SSYNIC über das N-Wort, rassistische Erlebnisse und Battlerap als Ventil

In einer neuen Folge von Germania ist Ssynic zu Gast. Während die Kamera ihn durch seinen Alltag begleitet, erzählt der Battlerapper zunächst, wie sein Vater von Sierra Leone nach Düsseldorf kam. Seinen Vater hat Ssynic dabei scheinbar nie kennengelernt. Außer seinen äußerlichen Merkmalen wie Haare und Hautfarbe und seinem Rhythmusgefühl hat Ssynic mit der Herkunft seines Vaters wenig gemein. 

"Ich bin schon hart deutsch. Ich bin Pünktlichkeitsfanatiker, Strukturfanatiker, Ordnungsfanatiker. Weniger Emotionen, mehr Kopf als Herz." 

Weiterhin berichtet Ssynic über einige rassistische Anfeindungen während seiner Zeit in der Gastronomie. Für ihn steht ganz klar fest, dass das N-Wort "kein nicht-dunkelhäutiger Mensch sagen darf". Früher habe er sich vorher Gedanken gemacht, was er sagen kann, "wenn mir einer was an den Kopf wirft. 

Ein Ventil für Ssynic war schon immer der Battlerap. Hier konnte er seinen Gedanken freien Lauf lassen und kreativ werden. Mittlerweile fühlt er sich aber nicht nur im Rap zu Hause, sondern ist auch als Ghostwriter, YouTuber und Comedian aktiv. Wie es dazu kam, erzählt Ssynic gegen Ende des Videos. 

Rooz hat dieses Jahr in einer Folge von #waslos mit Ssynic, Oxxxymiron, Tierstar & PA Sports einen interessanten Battle-Talk geführt. Das kannst du dir hier reinziehen: 

SSYNIC, Oxxxymiron, Tierstar & PA Sports im Battle-Talk mit Rooz #waslos

https://www.instagram.com/roozlee https://www.instagram.com/hiphopde Viel wurde schon über das Finale des Alpha Royale gesprochen. Rooz wollte die Sache klären und alle Beteiligten für eine neue Folge #DerDiisch zusammentrommeln, aber alle Judges haben abgesagt. Außer Tierstar.

10.10.2019 - 12:50

Groove Attack powered by Hiphop.de

Groove Attack ist Streaming Partner von Hiphop.de

Eine kurze Umfrage zum Schluss

Wir würden uns riesig freuen, wenn du uns ein paar Fragen beantworten könntest. Die Umfrage kann in wenigen Minuten ausgefüllt werden und all deine Angaben werden uns anonym übertragen.

Deine Meinung dazu?

Weiter ...

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Deutschrap reagiert auf Rassismus-Eklat nach EM-Finale

Von Michael Rubach am 13.07.2021 - 18:46

England hat am Sonntag das Finale der Europameisterschaft gegen Italien verloren. Drei englische Nationalspieler scheiterten dabei nacheinander im Elfmeterschießen: Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka.

Im Internet schlug bei manchen sogenannten Fans der englischen Mannschaft der Frust über die Niederlage schnell in Hass um. Vor allem die Fehlschützen sahen sich mit einer Flut an rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Sie wurden für die Niederlage des Nationalteams verantwortlich gemacht. Wir haben geschaut, welche Reaktionen diese menschenverachtenden Angriffe in der Deutschrapszene hervorgerufen haben.

Luciano, Manuellsen & Dú Maroc verurteilen Rassismus

Luciano, Manuellsen oder auch Dú Maroc posten eine Collage. Darauf sind Marcus Rashford, Jaden Sancho und Bukayo Saka zu sehen. Auf ihren Köpfen sitzt eine Krone. Manuellsen versieht das Bild mit der Caption "Young Kings" und dem Hashstag "fckracism". Luciano nutzt in seiner Story den Hashtag #notoracism. Azzlackz-Signing Dú Maroc schließt sich dem an und findet zudem aufmunternde Worte: "Kopf Hoch Männer".


Foto:

Screenshots: via instagram.com/luciano_loco030 | via instagram.com/dumaroc

Jalil & Hanybal mit unterschiedlichen Vorschlägen

Jalil stellt ein Szenario in den Raum, in dem "alle BIPOC [Black, Indigenous, People of Color] Spieler weltweit den Sport boykottieren und ein Jahr nicht mehr spielen." So könne man erleben, "wie spannend Fußball dann noch wäre."


Foto:

via twitter.com/JalilOfficial

Hanybal wünscht sich ein Statement von der Basis. Seiner Meinung nach könnte bereits der Amateurfußball ein deutliches Zeichen gegen Rassismus setzen.


Foto:

Screenshot via twitter.com/HanybalHanybal

Sylabil Spill: "Rassismus tötet"

Sylabil Spill zeigt auf seiner Instagram-Seite, was nach dem EM-Finale im Netz kursierte. So rief jemand den 12. Juli zum "Punish a n**** day aus". Anbei gab es eine Tabelle, die rassistische Übergriffe mit einer Punktzahl verbindet. Für einen Mord wird dabei die Höchstpunkzahl aufgerufen. Auch beruft sich der Bonner Rapper unter anderem auf einen Twitter-Post, der besagt, dass Schwarze Menschen nach dem Spiel mit dem Messer attackiert und in die Londoner Themse gestoßen worden seien.

Enemy wundert sich in seiner Insta-Story über den Ursprung dieser ausufernden Anfeindungen.

"Drei Menschen verfehlen den Elfmeter beim Fußball und schon meldet sich der Rassismus. Ich wundere mich, wie klein und lächerlich die Gründe für immer größeren Hass werden können ... Diese Welt ist ein Witz."

badmómzjay & Rua über fehlende Akzeptanz

Life Is Pain-Rapperin Rua und badmómzjay sprechen noch einen weiteren Aspekt an. Gesellschaftliche Akzeptanz funktioniere demnach für Menschen mit einer Migrationsgeschichte vor allem über Erfolg. Bei Misserfolgen sei diese Akzeptanz hingegen schnell dahin.


Foto:

Screenshots via instagram.com/badmomzjay | instagram.com/rua089

Auch die Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Aminata Touré verweist auf diesen Punkt.

Marcus Rashford mit emotionalem Statement

Die rassistischen Angriffe auf die Spieler fanden nicht nur online statt. An einer Hauswand in Manchester schlug einem der Hass entgegen. Ein Mural mit dem Gesicht von Marcus Rashford wurde beschmiert. Inzwischen haben Menschen dort etliche Solidaritätsbekundungen hinterlassen. Die rassistische Botschaft ist nicht mehr erkennbar.

Der englische Nationalspieler setzt sich für kostenfreies Schulessen für benachteiligte Kinder ein – das Piece war ein Dankeschön für sein Engagement. Der Stürmer von Manchester United meldete sich einem längeren Statement auf Social Media zu Wort. Darin heißt es:

"Ich kann mir Kritik an meiner Leistung den ganzen Tag lang anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen sollen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme."

Auch die UEFA sowie der englische Fußballverband verurteilen die rassistischen Angriffe.

Die englische Nationalmannschaft kniet seit einiger Zeit vor dem Anpfiff eines Spiels, um damit ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Bereits diese Aktion wurde von vermeintlichen Fans teilweise von Pfiffen und Buhrufen begleitet.


Sag uns deine Meinung zu diesem Artikel! (0 Kommentare)