bis heute nicht durch die Fahrschule kämpfen:

"Ich verzweifle an den Fragebögen."

Sido beteuerte, dass er alle Autos aus seiner Nähe entfernt lassen habe, um nicht mehr in Versuchung zu kommen. Auch der Verteidiger kam zu dem Schluss, dass das Verfahren Sido dazu ermuntern würde, es nochmal mit einer Fahrprüfung zu versuchen. Aber die Geldstrafe fällt mit 120 Tagessätzen in Höhe von 400 Euro trotz allem relativ üppig aus. Insgesamt muss er also 48.000 Euro zahlen.

So viel Geld hat Sido wohl am Ende des Monats übrig

Gemäß § 40 Abs. 2 StGB bestimmt das Gericht die Höhe des Tagessatzes unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters. In den meisten Fällen entspricht der Tagessatz dabei dem Nettoeinkommen, das der Angeklagte pro Tag durchschnittlich zur Verfügung hat. Allerdings ist es einem Gericht auch möglich, die Einkünfte des Angeklagten zu schätzen – wie akkurat die Strafe in Sidos Fall also tatsächlich ist, lässt sich derzeit nicht genau beantworten.

So oder so würde ein Tagessatz von 400 Euro hochgerechnet auf 30 Tage ein monatliches Nettoeinkommen von 12.000 Euro ergeben. Das wäre die Summe, die ihm nach allen Abgaben monatlich übrig bleiben würde. Als einer der erfolgreichsten und bekanntesten Rapper Deutschlands mit großer Medienwirksamkeit dürfte sein Bruttoeinkommen diese Summe in jedem Fall nochmal stark übersteigen.

Ironischerweise war Sido erst im März bei dem "Kinder fragen Rapper"-Format von "Late Night Berlin" zu Gast. Die beiden Nachwuchsjournalisten sprachen ihn auch hier schon auf sein Musikvideo zu "4 Uhr Nachts" an, in dem er Auto fährt, obwohl er keinen Führerschein hat.

Sido singt "Ars***icksong"-Hook für Kids bei "Late Night Berlin"

Erneut schlägt die TV-Show "Late Night Berlin" mit ihrem Format "Kinder fragen Rapper" zu und beschert uns, irgendwo zwischen Beefs und Releases, mal wieder ein Schmunzeln. Nachdem bereits Rapper wie Dardan, Bozza, Capital Bra, Veysel und zuletzt Celo & Abdi bei den Nachwuchs-Journalisten Romeo und Pauline zu Gast waren, ist diesmal Sido an der Reihe, den beiden Frage und Antwort zu stehen.


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