Chet Hanx: Tom Hanks' rappender Sohn ruft den "White Boy Summer" aus

Mama hat immer gesagt, Rap ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, welches Promi-Kind als nächstes eine Karriere starten will: Chet Hanks, der Sohn des Schauspielers Tom Hanks, macht aktuell auf Social Media als Chet Hanx ordentlich Welle. Mit seinem "White Boy Summer"-Movement spaltet er dabei die Meinungen über sich.

Chet Hanx verkündet den "White Boy Summer"

Im letzten Jahr erlangte Chet erstmalig größere Aufmerksamkeit abseits seines Vaters. Mit diesem war er damals zu Gast bei den Golden Globes und erstaunte die Reporter, indem er Ansagen auf Patois verteilte, der jamaikanischen Kreolsprache.

Seitdem baut sich der 31-Jährige eine Social Media-Fanbase auf, die inzwischen über eine halbe Million Follower groß ist. Auch seinen Namen passte er an. Er tritt nun unter dem Alias Chet Hanx auf. Zuvor hatte er sich bereits eher erfolglos unter dem Namen Chet Haze als Musiker versucht. Mit dem Wechsel auf Chet Hanx kam dann plötzlich der Hype. Seine im April veröffentlichte Debütsingle "White Boy Summer" wurde bereits über eine Million Mal angeschaut und erstaunlich gut aufgenommen. Über 80 Prozent der Bewertungen des Songs sind positiv.

Wohl auch deshalb sind mittlerweile mehr oder minder ernst zu nehmende Figuren der Rap-Welt auf ihn aufmerksam geworden. Kann man Soulja Boys Instagram-Account vertrauen, dann hat dieser Chet Hanx kürzlich bei seinem Label SODMG Records als Signing unter Vertrag genommen.

Chet Hanx verteidigt sich gegen Vorwürfe der kulturellen Aneignung

Allerdings konnte der Schauspieler-Sohn mit seinen Auftritten nicht nur Fans gewinnen. Immer wieder wird ihm vorgeworfen, sich die jamaikanische Kultur anzueignen, wenn er Patois spricht. Er selber halte kulturelle Aneignung für Quatsch. Er habe einfach bei dem Gespräch einer Freundin mitbekommen, wie diese Patois gesprochen habe und sie daraufhin ausgefragt, wie die Sprache funktioniere.

Nach eigenen Angaben habe er sich eine "ganze Woche" damit auseinandergesetzt und die Basics gelernt. Von der jamaikanischen Community in den USA habe er dafür nur Liebe bekommen. Jeder freue sich, dass er sich so für die Sprache begeistern würde.

Als Journalist und YouTuber Andrew Callaghan sich in einem Interview ebenfalls an einigen Sätzen auf Patois probiert, zeigt sich Chet Hanx sichtlich genervt von dessen nur mäßig gut klingendem Versuch. Die Ironie dahinter scheint ihm verborgen zu bleiben.

Die amerikanischen Kollegen von HipHopDX haben die Videos von Chet dem jamaikanischen Künstler Kranium gezeigt. Dieser ist sichtlich amüsiert über die Patois-Versuche, gibt aber auch zu verstehen, dass er es wirklich cool findet, wie authentisch Hanx für ihn klingt. Er vermutet, dass Chet mit einer Jamaikanerin zusammen sein müsse, um die Sprache so gut zu lernen.

Was ist der "White Boy Summer"?

Auch den Vorwurf, dass "White Boy Summer" nach grenzrechtem Gedankengut klingen könne, kann der rappende Millionärssohn nicht nachvollziehen. Es gehe ihm dabei nicht um Trump-Anhänger oder typisches NASCAR-Publikum, sondern um Leute wie ihn, John B oder Jack Harlow. Ihm sei es wichtig, ein Licht auf interkulturelle Beziehungen zu werfen. Das essenzielle Gegenstück zum "White Boy Summer" sei daher auch der "Black Queen Summer". Dabei handelt es sich natürlich um Referenzen an den "Hot Girl Summer", den Megan Thee Stallion im letzten Jahr deklarierte.

Als Kritik an seinem "White Boy Summer"-Merchandise laut wurde, blizte bei Chet der Geist und um zu beweisen, dass er kein Rassist sei, veröffentlichte er kurzerhand auch Badeanzüge mit "Black Queen Summer" Schriftzügen. Und als hätte er damit noch nicht genug für den Weltfrieden getan, folgten darauf Shirts mit der imposant vagen Aufforderung "Stop Hate".

Über seine Instagram-Stories führt er ab und an auch die Regeln des "White Boy Summers" aus. Eine der wichtigsten ist dabei, niemals etwas Lachsfarbenes zu tragen. Alles in dieser Farbe soll aus dem Kleiderschrank verbannt und dann verbrannt werden.

Chet Hanx' Verhältnis zu seinem Vater Tom Hanks

Die direkte Verwandtschaft zu seinem Vater Tom Hanks sei für ihn Fluch und Segen zugleich. Einerseits wisse er, dass er ohne die Prominenz seines Vaters wahrscheinlich nie so schnell bekannt geworden wäre. Andererseits belaste es ihn, dass die Leute ihn fast ausschließlich als Weg der Kommunikation zu dem Oscar-Gewinner sehen. Selbst sein Friseur würde ihn dazu auffordern, für ihn seinen Vater als Kunden zu gewinnen. Er sei es einfach leid, sich zum millionsten Mal anhören zu müssen, dass jemandes Lieblingsfilm "Forrest Gump" sei. Er selber sieht sich entweder als das ärmste Reichen-Kind oder das reichste Armen-Kind.

Seine Eltern hätten ihn immer an der kurzen Leine gehalten und so sei es für ihn schon immer klar gewesen, dass er irgendwann ausbrechen würde. Er habe nie das Leben seiner Eltern führen wollen. Mit 17 wurde er in Wildnistherapie geschickt. In Deutschland ist diese vor allem durch die RTL-Serie "Teenager außer Kontrolle" bekannt.

Immerhin sei das Verhältnis zu seinen Eltern mittlerweile wieder besser. Sein Vater habe sich sogar seine Musikvideos angeschaut und ihn mit Cardi B verglichen.

Im April dieses Jahres wurde Chet Hanks von seiner Ex-Partnerin Kiana Parker auf eine Million Dollar verklagt. Während ihrer Beziehung soll Chet ihr gegenüber immer wieder gewalttätig geworden sein.

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Bob Marleys Produzent Lee "Scratch" Perry im Alter von 85 verstorben
Lee

Bob Marleys Produzent Lee "Scratch" Perry im Alter von 85 verstorben

Von Renée Diehl am 30.08.2021 - 14:12

Lee "Scratch" Perry war nicht nur zeitweise der Produzent von Bob Marley and The Wailers, sondern auch ein Klangpionier. Der Jamaikaner prägte Reggae und Dub wie kaum ein anderer – und hatte damit auch Einfluss auf diverse Hiphop-Tracks, die sich von ihm inspirieren ließen. Nun ist er im Alter von 85 Jahren auf Jamaika verstorben.

Lee "Scratch" Perry: Eigener Style auf allen Ebenen 

Der jamaikanische Produzent und Musiker genoss schon seit Jahrzehnten Legendenstatus, und das nicht nur auf der Insel. Durch seine eigenwilligen Klang-Arrangements stach Lee "Scratch" Perry (jetzt auf Apple Music streamen) aus der Masse an Reggae-Produzenten klar hervor – so arbeitete er zum Beispiel mit Echo-Effekten und band häufig Aufnahmen aus der Natur rund um sein Studio (wie beispielsweise Vogelzwitschern und Meeresrauschen) in seine Beats mit ein. Das besondere Klangbild von Lee "Scratch" Perry beeinflusste so auch diverse Hiphop-Legenden. Samples seiner Tunes sind unter anderem in "Hiphop“ von Dead Prez, "Turn It Up" von Busta Rhymes und "Lucifer" von Jay-Z zu finden. 

Aber nicht nur mit seinem Sound stach der Jamaikaner zeitlebens hervor: Auch sein Style und seine unglaubliche Energie, die er bis zuletzt zu Gigs auf der ganzen Welt mitbrachte, begeisterten seine Fans.

Perrys musikalischer Impact bleibt bestehen

Lee "Scratch" Perry hatte mit seinem Verständnis von Musik und Klang aber nicht nur Einfluss auf Genres wie Reggae und Hip-Hop. Der Dub, ebenfalls eine vorwiegend jamaikanisch geprägte Musikrichtung, die allerdings auch in England großen Anklang fand, geht sogar auf ihn als Begründer zurück. Neben Reggae-Artists wie Bob Marley hinaus arbeitete aber auch Perry selbst mit Musikern aus verschiedensten Stilrichtungen zusammen, so beispielsweise mit den Beastie Boys, Paul McCartney und The Clash.

Die letzten 30 Jahre bis zu seinem Tod auf Jamaika verbrachte der Kult-Musiker übrigens in der Schweiz. Zur Todesursache gibt es bislang keine Angaben. 

Wer mehr über den Einfluss von Reggae auf Hiphop erfahren möchte, klickt hier:

9 Rap-Songs, die es ohne Bob Marley so nicht gäbe

Bob Marley hätte sicher gewollt, dass die Menschen sich lieber an seinen Geburtstag erinnern als an seinen Todestag. Im Winter 1945, während Churchill, Roosevelt und Stalin die Grundzüge der europäischen Nachkriegsordnung festlegen, erblickt der kleine Robert Nesta Marley in 9 Miles in den jamaikanischen Bergen das Licht der Welt. Am 6.


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