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Screenshot: K.I.Z. - Boom Boom Boom (Official Video) ► prod. by Flitzpiepen - https://youtu.be/J_JqKXvenaE

Flüchtlinge ist das Wort des Jahres. Passt! Wohl kaum etwas hat Deutschland und Europa 2015 mehr beschäftigt als die zahlreichen Menschen, die durch Krieg und Unterdrückung aus ihrer Heimat vertrieben wurden und hier nach einem besseren Leben suchen.

Fremdenhass ist natürlich keine Erfindung von 2015, aber dieses Jahr war da ein neuer Höhepunkt. Während die Anzahl rechter Straftaten rasant in immer traurigere Dimensionen ansteigt und rechte Parteien sich in ganz Europa über Zulauf freuen, gibt es auch einige Lichtblicke. Leute, die bereit sind, den europäischen Reichtum zu teilen und ganz einfach für humane Werte einstehen.

Hiphop steht seit jeher für Toleranz, Freiheit und Gleichheit. Weißt du ja. "Es ist nicht, wer du bist oder woher du bist / es ist, was du machst", um es mit einem Zitat zu sagen. Besonders in diesem Jahr haben einige Rapper ihre Reichweite und ihre Kunst genutzt, um sich gegen die hell- bis kackbraune Suppe zu stellen, für die es sehr wohl darauf ankommt, woher du bist.

In Dresden war im September ein Wholecar mit einem arabischen Willkommensgruß zu sehen. In Österreich machten Flüchtlingskinder mit ihrem Jay Z-Cover klar, dass du 99 Probleme haben kannst, aber ein Flüchtling keines davon ist. Deichkind bezogen bei der Echo-Preisverleihung Stellung und Ferris MC tat es noch mal beim Bundesvision Song Contest. Auch Streetart-Künstler Banksy hat sich ohne Musik für Flüchtlinge stark gemacht. Es gibt zig weitere gute Beispiele.

Der kleine Niclas hatte die Debatte mit seiner unvoreingenommenen, unwissentlich genialen Antwort auf Fards Frage auf das Wesentliche runtergebrochen. Kind ist Kind. Mensch ist Mensch. As simple as that.

Auf den kommenden Seiten findest du Songs zum Thema, die du 2015 gehört haben musst...

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31.12.2015 - 14:01

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Kommentare

Ich finde ja, dass man Alien von Edgar Wasser und Mine auch sehr empfehlen kann!

@ Von MelaAnorak
Da stimme ich voll und ganz zu. Edgar Wasser hat mit Alien wieder mal einen wie ich finde unkonventionellen wie ebenso genialen Songtext rausgehauen. Für mich gehört Edgar Wasser zu den kreativsten Textern des Landes und Alien greift die Flüchtlingsthematik auf eine originelle Art auf und schafft es emotional zu berühren. Richtig guter Track.

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Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Rassistischer Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Maestro mit starkem Statement

Von Alina Amin am 28.04.2021 - 15:00

Maestro hat am gestrigen Abend seine Reichweite genutzt, um ein Video zu besprechen, das seit einigen Tagen im Internet kursiert. In dem kurzen Clip wird eine Szene aus einer Erfurter Straßenbahn gezeigt, in der ein 40-jähriger Mann einen syrischen Jugendlichen aufs Übelste rassistisch angeht und gewalttätig wird. Der Vorfall ist über den letzten Tag viral gegangen und wird inzwischen von zahlreichen Medienportalen aufgegriffen. Maestro hat sich in einem etwa zehn Minuten langen YouTube-Video zu dem Vorfall geäußert. Die Message ist klar: "Man darf nicht wegschauen".

Maestro will auf rassistischen Übergriff in Erfurt aufmerksam machen

Zunächst erklärt der YouTuber und Rapper, was in dem Video überhaupt passiert ist. So habe der Mann den Jugendlichen erst angefangen, rassistisch zu beleidigen und ist dann dazu übergegangen, den Jungen anzuspucken. Sodann trat er ihm mehrere Male ins Gesicht. Das Opfer reagierte während des ganzen Überfalls nicht. 

Maestro stellt zunächst das Offensichtliche klar: Was in Erfurt passiert ist, ist absolut ekelhaft. Sodann erklärt er, dass solche Übergriffe Ergebnis von dem Schubladendenken und den Kategorisierungen sind, die in der Deutschen Gesellschaft vorherrschen.

"Wieso zieht ihr Linien und Grenzen? Haben wir nicht genug gelernt von der Geschichte? Dass Mauern ziehen und Linien ziehen und niemals Frieden und Segen mit sich bringt?"

Im Anschluss darauf bezieht er sich konkret auf die Aussage des Täters im Video, der erklärt, dass Deutschland sein Land sei und auch auf das Denken von denjenigen, die der Meinung seien Menschen mit Migrationshintergrund sollen in ihr Herkunftsland zurück.

"Das ist nicht dein Land. Das ist unser Land"

Auch über Zivilcourage und Solidarität spricht er. Zunächst stellt Maestro diejenigen zur Rede, die sich für ihre eigenen Familienmitglieder oder Freunde einsetzen würden, aber nicht für Fremde – insbesondere, wenn diese Fremden Migrationshintergrund haben. Er kritisiert, dass man sich in der Gesellschaft an denjenigen bereichern würde, die unliebsame Jobs verrichten, diese aber nie als richtigen Teil der Gemeinschaft sehe.

Um Integration ginge es vielen Rassisten dabei nicht. So erklärt Maestro, wie er selbst ein Positivbeispiel für Integration sei und dennoch tagtäglich rassistischen Anfeindungen zum Opfer fiele. Auch in seinem Alltag wirke sich dies aus: So könne er nicht mal eine Wohnung finden.

Abschließend zweifelt er die Zivilcourage der Gesellschaft an und und stellt klar: 

"Jeder der zugut und sich denkt ja, ist passiert ist Mitschuld."

Er fordert seine Zuschauer dazu auf, sich für andere einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen. Am Ende sei man immerhin eine Gemeinschaft. Man dürfe nicht weggucken – egal worum es geht. 

TW: Gewalt 

Übergriff in Erfurter Straßenbahn: Mann festgenommen

Bei dem Video handelt es sich um Geschehnisse vom vergangenen Freitag. Durch die Videoaufnahmen und Zeugenaussagen der weiteren Insassen der Bahn konnte der Mann zügig identifiziert werden. Nach dem Übergriff gelang dem Mann zunächst die Flucht. Am Montag soll er dann festgenommen worden sein. Ihm werden gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Er ist der laut der Polizei als Drogenkonsument sowie wegen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannt. 


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