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Mo Black – Sky is the Limit (prod. IVN) – Videopremiere

Von weihnachtlicher Stimmung ist bei Mo Black aus Köln keine Spur. Auf "Sky Is The Limit" liefert er aggressive Flows auf einen brachialen Soundteppich. Produziert hat IVN. Viel Spaß mit unserer Videopremiere!

Mo Black hier auf Instagram und Facebook folgen.

Producer (Beatmaker): IVN

Mix & Master: J-JD 

Video Direction & Post Production: Sofiane Martini

23.12.2017 - 15:02

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Style, der glänzt: Dennis Dies Das lässt Genres & Jahrzehnte fusionieren

Style, der glänzt: Dennis Dies Das lässt Genres & Jahrzehnte fusionieren

Von Clark Senger am 26.03.2019 - 16:31

Es ist gut, wenn Dinge glänzen: Die Knarre, das Messer, die Rolex oder die Fresse frisch aus dem Berber. Könnt ihr Hafti fragen. Dass nicht alles, was glänzen kann, ein Ding sein muss, beweist seit einigen Monaten ein junger Kerl aus Köln mit dem wohlklingenden Namen Dennis Dies Das. Sein Style glänzt so wie Vegas in der Nacht, Dicka.

Damit bringt Dennis nicht nur einen Vergleich, den trotz der massiven Vergleichsinflation in den letzten anderthalb Jahrzehnten noch niemand gerappt hat, sondern tatsächlich auch glänzenden Style. Zwischen all den Artists, die den Drang verspüren, entweder ihre goldenen Zeiten wieder aufleben zu lassen oder möglichst nah am Zeitgeist aus Frankreich oder den USA zu sein, ist Dennis anders. Sein Sound funkelt abseits der ausgetretenen Pfade. Die Hooks und Melodien gehen textlich und musikalisch ohne Umwege in die Region des Hirns, die für Ohrwürmer zuständig ist. Radiotauglich ohne einen Hauch von Plastik.

Dennis Dies Das lässt Dekaden verschmelzen

Die meisten Beats bekommt Dennis von seinem Homie Sascha Urlaub, den manche noch von seinem "Halt die Fresse"-Video 2012 kennen könnten. Damals sind die beiden bereits befreundet und rappen seit einigen Jahren. Dass Sascha der erste Dude mit Mic auf der Schule war, auf die beide gingen, war der Grundstein dafür, dass sie bis heute gemeinsam Musik machen.

Ihr Sound, die Videos und die komplette Verpackung sind eine wahre Fundgrube für Fans der Popkultur vergangener Jahrzehnte. Mal ist es eine Stimmung, mal ein Genre, oft auch Samples oder einfach textliche Referenzen, die sich an den 80ern, 90ern oder den frühen 00er-Jahren bedienen. "Metro" etwa pickt sich das legendäre Keyboard Riff aus Crystal Waters' House-Klassiker "Gypsy Woman", der "Playsi"-Beat basiert konsequenterweise auf dem Startup-Intro der Playstation 2 und wem ich wirklich erklären muss, worauf sich der Songtitel "Jeff Lebowski" bezieht, der begibt sich in die Welt des Schmerzes.

Der Sound ist Rave, die Attitude Rap

Die eigentlich immer humorvollen Lyrics mit ein bis zwei zwinkernden Augen drehen sich oft um die wöchentlichen Streifzüge mit den Jungs. Hier haben die spontane Freestyle Session auf der Straße ebenso ihren Platz wie Techno-Partys im (Noch-)Szeneviertel Ehrenfeld. Es geht um die Bros, die City, billigen Wein, die stadtbekannten Falafel von Habibi, Reissdorf Kölsch, Style, Partys, schönen Frauen, Suff, Kater, Snitches. Es muss nicht immer die Neuerfindung des Rads sein, wenn es gut und authentisch gemacht wird – und Dennis kauft man jedes Wort ab.

Wenn er von spontanen Jam Sessions auf der Straße rappt oder seine Freunde representet und abfeiert, merkt man, dass er Hiphop inhaliert hat. Die Musik ist auch in manchen Fällen zeitgemäßes Turnup-Material – vorzugsweise auf Beats von Traya – das man im AZ und bei mehr oder weniger geheimen Openairs in Köllefornia längst mitsingen kann. Viel häufiger erkennt man in Dennis' Musik und seinen Videos aber sein Faible für die Vaporwave-Ästhetik; die Leidenschaft für eine Fusion aus retro und kontemporär ist nahezu allgegenwärtig. 

Falls es bis jetzt nicht klar geworden sein sollte: Mit retro sind hier keinesfalls Nadeln auf Vinyl oder Preemo-Beats gemeint. Es geht um House, Trance und Techno aus anderen Jahrzehnten. Eine große Inspiration für den eingeschlagenen musikalischen Weg waren Ninja, Yolandi Visser und god (ehemals DJ Hi-Tek), besser bekannt als Die Antwoord. 

Wohin mit ihm?!

Die meisten älteren Rapfans, die irgendwann den Kontakt zum Status Quo der Szene verloren haben, wird man eher selten im Veedel Club antreffen, wenn Dennis Dies Das auf dem Flyer steht. Das ist kein Problem. Es ist 2019 und die Szene hat Platz für alle Spielarten der Rapkunst. Auch für jemanden wie Dennis, der auf die Frage, mit wem er gerne mal zusammenarbeiten würde, neben A$AP Rocky und Die Antwoord auch Manu Chao und "Drive"-Regisseur Nicolas Winding Refn nennt.

Die Zeichen für die Zukunft stehen trotz oft noch überschaubarer Klickzahlen gut. Nach dem Debüt "3D" im letzten Jahr landete Dennis beim frisch aus der Taufe gehobenen Label AEIOU von SSIOs Bruder Sohail, den man lange als Labelmanager von AON unter dem Namen Dingens kannte, und Cihan Can, der als Creative Director und Manager mit Künstlern wie SSIO, Haftbefehl, Eno, Xatar und weiteren zusammengearbeitet hat. Dort steht er mit Anbindung an Sony neben dem Duo Yung Kafa & Kücük Efendi ("Diamonds") unter Vertrag, das sich mit nur wenigen Songs eine leidenschaftliche Fanbase erarbeitet hat und regelmäßig sechsstellige Aufrufzahlen bei Spotify erreicht.

Zweimal ("Bounce" und "Metro") hat Dennis inzwischen auch die Hunderttausend voll gemacht. Mit guter Musik, einem eigenen Stil, Wiedererkennungswert und einer stets positiven Grundstimmung könnte es auch irgendwann wie bei den Labelkollegen mit der ersten Mio im Netz klappen. Man muss längst nicht mehr die Hände zum Takt durch die Luft schmeißen, nur weil der Musiker auf der Bühne ein Rapper ist. Alles gucci, solange die Kette glänzt – oder eben der Style.


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