Hiphop.de Awards 2018: Das sind die Gewinner

Die Hiphop.de Awards 2018 sind vorbei. Wir haben zum Jahresende mal wieder Welle gemacht, um die heißesten Acts und Tracks des abgelaufenen Jahres zu prämieren. Die aus 22 Leuten bestehende Jury hat gemeinsam mit über 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in 22 Kategorien Awards vergeben.

Neben unserer internen Jury, die sich aus Toxik und der gesamten Chefredaktion - bestehend aus Aria Nejati, Clark Senger, Jonas Lindemann und Saskia Meister - zusammensetzte, konnten wir 17 externe Expertinnen und Experten aus dem gesamten Spektrum der Szene gewinnen. Von der Backspin waren Niko Hüls, Zino und Kevin Rühländer dabei, rap.de wurde von Oliver Marquart, Skinny, Alexander Barbian und Mustafa "Musti" Aslan vertreten. Für das splash! Mag war Miriam Davoudvandi, für 16bars.de Ramon Diehl und für TV Strassensound Davud am Start. Zudem konnten wir mit Visa Vie, Falk Schacht, Florence "Lupa" Bader, NiMi, Daniel Schieferdecker, Davide Bortot, DJ Ron und Jan Wehn weitere Größen der deutschen Rapszene für die Jury gewinnen.

Vor dem Start gab die gesamte Jury Nominierungsvorschläge ab, aus denen dann die Nominierten hervorgingen. Anschließend konnten Jury und Fans abstimmen. Die über 50.000 abgegebenen Votes und die Stimmen der Jury wurden intern ausgezählt und mit jeweils 50 % gewichtet. Wir bedanken uns bei allen Leserinnen und Lesern, die abgestimmt haben, bei der gesamten Jury und bei unseren Partnern Snipes, Thomann und iZotope.

Im Video besprechen Aria und Toxik mit Anita die Gewinner der Hiphop.de Awards 2018, weiter unten findest du alle Ergebnisse im Überblick:

Bestes Album National

1. Summer Cem - "Endstufe"

2. Capital Bra - "Berlin lebt"

3. Bonez MC & RAF Camora - "Palmen aus Plastik 2"

Bestes Album International

1. Travis Scott - "Astroworld"

2. XXXTentacion - "?"

3. Cardi B- "Invasion of Privacy"

Bester Newcomer National

1. Samra

2. Eunique

3. Sugar MMFK

Bester Newcomer International

1. 6ix9ine

2. Juice WRLD

3. Joyner Lucas

Upcoming Artist powered by Thomann

1. Blacc Hippie

2. Schulter139

3. Tokio

Bestes Label National

1. 385ideal

2. ersguterjunge

3. Chimperator

Bestes Label International

1. GOOD Music

2. Young Money Entertainment

3. Dreamville Records

Bester Song National

1. KitschKrieg ft. Trettmann, Gringo, Ufo361 & Gzuz – "Standard" (prod. KitschKrieg)

2. OG Keemo - "Vorwort" (prod. Funkvater Frank)

3. Olexesh ft. Edin - "Magisch" (prod. PzY)

Bester Song International

1. Drake – "God's Plan" (prod. Cardo, Boi-1da & Yung Exclusive)

2. Travis Scott ft. Drake – "Sicko Mode" (prod. Chahayed, Hit-Boy, OZ, Cubeatz, Tay Keith & Dean)

3. Eminem ft. Joyner Lucas – "Lucky You" (prod. Boi-1da)

Bestes Video National

1. Fler – "Highlevel Ignoranz" (dir. 100BLACKDOLPHINS)

2. Bonez MC & RAF Camora – "500 PS" (dir. Shaho Casado)

3. Ufo361 – "Beverly Hills" (dir. Christoph Szulecki)

Bestes Video International

1. Childish Gambino – "This is America" (dir. Hiro Murai)

2. XXXTentacion – "Sad!" (dir. JMP)

3. Travis Scott ft. Drake – "Sicko Mode" (dir. Dave Meyers)

Beste Gruppe National

1. Bonez MC & RAF Camora

2. Genetikk

3. Marteria & Casper

Beste Gruppe International

1. Migos

2. $uicideboy$

4. Lil Baby & Gunna

Bester Live Act National powered by Hang & Over

1. Rin

2. Trettmann

3. Cro

Bester Live Act International

1. The Carters

2. Kendrick Lamar

3. J. Cole

Bester Produzent National

1. KitschKrieg

2. Miksu & Macloud

3. Sikk (Genetikk)

Bester Produzent International

1. Kanye West

2. Murda Beatz

3. J. Cole

Lebenswerk National

Sido

Lebenswerk International

Nas

Beste Line

1. "Warum dies? Warum das? Warum nicht einmal mit Message? / Und ich denk' mir nur, warum hältst du nicht einfach die Fresse?" – Gzuz ("Warum?")

2. "Erst nannten sie mich Bruder, danach Lügner, danach Ehrenmann / Doch ich schwör auf alles Bra, ich bin nicht wegen Geld gegangen" – Capital Bra ("Für euch alle")

3. "N**gas werden nicht mehr alt, sondern schwach / In so einer Welt finden Babys auf gar keinen Fall einen Platz / Deshalb ertränk' ich meine Kinder im Hals einer Slug" – OG Keemo ("Training Day")

Bester Rap-Solo-Act National

1. Capital Bra 

2. Fler

3. Luciano

Bester Rap- Solo-Act International

1. Drake

2. Travis Scott

3. 6ix9ine

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Kommentare

Es gibt in 2 Kategorien OG Keemo unter den besten 3, er ist aber nichtmal auf Platz 3 in Bester Newcomer national?
Finde ich schade

Als Newcomer nominieren wir Acts nur einmal und in dieser Kategorie stand Keemo schon letztes Jahr zur Wahl. Damals hatten ihn offenbar noch nicht genug Fans auf dem Schirm, um ihn in die Top 3 zu voten.

Chef vom Dienst, ok!

Achso Okay, Schade aber verständlich:)

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Bushido disst für Amazon-Promo, Fler zum Spaß

Bushido disst für Amazon-Promo, Fler zum Spaß

Von HHRedaktion am 29.05.2020 - 14:34

Nachdem Fler auf musikalischer Ebene bisher einen ziemlich einsamen Kampf gegen Bushido geführt hat, ist diese Zeit nun vorbei. Der EGJ-Boss disst auf seiner Single "Blei" - nicht zuletzt als Promo für Geldgeber Amazon - unverblümt zurück. Fler hat diesen nach der Ankündigung von "Sonny Black II" absehbaren Schritt antizipiert. So hat auch der Maskulin CEO einen neuen Diss online gestellt. Dabei wählt er jedoch eine für ihn eher untypische Herangehensweise.

"Blei": Bushido disst wieder

Bushido beruft sich auf die Eigenarten, die ihn einst berühmt gemacht haben. Aufbauend auf dem fehlenden Innovationsgehalt von "CCN4" mengt Bushido seinem Song nun wieder eine Fülle von Beleidigungen bei. Dabei stellt er sich als Pate der Szene dar, der sich all den Heuchlern entgegenstellt. Im Rahmen dieser oftmals bemühten Selbsterhöhung bekommt Fler konkrete Disslines ab.

"Dieser kleine H*rensohn Flizzy, will im Hintergrund die Strippen zieh'n / Aber eine Insta-Story reicht und alle f*cken ihn"

Fler wird noch ein weiteres Mal namentlich erwähnt. Dabei gerät die Frau an seiner Seite in Bushidos Fadenkreuz. Fler ist bei seinem Bushido-Disstrack "NoName" ähnlich kompromisslos in den privaten Bereich vorgedrungen. Auf dem Song wurde unter anderem Bushidos Ehefrau angegangen. Eine Gerichtsverhandlung und textliche Anpassungen waren die Folge.

Sich nur auf Fler zu versteifen, wäre jedoch nicht typisch für die Rückkehr von Sonny Black. Also arbeitet sich Bushido weiter an Personen ab, mit denen er schon länger ein Problem zu haben scheint. Dazu gehören auch Sinan-G und Rooz. Letzterem lauerte im Privatleben eine Truppe von Bushidos Leuten auf, um ihm Interviews mit Bushidos Gegensprechern wie Manuellsen und Animus (!) zu verbieten. Jetzt disst er Rooz mit einem Vokabular, das man von Anhängern rassistischer Denkweisen kennt. Alles über den Ursprung des Konflikts findest du hier:

Bushido vs. Rooz: Sinan-G erzählt die ganze Geschichte

Lange gab es nur Andeutungen über das, was zwischen Bushido und Rooz hinter den Kulissen - abseits von Zeilen und Interview-Ansagen - passiert ist. Das hat seine Gründe. Sinan-G will sich die Geschichte über seinen Bruder jedoch von der Seele reden und tut genau das im neuen Interview mit Toxik und Aria.

Fler droppt Bushido-Parodie

Wenige Stunden vor Release von "Blei" hat sich Fler schon musikalisch in Stellung gebracht. Unter dem Künstlernamen Schwanzshido liefert er den Parodie-Track "Ehrenmann". Auf einem Beat, der Bushidos vollstes Vertrauen genießen würde, imitiert Fler den Rapstil seines Kollegen. Das Ganze ist angereichert mit Flow-Fehlern und Catchphrases, die keinen Zweifel darüber lassen, wer hier aufs Korn genommen wird. Es erinnert unweigerlich an Sido und B-Tight, die vor mehr als zehn Jahren einmal Kollegahs Besonderheiten überspitzten.

Angereichert ist Flers Video mit allerlei Memes, die auf Bushidos heißen Draht zur Polizei anspielen sollen. Wie lange der Clip noch in dieser Form auf YouTube zur Verfügung stehen wird, muss man sehen. Post von Bushidos Anwälten ist in der Rapszene schließlich gang und gäbe. Fler hat auf Twitter zudem eine ernsthafte Frage an die Berliner Polizei:

Fler on Twitter

Hallo @polizeiberlin !!! Wie kann es sein das Bushido in seinem neuen Track wieder Leute provoziert und beleidigt....wie kann man da gemütlich im Zeugenschutz chilln?

Es herrscht bei Bushidos Track generell eine Unklarheit darüber, von welchem "Mafia-Prinzip" der Familienvater eigentlich rappt, der seine Instagram-Reichweite auch dafür nutzt, um sich artig bei Mitarbeitern von Getränkelieferdiensten zu bedanken. Den "weiße[n] Hai" der Szene, der sich selbst als "Totengräber" betitelt, stellt man sich irgendwie anders vor.

Bushido & 6ix9ine: Ein Abgesang auf die Realness?

Es ist ein simples Prinzip, das wohl auf ewig besteht: Wer seine Kollegen anschwärzt, macht sich nicht sonderlich beliebt. Bushido und 6ix9ine scheint das wenig zu kümmern. Die Rapper haben in jüngster Vergangenheit so gehandelt, wie es ihre Umgebung strikt ablehnt, aber wie es aus ihrer Sicht erforderlich war.

Dissen für Promo: Bushido gibt's nur exklusiv

Wer den Track von Bushido auf der Streaming-Plattform seines Vertrauens gesucht hat, könnte unter Umständen nicht fündig geworden sein. Denn nur als Kunde von Amazon Music hat man offiziell Zugriff auf "Blei". Schon während des Livestreams auf Twitch war Bushido sehr redselig, als es um das Unternehmen von Jeff Bezos ging.

Eine größtmögliche Brisanz seines Tracks verspricht möglichst viele Interessenten, die auf das bereitgestellte Amazon-Angebot eingehen könnten. Bushido stellt also nicht nur den harten Kern seiner Fanbase, sondern auch seinen Werbepartner zufrieden, sobald seine Musik polarisiert. Das funktioniert mit dem guten alten Mittel der Provokation und ist letztendlich genauso Berechnung wie die als spontaner Move inszenierte Baba Saad-Reunion.

Während ein mehrköpfiges Team Bushido 24/7 vor seinen Feinden beschützt, springt er zurück ins Rampenlicht, um einmal quer durch die Szene Fronts zu verteilen und seinen kleinen Kriegen neuen Zunder zu liefern. Wie sich LKA-Beamte und Securitys fühlen, wenn sie als Schutzschild für kalkulierte Aggression sowie als Tool für den Gewinn neuer Amazon-Kunden herhalten müssen, kann man sich vielleicht vorstellen. Bushido feiert sich darüber hinaus im Rahmen seines mutmaßlich fürstlich entlohnten Promo-Moves im Track "Blei" als "Marketing-Chef". Er findet es also nicht ermüdend oder widersprüchlich, mit 41 Jahren aus dem Polizeischutz heraus lyrische Platzpatronen auf den ewigen Flizzy oder Deutschrap-Journalisten zu schießen, die seiner Musik nichts abgewinnen können.

Dabei vermeidet Bushido, gegen Artists auszuteilen, die ihm erfolgstechnisch schon lange den Rang abgelaufen haben. Auch stößt er bei seiner persönlichen Sonny Black-Revival-Party fast nur mit sich an. Die illustren Gäste sind Baba Saad und Animus. Zwei der Wenigen, die heutzutage ein Eigeninteresse daran haben dürften, sich in Bushidos Dunstkreis aufzuhalten. Ansonsten regiert "King Sonny Black" relativ alleine vor sich hin und schwingt sorgengeplagt das Zepter in einem fast leeren Raum.

Fler leakt "CCN 4"-Verkaufszahlen: Karriereknick für Bushido

Fler macht 2020 da weiter, wo er 2019 aufgehört hat: Er arbeitet weiter daran, dem Ansehen seines ehemaligen "CCN"-Partners Bushido zu schädigen. Sein neuester Streich ist der Leak der vermeintlichen Verkaufszahlen von "CCN 4".


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