Exklusiv: Kool Savas über sein kommendes Boom Bap-Album

Kool Savas lässt die Herzen der echten Heads wild pochen. KKS hat in seiner Insta-Story preisgegeben, dass er 2021 ein Boom Bap-Album releasen möchte. Die Frage drängt sich auf: Was hat SAV da vor? Wir haben direkt nachgehorcht. Der King of Rap hat uns auf den Stand der Dinge gebracht. Auf Produzenten-Ebene plant Savas, sich Träume zu verwirklichen. Wer nichts mit diesem oldschooligen Film anfangen kann, darf sich ebenso auf neue Musik freuen.

Wie weit sind die Arbeiten an deinem angekündigten Boom Bap-Album vorangeschritten?

Kool Savas: Ich hab diese Idee mit dem Boom Bap-Album schon länger und habe parallel immer ein bisschen connectet, gesucht und getan. Im Moment sieht es so aus: Ich habe einen Produzenten aus der Schweiz, den Chief Rugged, und aus München Cap Kendricks, mit dem ich bei diesem Projekt zusammenarbeiten möchte.

Dann hab ich mit Diamond D connectet und hab' von ihm einen Beat bekommen. Dann steh' ich im Kontakt mit Evidence und möchte, dass er da etwas produziert. Mit Lord Finesse bin ich dafür ebenfalls im Kontakt und hab' da noch so eine Wunschauswahl an Produzenten, mit denen ich gerne arbeiten würde. Ich hoffe, dass mir da mein Kollege R.A. The Rugged Man helfen kann, weil er da natürlich auch viele Connections hat.


Foto:

Screenshot via instagram.com/koolsavas

Kannst du etwas zum Soundbild sagen, an dem du dich orientieren möchtest? Wo stellst du Unterschiede bei der Herangehensweise im Gegensatz zu einem "normalen" Album fest?

Der Unterschied jetzt gerade an der Zusammenarbeit ist: Es fühlt sich nicht so krass nach Business an. Die Leute haben selber auch Bock darauf. Ich merke, dass die Leute das eher cool finden, dass jemand, der vielleicht mit einem anderen Sound bekannt geworden ist, Bock hat, gewissermaßen auch zu den Wurzeln von diesem 90s Hiphop zurückzugehen.

Was für mich natürlich auch nicht bedeutet, dass ich ein Oldschool-Album in dem Sinne mache, wo ich versuche so zu klingen wie vor 15 Jahren. Aber ich möchte definitiv, dass es Boom Bap-Beats sind – und alle in diesem Style und im besten Fall auch auf so eine Art und Weise produziert. Am liebsten auch wirklich mit einer SP-1200 mit einer MPC. Ich schließe da trotzdem auch nichts aus.

Ich glaub' jeder, der mit der Musik aufgewachsen ist und jeder, der in den Neunzigern Rap gehört hat, der weiß ungefähr, wie sich das anfühlt und wie sich das anhört. Es gab Elemente, die immer wiedergekehrt sind, aber natürlich ist auch dort das, was produziert wurde, super unterschiedlich. Ich habe so ein paar Favoriten – ein paar Sachen, die ich mag.

Dazu gehören natürlich The Alchemist, Evidence und D.I.T.C.. Und ich hab zu dem Zeitpunkt auch viel West Coast gehört, aber die West Coast hat nicht so einen boom-bappigen Sound gemacht wie die East Coast. Und ich glaube das, wo ich mich dran orientiere, ist mehr das East Coast-Ding. Ich würde natürlich auch gern mit Premier connecten und schauen, was da möglich ist. Vielleicht liest ja Mirko Machine das und kann mal mit Preemo quatschen und gucken, ob er da was für mich aushandeln kann.

Erwartet uns vor dem Boom Bap-Album noch ein anderes Projekt?

Das Boom Bap-Album ist fürs nächste Jahr terminiert und jetzt kommt erst einmal ein Kool Savas-Album. Ich werde auch in den nächsten Wochen bekanntgeben, wie das heißt und was darauf passiert. Ich denke, das wird so ziemlich das Kontrastprogramm zu dem Boom Bap-Ding.

Ich freue mich einfach, dass ich jetzt auch emotional an einem Punkt bin, wo ich alles Mögliche machen kann, ohne dass ich denke oder glaube, mich auf etwas einigen zu müssen – einfach vom Sound und Feeling der Musik. Ich bin da bereit, verschiedene Welten für mich persönlich zu entdecken und umzusetzen. Früher war ich da schon ein bisschen festgefahren. Jetzt gerade will ich einfach das machen, was mir gut tut und was mir am besten gefällt.

Kürzlich meldete sich Savas schon freudig erregt aus dem Studio. Er erklärte in blumigen Worten ein "richtig geiles f*ckriges Schwein gezaubert" zu haben. Damit war selbstredend ein Song gemeint.


Foto:

instagram.com/koolsavas

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Weshalb Kanye West sich für immer an Melbeatz erinnern wird

Weshalb Kanye West sich für immer an Melbeatz erinnern wird

Von Michael Rubach am 17.03.2021 - 17:46

Storytime: Melbeatz war im Rahmen eines Producer Specials bei Aria Nejatis HYPED Radio zu Gast und hat über ihre Zusammenarbeit mit Kanye West gequatscht. Die Queen of Beats blickt dabei auf ihre persönlichen Kanye-Momente in New York um 2003 zurück. Die Chancen stehen ziemlich gut, dass Kanye sich bis heute an diese "Produzentin aus Deutschland" erinnert. Schließlich hat Melbeatz damals wohl für eine Premiere in der Karriere des US-Stars gesorgt.

Darum hat Melbeatz bei Kanye West "einen riesen Stein im Brett"

Melbeatz hat sich das Kanye-Feature für ihr Debütalbum "Rapper's Delight" (2004) gesichert. Die Platte ist überhaupt nur entstanden, da ein gemeinsames Projekt mit Valezka kurz vor der Fertigstellung gecancelt wurde. Eko Fresh und seine damalige Freundin hatten Optik Records den Rücken gekehrt und nahmen das Kollaboalbum "L.O.V.E." auf. Auf die Situation kommt Savas auch direkt in "Das Urteil" zu sprechen: "Verrückt, 'ne Woche später hör' ich, dass sie mit Ekrem schläft / Mit ihm ein Album macht, kurz bevor das Album mit Mel zu Ende ist"

Zurück zu Kanye: Wie hat Melbeatz mit Ye connecten können? Ein Verleger in den Staaten hat die Sache offenbar ins Rollen gebracht. Melbeatz war mit 100.000 Euro Vorschuss für ihr Projekt ausgestattet worden.

"Ich hatte die Nummer eines Verlegers in den USA. Der hat mir damals Kanye West in New York vorgestellt: 'Hier ist der Produzent von Roc-A-Fella. Der hat gerade sein Mixtape draußen.' Das muss 2003 gewesen sein. Ich konnte damals exklusiv 'Through The Wire' hören und außerdem produzierte er ja Jay-Z. Also dachte ich mir 'Ja, der ist nicht schlecht'."

Optik Records-Boss Kool Savas hatte Kanye zu jener Zeit bereits genauer im Blick und konnte Melbeatz für das Zusammentreffen sensibilisieren.

"Ich hab dann über Münztelefone Savas angerufen und ihm erzählt, dass Kanye mir angeboten wurde. Der meinte auch: 'Ja ja, mach das, der ist cool, aber der soll ein bisschen schwierig sein.' Savas hat damals schon Kanye-West-Interviews gelesen und gemerkt, dass er etwas eigenartiger ist."

Kanye war vor allem als Producer bekannt. Sein Debütalbum "The College Dropout" hatte noch nicht das Licht der Welt erblickt. Ein kleiner Auftritt in einem Musikclip von Jay-Z wurde von Ye und seinen Kumpels regelrecht abgefeiert, wie Melbeatz erzählt. Ihr eigenes Beatpaket für Mr. West bestand aus 20 Beats. Erst kurz vor der letzten Anspielstation soll es Ye gepackt haben – nicht jedoch, ohne Verbesserungswünsche einzuwerfen.

"Ich bin zu dem ins Studio in New York gefahren. Da kam gerade 'La La La' von Jay-Z raus und Kanye hat mit seinen Homies auf den Fernseher gezeigt und sich voll gefreut, dass er im Video an einer Stelle zu sehen ist. [...] Ich hatte zwei CDs dabei, mit 20 Beats. Und der hat wirklich alle durchgeskippt, ich hatte schon Schweißausbrüche. Den Vorletzten hat er dann genommen. Er so: 'Der ist fresh, aber da fehlen Strings' und er wollte unbedingt eine echte Geige einspielen lassen. Dann kam eine Freundin von ihm [Miri Ben-Ari] ins Studio und hat das eingespielt."

Melbeatz hat sich mit ihrem Besuch in New York anscheinend in Kanyes Gedächtnis eingebrannt – zumindest konnte er sich wohl Jahre nach dem Aufeinandertreffen noch an die Berlinerin erinnern. Sie sei die erste Person gewesen, die ihn jemals fürs Rappen bezahlt hätte. Heute ist Kanye Milliardär.

"Jahre später hab ich mich wieder mit dem Verleger getroffen, der mir Kanye damals vorgestellt hat. Und er war kurz vorher mit Kanye essen, der hat ihn wohl nach mir gefragt. 'Erinnerst du dich noch an die Produzentin aus Deutschland? Die war die erste, die mich als Rapper bezahlt hat!' Bei ihm hab ich wohl noch einen riesen Stein im Brett. […] 8.000 Dollar! Das war die beste Investition meines Lebens."

Mehr History von und mit Melbeatz bekommt ihr bei HYPED Radio.

Melbeatz on Apple Music

Hear where the music takes you. Listen to Melbeatz, a streaming radio station on Apple Music.


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