Das Ende der 187-Ära? Wenn Heroin zur Pointe wird

Wenn eine Ära endet, dann selten mit einem unüberhörbaren Knall. Es ist ein schleichender Prozess, in dem ein anderer Mensch, eine neuere Idee, eine innovativere Energie die Dominanz des Alten langsam ablöst. Erst merkt man es unterbewusst, aber mit der Zeit gibt es immer wieder Momente, in denen der Eindruck sich verfestigt. Manche Menschen werden noch ihr Leben lang an dem hängenbleiben, was sie für Jahre geprägt und beeinflusst hat. Beispiele gibt es in allen Bereichen unseres Lebens.

Die Ära der 187 Strassenbande geht zu Ende

Man kann Deutschrap in die unterschiedlichsten Zeitrechnungen unterteilen – Künstler, Styles, Sound, Labels. Und obwohl es mit jedem Jahr schwerer wird, der so vielfältigen Szene einen einzigen Stempel aufzudrücken, steht eins fest: Seit 2015 waren Bonez MC, Gzuz, LX, Maxwell, Sa4 und auch Jambeatz die "Helden von Jetzt".

Das asoziale Verhalten und den Drogenkonsum der 187 Strassenbande hat man lange mit einem im Nachhinein sehr unangenehmen Voyeurismus mitgetragen. Die sind halt einfach real, richtig? Die werden schon nicht übertreiben, wenn Hunderttausende Kids zusehen, oder? Zumindest Bonez wird schon wissen, was er und seine Jungs da tun. Oder etwa nicht?

"Hab ich das jetzt echt verstanden? / Ihr seid wirklich alle Fans von Junkies?" (KEZ, "Intro")

KEZ und anderen Rappern ist es längst ein Dorn im Auge, wie offen manch ein Rapper 2019 mit dem Konsum illegaler Drogen umgeht. Ständig bekifft und besoffen zu sein, ist kein guter Plan für's Leben. Aber was will man schon von einem Rapstar erwarten, wenn man ähnliches auch im eigenen Freundeskreis beobachten kann?

Irgendwann gehörte dann Dirty Sprite, also die hauptsächlich aus Amerika bekannte Mischung aus Sprite und Codein, zum Standard-Repertoire von Bonez' Insta-Stories. Mit Musik unterlegt und durch unterschiedliche visuelle Stilmittel wirkte es manchmal wie Werbung für das Opiat, das auch für die Tode von Pimp C und DJ Screw verantwortlich gewesen sein soll. Aria und Toxik äußerten bereits im Frühjahr 2018 ihre Bedenken, was den exzessiven Lifestyle in der Öffentlichkeit angeht (ab 11:18 Minuten).

Lange Zeit wurde es als cool angesehen, wenn Rapper über das Dealen den Weg aus dem Dreck schafften. "Never get high on your own supply", riet Biggie uns in "Ten Crack Commandments". Heute nehmen die Rapper – selbstverständlich nicht nur 187-Mitglieder – selbst mehr Drogen als ihre ehemaligen Kunden und machen daraus Texte. Sind wir wirklich alle Fans von Junkies? 

Bonez mit Spritze in der Insta-Story

Eine neue Eskalationsstufe bekam es gestern, als Bonez mindestens andeutete, sich intravenös Drogen zu verabreichen. Bonez packt eine handelsübliche Tuberkulinspritze aus, die wenig später mit einer rötlichen Flüssigkeit gefüllt ist. Dann sieht es aus, als würde ein anderer Mann sich wie ein routinierter Fixer eine Spritze zwischen die Zehen stechen und abdrücken. Später sieht man eine andere Spritze in Bonez' Oberschenkel stecken. Fans antwortet er auf Nachfrage, es würde sich um Heroin handeln, und teilt den Chatverlauf mit dem Kommentar "Beste Leben" in seiner Story.

Auf Instagram deutet er an, es hätte sich lediglich um Cranberry-Saft gehandelt. Dann hätte er es extra so aussehen lassen, als würde er sich Hero spritzen? Hihihi, was ein Joke! Geil die Kids und die Medien getrollt! Traut man ihm durchaus zu. Vielleicht wollte er einfach einen Skandal provozieren und hatte damit Erfolg – das wäre schon maximal wack. Wenn Heroin eine Pointe ist, wird ein Hype zum Verhängnis.

Update: Inzwischen hat Bonez sich zu der Sache geäußert und klargestellt, dass er sich "keine Spritze geben" könne. Er habe sich in seinem Leben noch nichts gespritzt.

Der gesunde Menschenverstand spricht erstens gegen H und zweitens dagegen, Aufnahmen vom intravenösen Konsum für zwei Millionen Follower in eine Insta-Story zu posten. Man will aber auch nicht Haus und Hof darauf verwetten, dass Bonez sich nicht auf diese Weise einen wie auch immer gearteten Rausch verschaffen würde. Welche Variante in diesem Fall zutrifft, ist zwar nicht für die Gesundheit der Jungs, aber zumindest für die öffentliche Wahrnehmung scheißegal. Der Mann glorifiziert ohne klar erkennbare Ironie Heroin und Tausende sehen ihm dabei zu. Wenn nur ein einziger Zuschauer sich davon inspiriert fühlt, sein Leben durch Heroin wegzuwerfen, geht das nicht spurlos an Bonez' Karmakonto vorbei.

Parallel dazu spricht man in den USA mittlerweile von einer regelrechten Opioid-Epidemie. Von geschätzten 72.000 Toten durch eine Überdosis im Jahr 2017 kamen die meisten durch Opiate ums Leben.

Previously on Bonez' Instagram: Witze über häusliche Gewalt

Es ist nicht allzu lange her, dass Bonez seinen Instagram-Kanal nutzte, um sich über Opfer häuslicher Gewalt lustig zu machen. Erst letzte Woche veröffentlichte der Kollege Skinny bei Rap.de einen starken Meinungsartikel zu diesem Thema. Er fordert die Veranstalter der Hype Awards dazu auf, Bonez vom Voting auszuschließen. Neben anderen Kategorien (mit RAF Camora) ist er ausgerechnet in der Kategorie "Hype Instagram" nominiert. Skinny sieht Fehler bei Organisatoren und Jury.

"Falls euch irgendetwas an Werten wie Integrität oder Anstand liegt, disqualifiziert ihr Bonez MC nachträglich von der Abstimmung. Jetzt sofort. Es liegt in eurer Hand – ihr seid schuld, wenn dieser Mann für seinen Spott gegenüber Frauen, denen Gewalt angetan wird, wirklich einen Preis erhält. Euren Preis."

Laut Vice wird Bonez weiterhin nominiert bleiben, die Fans entscheiden per Voting, wer am Ende gewinnt.

Erfolge en masse, aber die Zeit läuft ab

Natürlich bedeuten Skandale auf Instagram nicht direkt das Ende einer Ära – für manche sind sie eher Öl ins Feuer als eine Decke, die der Flamme die Luft nimmt. Und 187 ist mehr als Insta-Stories von Bonez.

Was haben wir uns alle amüsiert über die direkte, authentische und oft unterhaltsame Art. Catchphrases, knallende Songs, rohe Action in den Videos, kreative Promo-Moves, eskalative Autogrammstunden – es war atemberaubend, wie die Hamburger Crew ihren Hype spätestens seit dem Erscheinen des Samplers Anfang 2015 Monat für Monat steigern konnte.

Was haben wir uns nicht über "Palmen aus Plastik" und frischen Wind in der Szene gefreut. Das Album wird auch in zehn Jahren noch als Meilenstein für deutschen Rap gelten und es wirkt angesichts der beeindruckenden Ausmaße der Tour zum Nachfolger nahezu absurd, das Ende der 187-Ära auszurufen. Doch das Ende einer Ära bedeutet nicht das Ende des Erfolgs.

Gzuz' Solodebüt "Ebbe & Flut", der erste vorläufige Höhepunkt eines Hypes wird im Oktober vier Jahre alt. Viel länger hielt kaum eine Ära im deutschen Rap, der außerdem noch nie so schnelllebig war wie heute. Aggros Zeit als das heißeste Label Deutschlands neigte sich vier Jahre nach "Vom Bordstein bis zur Skyline" (2003) bereits dem Ende zu. Selfmade rückte Ende der 00er-Jahre in das neue Vakuum. Nach "King" (2014) und der absurd opulenten Promophase trat dann auch das Düsseldorfer Label langsam den schleichenden Weg Richtung Irrelevanz an. Hafti muss noch beweisen, dass er dem vermeintlichen Opus Magnum "Russisch Roulette", das vier Jahre nach "Azzlack Stereotyp" (2010) erschien, einen würdigen Nachfolger widmen kann. Seinen Stempel hat er Deutschrap ohnehin schon lange aufgedrückt so wie alle der genannten Rapper und Labels.

187 war lauter und asozialer als Aggro und ist es bis heute – 2014 war das neu und aufregend, ein halbes Jahrzehnt später nicht mehr. Musikalisch anfangs radikal Straße, später dann auch mit den bekannten Genre-Ausflügen, die den weiter ausufernden Hype erst ermöglichten. "Palmen aus Plastik" war in vielerlei Hinsicht innovativ, auch wenn die Vorlage für den größten Hit geradewegs aus Paris' 19. Arrondissement kam.

Aber was kommt danach? Was willst du erreichen, wenn du die Szene bereits geprägt und du jeden positiv, negativ oder auf beide Arten beeindruckt hast? "Wolke 7" fehlten schon die Ideen, obwohl wie auch auf "Palmen aus Plastik 2" stabile bis gute Musik zu hören war. Die zündenden Impulse sind der 187 Strassenbande ausgegangen, wie aktuell auch "Obststand 2" demonstriert. 

Auch das Handling öffentlicher Konflikte wirkt längst nicht mehr so souverän wie 2016, als Bonez abgeklärt auf Flers Provokationen reagierte, anstatt sich in einen Beef ohne Gewinner locken zu lassen. 

Ausblick auf die Zukunft

Nach der großen Aggro-Ära konnte Sido noch erfolgreicher werden, Hafti schaffte erst nach "Russisch Roulette" sein erstes Nummer-1-Album ("Der Holland Job" mit Xatar) und Elvir hat bei seinem neuen Label mit RIN einen neuen Künstler unter Vertrag, der derzeit eine prägende Rolle spielt. Manche der 187-Jungs werden auch weiterhin Hits abliefern, Venues von Graz bis Kiel ausverkaufen und Merch an den Mann bringen. Die Straßenbande hat einen Platz in der deutschen Rapgeschichte sicher.

Die Pole Position müssen sie jedoch räumen. Die Zeiten, in denen man zum Release neuen Materials die F5-Taste auf dem Kanal "CrhymeTV" penetrierte, sind vorbei. Längst drängen andere Rapper an die Front, die teils Aspekte des Erfolgs der 187 Strassenbande in ihrem Schaffen unterbringen. Das beste Beispiel ist Capi, der sich ebenfalls seinen übermäßigen Drogenkonsum – mindestens musikalisch – stolz auf die Fahne schreibt.. Gleichzeitig profitiert er davon, dass man sowohl hart als auch Mainstream erfolgreich sein kann. Auch "Palmen aus Plastik" hat den Weg an diesen Punkt geebnet. Auch die Gzuz-Capi-Kollabo "Paff Paff & weiter" (2016) als Push für den Berliner unmittelbar nach dem Release von "High & Hungrig 2" ist nicht zu unterschätzen.

Obwohl Capital seit einigen Monaten von einem Zenit auf den nächsten zu klettern scheint: Inzwischen machen schon wieder neue Rapper auf Instagram Welle – mit Rap und Gesang statt Drogen. Womöglich beginnt mit Mero und Co gerade eine neue Ära, die Deutschrap wieder einmal auf ein neues Level hievt, wie es schon so oft geschehen ist. Eine endgültige Aussage lässt sich heute nicht darüber treffen. Nach "Obststand" (2015) hätte auch niemand die kommenden Jahre vorhersagen können. Die Übergänge sind fließend in dieser extrem vitalen Szene.

So ging auch die 187-Ära nicht mit einem lauten Knall zu Ende. Es waren Kleinigkeiten, die sich in den letzten Monaten zu einem klaren Bild zusammengefügt haben. Jetzt ist Zeit für die Helden von Morgen.

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Kommentare

Finde nicht, dass der Hype vorbei ist, Bonez wird zurückkommen und das Gegenteil beweisen. Und wer nicht erkennt, was Schein und was nicht ist, hätte sich auch von Scarface beeinflussen lassen.

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Zu viele Tote: Immer mehr Rapper sprechen sich gegen Drogen aus

Zu viele Tote: Immer mehr Rapper sprechen sich gegen Drogen aus

Von David Molke am 12.02.2020 - 19:41

Rap hat ein Drogenproblem. Das ist natürlich nichts Neues, macht sich momentan aber vielleicht besonders bemerkbar. Auf der einen Seite stehen viele begnadete Künstler*innen, die viel zu früh sterben und Texte, in denen der Konsum thematisiert oder glorifiziert wird. Auf der anderen Seite scheint es aktuell besonders viele Rapper zu geben, die sich gegen Drogen sowie gegen deren Konsum und dessen Glorifizierung aussprechen. Das weckt Hoffnung.

Viele Rapper machen sich jetzt vermehrt gegen Drogen stark

Um das nochmal zu betonen: Es ist extrem traurig, dass Lil Peep, Mac Miller, Juice WRLD und so viele andere viel zu früh gestorben sind. Gleichzeitig bringt es wohl niemandem etwas, nach Schuldigen zu suchen. Die Schuld trägt, wenn überhaupt, das System, unsere gesamte Gesellschaft.

Aber konzentrieren wir uns auf das Positive. Aktuell scheint ein Umdenken stattzufinden. Immer mehr Rapper fangen an, sich gegen Drogen auszusprechen. Sie schwören selbst den Drogen ab und bitten ihre Fans, ebenfalls damit aufzuhören. In letzter Zeit häufen sich die Aussagen, dass das einfach nicht mehr cool ist.

Zum Beispiel Yung Bans: Der aufstrebende junge Rapper und XXXTentacion-Kollaborateur fordert von seinen Fans, keine Percs (also Percocet, in dem auch das Opioid Oxycodon enthalten ist) mehr zu schlucken. Sie sollten generell keine Drogen mehr nehmen, der Scheiß sei einfach nicht mehr cool.

Kurz darauf schränkt er das zwar noch ein und sagt, Weed hätte noch nie jemandem geschadet. Was so natürlich nicht stimmt, aber vielleicht lässt sich zumindest festhalten, dass Opiate, Benzos und dergleichen noch schneller mehr Schaden anrichten können – insbesondere in Kombination mit anderen Dingen.

YUNG BANS on Twitter

Yall can smoke weed tho weed ain't never hurt nobody lol

Auch in Deutschland greifen Opioid-, Kodein- und Benzo-Konsum unter jungen Rappern gefühlt immer mehr um sich. Gleichzeitig wächst aber anscheinend auch das Bewusstsein darüber, was diese Substanzen anrichten können. Vielleicht ist das so gesehen Glück im Unglück: Während die Welle aus den USA bei uns gerade erst so richtig ankommt, schwappen auch schon die Todes-Meldungen hinterher.

Viele Menschen erleben aber offenbar auch einfach Tragisches in ihrem persönlichen Umfeld. Vor Kurzem haben sich erst Edo Saiya und auch (Sierra) Kidd öffentlich mehrfach gegen harten Drogenkonsum ausgesprochen. Dabei geht es viel um die körperlichen und psychischen Auswirkungen, die das Ganze haben kann, wenn raue Mengen Lean (also Kodein-haltigem Hustensaft), Benzodiazepine und Opioide wie beispielsweise Tramadol konsumiert werden.

Es geht vielen Rappern gleichzeitig auch darum, wie sie in ihren Texten mit Drogen und dem Konsum von umgehen. Hier findet ebenfalls ein Umdenken statt: Edo Saiya verrät zum Beispiel in einem 16bars-Interview, dass er einige seiner alten Texte deshalb abgeändert habe. Er hat wohl sogar dafür gesorgt, dass ein komplettes Interview mit ihm deswegen nicht veröffentlicht wurde.

Kidd erklärt unter anderem auf Twitter, dass es 2020 einfach out sei, immer noch über Drogen zu rappen. Denn "wenn du drogenabhängig bist, bist du kein trapper sondern trapped". Darum wolle er jetzt seine Gesundheit in den Vordergrund stellen. Kidd geht wie gewohnt ziemlich offen mit seinen Gefühlen, Gedanken und Erlebnissen um:

kidd on Twitter

ich bin mal gespannt wie ihr über drogen denkt wenn die ersten eurer freunde sterben oder verrückt werden.. ich hab das gefühl ihr versucht nichtmal mich zu verstehen..

Im Endeffekt hoffe er einfach nur, diese Zeit zu überleben. Wir können ihm da natürlich nur beipflichten und wünschen es ihm.

Januar 2018

Provided to YouTube by Universal Music Group Januar 2018 · Sierra Kidd TFS ℗ 2019 TeamFuckSleep Released on: 2019-07-12 Producer: Wilson Studio Personnel, Mastering Engineer: Sierra Kidd Author: Manuel Marc Jungclaussen Composer: Wilson Auto-generated by YouTube.

Die Anti-Drogen-Haltung wächst schon eine Weile

Die erste große Welle an Rappern, die dem Drogen-Lifestyle abschwören, hat wohl mit dem Tod von Lil Peep begonnen. Anfang 2018 nahm sich zum Beispiel Lil Pump vor, künftig auf Xanax zu verzichten. Smokepurpp tat es ihm gleich:

TRAVIS SCOTT on Twitter

This tweet made me happy !!!

Im November 2017 erklärte auch Lil Uzi Vert, er wolle die Finger von den meisten Substanzen lassen. In einem Tweet ließ er durchblicken, wie schwer ihm die ersten zwei nüchternen Tage gefallen sind.

Uzi London on Twitter

Sober 2 day I have been shaking. I have been cursing my love ones out and fighting In the studio with no thoughts in my head Teeth biting down because I just wanna be angry at something ...... maybe I will just smoke weed tonight

Offset von den Migos, Lil Baby, Famous Dex, Mozzy und auch Gucci Mane haben allesamt aufgehört, Lean zu konsumieren. Joey Badass hat aufgehört zu kiffen und sich über seine gesteigerte Produktivität gefreut. Selbst Riff Raff hat das Koks aufgegeben.

RiFF RAFF aka DALE DAN TONY on Twitter

PSA: DONT DO COCAiNE ANYMORE, ALOT OF PEOPLE ARE BEiNG SOLD FENTANYL (A DEADLY DRUG) MiXED iN WiTH THERE BAGS OF COCAiNE ... SO FOR THAT REASON iM OUT ..

Chance the Rapper, Maxo Kream, Isaiah Rashad und Timbaland haben Oxycodon, Xanax und andere verschreibungspflichtige Medikamente hinter sich gelassen. Danny Brown sieht diese Dinge mittlerweile ebenfalls ganz anders.

Lil Wayne hat üble Geschichten über seinen Konsum erzählt. Er gilt als eine Art Wendepunkt und einer der ersten, der Lean und Pillen massiv in seinen Texten thematisiert hat. Umso besser, dass auch bei ihm ein Umdenken stattfindet.

Vic Mensa fordert ebenfalls von seinen Fans, keine Drogen mehr zu nehmen. Lil Xan erklärt, jetzt nicht mehr "mit den falschen Leuten" zu hängen. Future hatte laut eigener Aussage sogar zunächst Angst zuzugeben, kein Lean mehr zu konsumieren.

Drogenabhängig, gehypt und im Kampf gegen Xanax: Wer ist Lil Xan?

Rockbands wie die Arctic Monkeys oder Queens Of The Stone Age insprierten ihn, er wollte eigentlich Fotograf werden und kam nur zum Rap, weil er Opfer eines Diebstahls wurde. Lil Xans Karriere ist keine 0815-Laufbahn eines Rappers. Zu einem der heißesten Künstler der US-Rapszene hat er es dennoch geschafft.

Trippie Redd zählt zu denjenigen, die den Konsum erst vor relativ kurzer Zeit aufgegeben haben. Sein Wille zum Entzug wurde durch den Tod von Juice WRLD hervorgerufen. Fredo Santana hatte zwar ähnliches vorgehabt, ist mittlerweile aber selbst schon gestorben.

Einige der prominentesten Beispiele von Rappern, die sich immer wieder offen gegen Drogenkonsum aussprechen, sind die folgenden:

Auch in Deutschland gibt es natürlich noch viel mehr Beispiele. Vor gar nicht allzu langer Zeit hat zum Beispiel auch Nimo über dieses Thema gesprochen. Er bereue mittlerweile einige Dinge aus seiner Vergangenheit und sei froh, da rausgekommen zu sein.

Der neue Nimo: Wie der 385i-Rapper mit seiner Vergangenheit aufräumt

Am 25. Dezember wird Nimo 24 Jahre alt. Für sein Alter hat der 385i-Rapper schon eine ganze Menge erlebt: Jugendgefängnis, die ersten Schritte im Rapbusiness mit seinem Debüt "Habeebeee", Drogenkonsum, falsche Freunde, falsche (musikalische) Entscheidungen. Nimo scheint diese Erlebnisse mittlerweile allesamt verarbeitet zu haben.

Drogen werden in der Musik eigentlich schon immer thematisiert

Drogen und Rauschmittel aller Art existieren in etwa so lang wie die Menschheit. Der Wunsch nach Entgrenzung steckt womöglich einfach in uns. Dementsprechend thematisieren Künstler*innen das Ganze auch schon eine kleine Ewigkeit.

Das kann verdeutlichen, dass es sich dabei um kein hausgemachtes Rap-Problem handelt. Jazz-Musik drehte sich ebenfalls um den Rausch, beim Techno, im Blues, Schlager, Country, Reggae, Metal oder Folk gibt es dieselben Themen.

Bis zu einem gewissen Grad ist an einem Rauschzustand und dessen Thematisierung auch nicht unbedingt etwas auszusetzen. Sobald es aber gefährlich wird – und dafür sind harte Drogen nun mal prädestiniert – sieht die Sache schon ganz anders aus.

Auch der Drogen-Tod von Künstler*innen ist leider nichts Neues

Wo das Thema Drogen ein wiederkehrendes ist, gilt dasselbe oft auch für den Tod. So bitter das klingt, es lohnt, sich das vor Augen zu führen: Es gibt in der Geschichte der Musik unzählige Drogentote.

Dazu zählen mehr oder weniger direkt auch Michael Jackson, Prince, Kurt Cobain, Amy Winehouse, Jimi Hendrix, Falco, Jim Morrison, Janis Joplin, Elvis Presley, Whitney Houston, Sid Vicious und viele viele mehr.

ODB war den harten Drogen ebenfalls nicht abgeneigt. Rap aus Texas hat DJ Screw, Pimp C und Big Moe höchstwahrscheinlich an Promethazin verloren. Solche Listen lassen sich beinahe endlos weiterführen.

In welchen Musik-Genres es am häufigsten um Drogen geht

Auch wenn es manchmal vielleicht so wirkt: Rap ist anscheinend nicht das verdrogteste Musik-Genre, das es gibt. Ganz im Gegenteil: Wie eine Untersuchung der Beratungsseite Addictions.com herausgefunden haben will, stellt Rap sehr viel mehr eine Art Schlusslicht dar. Auch wenn es da natürlich eine ganze Reihe an Dingen zu beachten gilt.

Warum nehmen Rapper Drogen & wieso rappen sie darüber?

Wieso Drogen so eine große Rolle im Leben vieler Menschen spielen, lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten. Das kann an ihrem Umfeld liegen, an Menschen, mit denen sie in Kontakt treten. In eine Abhängigkeit abzurutschen, kann simple psychische Gründe haben. Selbstverständlich können auch Armut, Rassimus, gesellschaftliche Spannungen oder das Aufwachsen in strukturschwachen Gegenden eine Rolle spielen. Die USA stecken aktuell zum Beispiel gesamtgesellschaftlich in einer Opioid-Krise.

Wie Rapper den Drogenkonsum thematisieren, unterscheidet sich häufig extrem. Während einige Künstler dabei eher zerrissen wirken und auch die Schattenseiten des Konsums beleuchten, scheinen einige das Ganze einfach nur als Gimmick zu nutzen oder gedankenlos zu glorifizieren. Manchen Rappern wird genau das immer wieder vorgeworfen: Besonders perfide wirkt es, wenn jemand harten Drogenkonsum propagiert, ohne selbst davon betroffen zu sein.

Aber auch die genauen Gründe für das Rappen über Drogen lassen sich natürlich nicht allgemeingültig festmachen. Während die einen vielleicht wie MC Bogy als abschreckendes Beispiel vorangehen, feiern viele ihren Konsum auch einfach als Lifestyle, was natürlich schnell bedenkliche Auswirkungen haben könnte.

Was können wir tun, um zu helfen?

In erster Linie wahrscheinlich aufeinander aufpassen und gemeinsam an einer besseren, menschlicheren Gesellschaft arbeiten. An einer Gesellschaft, die nicht auf dem Rücken anderer Personen aufgebaut ist und sie dadurch womöglich in den Ruin treibt – nicht nur finanziell, sondern eben vor allem auch körperlich und psychisch.

Wenn ein Mensch in die Abhängigkeit abdriftet, hilft ein intaktes soziales Netz. Ansonsten existieren diverse Beratungs- und Hilfestellen, an die sich nicht nur direkt Betroffene, sondern auch Angehörige wenden können. Scheut nicht davor zurück, euch Hilfe zu suchen und mit anderen Leuten zu reden.

Wer unbedingt Drogen konsumieren will und der Meinung ist, das alles im Griff zu haben, sollte sich zumindest wenigstens umfassend informieren. Wer die Substanzen sowie ihre Risiken kennt und ihre Risiken einschätzen kann, läuft zumindest weniger Gefahr, an ihnen zugrunde zu gehen. Dabei können allein schon simple Safer Use-Regeln helfen.

Wie steht ihr zu dem Thema? Was haltet ihr davon, dass sich immer mehr Rapper gegen Drogen aussprechen?

Wie das Erbe von Mac Miller, Michael Jackson, Nipsey Hussle & mehr geregelt wird

Mac Miller hat zu Lebzeiten offenbar ziemlich exakt darüber nachgedacht, was nach seinem Tod geschieht. Das geht nun aus einem Bericht von TMZ hervor. Der im September 2018 verstorbene Rapper lässt Vermögenswerte von insgesamt 11 Millionen Dollar an seine Freunden sowie seine Familie verteilen.


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