splash! Mag Diskussion - HipHop-Journalismus zwischen RapUpdate und Feuilleton

Das Splash! Mag hat zur Diskussionrunde geladen!

So manches Dilemma beschäftigt irgendwie alle Hiphop- und Rapmagazine: Bringen wir den Beef-Kram? Wenn ja, wie bringen wir ihn? Sind Hiphop-Medien der verlängerte Arm der Promomaschinerie? Sind die Künstler verwöhnt und können keine Kritik ab? 

Viel zu besprechen für die Vertreter von Rap.deallgood.deNoisey, dem Splash! Mag selbst, der Juice und für unseren lieben Toxik, der Probleme mit den heißgeliebten öffentlichen Verkehrsmitteln hatte. Ab etwa Minute 36:00 ist er dann am Start.

Wie siehst du die Debatte draum, wie Hiphop-Journalismus aussehen sollte? Kritische Kommentare sind gern gesehen! 

24.02.2015 - 19:08

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Kommentare

Wie wäre es denn mal, wenn ihr anlässlich eines HipHop-Events mal einen solchen Panel veranstalten würdet und dort auch Fragen aus dem Publikum mit einbeziehen würdet? Aus meiner Sicht sollte Journalismus im HipHop noch ein Stück kritischer sein. Oft handelt es sich um wenig bis gar nicht gefilterte Promo von Künstlern. Aber: Insgesamt sicher auch ein Problem der Nische und der Profitabilität solcher Medien.

Die Mehrheit von euch würde sich wohl gerne als Journalisten bezeichnen, aber wenn man zumindest mal in den Onlineportalen schaut, sind nur die wenigsten Artikel als journalistisch oder qualitativ hochwertig zu bezeichnen.
Es gibt wenig bis keine Recherche, keine Stellungnahme zu falschen Meldungen, es werden stumpf Videos von anderen Seiten übernommen.
Wirklich journalistische Elemente und ich meine nicht das was man unter Klatschpresse zusammenfassen kann, findet sich eher selten oder wie oft kann man mal einen vernünftigen, objektiven Artikel lesen?

Ich hatte noch keine Zeit mir das Video anzuschauen, aber was mich definitiv nervt sind Journalisten, die fast mehr reden als der Interviewte selbst. Ich erinnere mich da zum Beispiel an das Interview von toxik mit Ali As (Fanfragen).

Angenehm finde ich auch wenn den Interviewten nicht ständig Honig ums Maul geschmiert wird; das passiert auch viel zu oft. Mehr kritische Fragen ala Falk oder Staiger würden Interviews in Rap-Deutschland schon gut tun.

Ich finde auch, dass die Journalisten/Interviewer viel kritischer sein müssen. Man hat oft das Gefühl, dass sich da Kumpels treffen und quatschen. Dadurch entsteht vielleicht eine angenehme Atmosphäre, aber wirklich was rum kommt dabei leider nicht.
Ganz schlimm finde ich Rooz, der es offensichtlich einfach nur feiert mit Rappern abzuhängen und denen einfach nur in den Arsch kriecht (z.B. mit Bushido im Auto oder bei Fler).
Insgesamt fehlt einfach der Abstanz zwischen den Rappern/Produzenten und den Journalisten. Die haben es sich zu kuschelig gemacht.

Den Beitrag von Jana Verschwommen unterschreibe ich auch. Mehr Abstand zwischen Künstlern und Journalisten.

Jan Wehn hat dazu eine super Kolumne auf allgood.de geschrieben: "Irgendwann schrieb ich nur noch nett."

1. Professioneller journalistischer Abstand zu den Künstlern.
2. Mehr kritische Fragen, statt Hofstaat-Berichterstattung.
3. Mehr Hintergründe beleuchten, die zu aktuellen Ereignissen führen.
4. Aufwendigere Recherche betreiben.
5. Auch mal unbequeme Wahrheiten ansprechen.
6. Transparenz statt Schleichwerbung. Auch dem Laien fällt auf, dass dieses Panel von Adidas gesponsort ist. Von der Deko im Hintergrund, bis zu Visa Vie's brandneuen Sneakern. Das ist kein Zufall. Das solltet ihr unbedingt klarstellen. Es ist okay, seine Arbeit sponsoren zu lassen, aber dann muss das eindeutig kenntlich gemacht werden. Sonst ist es einfach Product Placement. Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit beginnt damit, dem Leser/Zuschauer nichts vorzumachen. Wenn ihr in diesem 1,5 stündigen Panel nicht klarmacht, dass das von 3 Streifen bezahlt wurde, ist das einfach Beschiss. Jeder weiss, dass Berichterstattung zB. mit Anzeigenschaltung einhergeht. Versucht euer Publikum nicht für dumm zu verkaufen.

Vielen Dank für die interessante Gesprächsrunde! Leider waren Staiger und Falk nicht dabei, sicher die zwei renommiertesten Journalisten aus der Szene.
Ich denke, das mediale Format und die Zielgruppe stecken die Grenzen der Berichterstattung ab. Im Videobereich geht es mehr darum, den Star und seine Musik in Szene zu setzten, im Print Format wäre allerdings schon mehr drin: Die Juice hat zwar vereinzelt ordentliche Beiträge, aber wenn man den Erfolg des Deutschrap betrachtet, ist ein überregionales Blatt doch sehr mager. Mir fehlen auch Bücher und wissenschaftliche Arbeiten über das Phänomen Rap in Deutschland. Das letzte mir bekannte Buch über das Thema, erschien 2002. Natürlich ist die junge Zielgruppe ein Problem, aber wenn man den Stellenwert beachtet, den Rap für die Kids heute hat, wenn man sieht, wie die Stars mit dieser Verantwortung umgehen, dann hätten wenigstens die Journalisten die Möglichkeit, den Kids kritisches Denken zu vermitteln, gerade wenn es Jugendliche aus der Unterschicht betrifft. Man muss sich aber auch ehrlich eingestehen, dass in den USA die kritische Politik immer mehr aus der Kultur verschwand und eine gewaltige Affirmation an den kapitalistischen Zeitgeist betrieben wurde, dasselbe geschieht zehn Jahre später auch bei uns und somit: "it´s all about the Benjamins", leider.

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Celo & Abdi, KC Rebell, Play69 & mehr tippen EM-Sieger

Celo & Abdi, KC Rebell, Play69 & mehr tippen EM-Sieger

Von Michael Rubach am 10.06.2021 - 14:26

Am Freitag startet die Fußball-Europameisterschaft. Vor dem Beginn eines solchen Turniers lässt sich bestens spekulieren, wer den Titel am Ende nach Hause holen wird. Aria Nejati begrüßt bei Apple Musics HYPED Radio (hier anhören) dafür einige ausgemachte Fußballexperten aus dem Deutschrapkosmos. KC Rebell, Play69, Joshi Mizu sowie das Duo Numero Uno Celo & Abdi präsentieren sich unter anderem im Tipp-Modus und teilen ihre Gedanken zur UEFA Euro 2020, deren Anpfiff aufgrund der Corona-Pandemie erst in diesem Jahr erfolgt.

Europameister Deutschland? Celo & Abdi sind sich uneins

Mit Torwart Kevin Trapp ist auch ein Frankfurter im Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Auf das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft dürfte er als Mann hinter Manuel Neuer jedoch kaum Einfluss nehmen. Selbst ohne Einsatz eines Akteurs der Eintracht, hält es Celo mit dem Weltmeister von 2014.

"Deutschland wird natürlich Europameister."

Celos Auffassung nach sollte der Bundestrainer offensiv auf den Hunger des erst 18-jährigen Jamal Musiala vertrauen. Abdi geht da nicht vollends mit. Deutschlands Weg erklärt er mit dem Erreichen des Endspiels für beendet.

"Deutschland kommt ins Finale gegen Frankreich, aber meiner Meinung nach gewinnt Frankreich."

Im Sturm wünscht sich Abdi zudem die Präsenz des frischgebackenen U21-Europameisters Lukas Nmchea. 385i setzt auf die Jugend.

Play69 hört auf sein Gefühl

Auch Play69 sieht theoretisch Frankreich nach dem Titel greifen. Doch eine innere Stimme lässt ihn auf Deutschland schwenken.

"Eigentlich müsste man sagen, dass Frankreich den Titel holt. Aber ich irgendwie sagt mein Gefühl, dass Deutschland dieses Jahr Europameister wird. Es spricht eigentlich nichts wirklich dafür, aber das ist das, was ich denke."

Toxik: "Für Deutschland wird es schwer"

Hiphop.de-Herausgeber Toxik blickt ebenfalls auf das Turnier. Er scheint sich genauer mit dem Spielplan auseinandergesetzt zu haben und traut England eine Überraschung zu. Die Favoritenrolle nimmt für ihn aber klar Frankreich ein.

"Vor allem bei Frankreich weiß man gar nicht, woran die scheitern sollten. Das Einzige, was sie stoppen kann, ist der Überraschungsfaktor. Bei den letzten vier Europameisterschaften haben zwei Mal Außenseiter gewonnen. Ich finde England spannend. Sie könnten bei der EM bis zu fünf Heimspiele mit Fans in London spielen. Das könnte ein entscheidendes Momentum sein. Für Deutschland wird es schwer. An der Rückholaktion von Hummels und Müller kurz vor dem Turnier merkt man, dass sich die Mannschaft in einem bisher gescheiterten Umbruch befindet, aber es sind sehr gute Spieler im Kader: Drei Stück vom Champions-League-Sieger, viele haben internationales Format. Das Beste, was Löw machen kann, ist aufs Mannschaftsgefüge zu setzen."

In der vordersten Reihe vertraut Toxik auf den frischgebackenen Champions-League-Sieger Kai Havertz, Thomas Müller und Serge Gnabry.

KC Rebell sieht den besten Kader bei Frankreich

Rebell Army-Chef KC hat sich ebenfalls kurz Zeit genommen, um den Ausgang der EM vorherzusagen. Er geht von einem Triumph des amtierenden Weltmeisters aus. Der Kader und die Performance in der Vergangenheit überzeugen ihn. Die deutsche Mannschaft schreibt der Essener deswegen aber keineswegs ab.

"Wenn ich mich jetzt realistisch festlegen müsste, würd ich die Franzosen nehmen, weil die, denke ich, den besten Kader von allen haben und weil sie in den letzten Monaten bewiesen haben, wie stark sie wirklich sind und natürlich auch weil sie Weltmeister sind. Ich glaube, dass Deutschland aktuell ein bisschen an Team-Chemie fehlt, aber sie sind eine Turniermannschaft, und wenn sie in Fahrt kommen, dann trau ich ihnen alles zu."

Joshi Mizu räumt Deutschland gute Chancen ein

Die größten Sympathien des Wiener Rappers Joshi Mizu gelten natürlich Österreich. Der deutschen Mannschaft traut er jedoch zu, die EM für sich zu entschieden.

"Ich würde schon sagen, dass Deutschland sehr gute Chancen auf den Titel hat. Obwohl mein Herz natürlich auch für Österreich schlägt, bin ich großer Fan vom deutschen Fußball und sage, dass Deutschland dieses Jahr Europameister wird."

Niko Backspin ist auf Italien gespannt

Niko von der Backspin musste grade den Abstieg von Werder Bremen verkraften. Für einen möglichen EM-Sieg bringt er neben England auch Italien ins Spiel. Dabei handelt es sich aber um die gewagteren Vorschläge.

"Rein auf dem Papier sind natürlich die Franzosen klarer Favorit. Ich bin auch gespannt auf Italien und auf England, die mit dem hochtalentiertesten Kader in der Geschichte des Verbandes unbedingt einen Titel holen wollen. Ich hoffe, dass Deutschland die Gruppenphase übersteht, was schon eine Meisterleistung wäre."

Aria Nejati: "Der Weg zum Pokal führt nur über Frankreich"

Zu guter Letzt formuliert der Gastgeber von HYPED Radio seinen EM-Tipp. Aria Nejati kann sich vorstellen, dass Deutschland dem Mythos als Turniermannschaft neues Leben einhaucht – insofern nicht schon nach der Gruppenphase Schluss ist. Die Mannschaft, die es zu schlagen gilt, kommt für ihn aus Frankreich.

"Der Weg zum Pokal führt nur über Frankreich. Ich glaube, England könnte es mit einer mutigen Aufstellung schaffen, wenn sie auf die jungen Talente setzen. Mit Portugal ist zu rechnen. Und wenn Deutschland die Todesgruppe übersteht – vielleicht sogar als Drittplatzierter – dann werden sie sehr gefährlich."

Die gesamte Folge HYPED Radio, die dieses Mal im Zeichen der EM steht, kannst du hier hören:

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