Nach der türkischen Regierung, Angela Merkel, Fler, Bushido und Marcus Staiger äußert sich jetzt auch Kool Savas zum Fall Jan Böhmermann.

Im ersten entsprechenden Instagram-Video (siehe oben) lässt der Rapper sich allerdings nicht über die aktuelle Debatte rund um Böhmermanns Schmähkritik aus. Stattdessen spricht er über dessen Song Ich hab Polizei, der vor einigen Monaten die Gehüter erhitzte.

Kool Savas fragt nach, wer denn darüber entscheiden dürfen sollte, ob jemand anderem das Rappen erlaubt sein sollte oder nicht. Nur, um wenige Minuten ein weiteres Video hinterher zu schieben (siehe unten), in dem er einen passenden Vorschlag unterbreitet:

Ihm schwebt offenbar ein internes Hiphop-Komitee vor, dessen Mitglieder darüber befinden könnten, welche Rapper in Zukunft noch rappen dürfen. Kool Savas trägt das alles mit ernster Miene vor, betreibt hier vielleicht aber auch einfach selbst Satire.

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Ergänzung

Ein von Kool Savas (@koolsavasofficial) gepostetes Video am

13.04.2016 - 15:47

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Kommentare

Nichts gegen KKS,aber ein HipHop-Komitee wäre echt ******e.Ich meine,dass jeder andere Rapper feiert und dass das Komitee folglich auch aus Rappern bestehen würde,die man nicht feiert.Viel wichtiger ist aber,dass man niemanden verbieten sollte,mit seiner Musik erfolgreich zu werden.Außerdem wären die Rapper,die das Komitee leiten auch die Rapper die erfolgreich sind,d.h. Undergroundrapper (die teilweise sogar besser sein könnten) außen vor gelassen werden

Du scheinst Satire nicht einmal dann zu erkennen, wenn sie dir mit dem blanken Arsch ins Gesicht springt.

Keine schlechte Idee, wird allerdings nicht hinhauen, da in dem Komitee auch bloß Menschen sitzen, die evtl. auch käuflich sein können. Das wird niemand wirklich nachprüfen können.
Wäre aber schon nicht schlecht, wenn es gewissenhaft durchgeführt werden würde, auch wenn ich das bezweifle. Dann könnten sich diese ganzen Lappen, die keine Zeile selbst schreiben und deren einzige "musikalische" Leistung es ist, in der Booth irgendeine ******e ins Mic zu labern (was ausnahmslos JEDER kann, der ein gewisses Mindestmaß an Taktgefühl besitzt) endlich mal ver****en. Genauso wie diese ganzen Trottel (insbesondere aus Ami-Land), die auf ihren Shows (auch auf Festivals wie dem Splash) einfach Playback laufen lassen und auf der Bühne rumspringen. Wie bitte? Es heißt "Halb-Playback" und ist cool zum feiern? Ver****t euch, es ist wacke ******e und ein Tritt ins Kreuz von jedem ECHTEN Musiker. Wenn ich auf ein Konzert gehe (und da liegt gerade bei Festivals der Ursprung - siehe Woodstock), will ich Musiker sehen, die auf der Bühne musizieren - arbeiten. Denn Musik ist ihr Job. Und keine lächerlichen Animateure die rumspringen und rumrennen und alle paar Minuten "hands up" oder sowas ins Mic brüllen.
Zurück zum Thema: Brauchen wir ein HipHop-Komitee? NEIN! Was brauchen wir dann? HipHop-Medien, die sich von dem unzähligen SCHROTT, den es in dieser "Szene" zu finden gibt, distanzieren, statt der ******e noch eine Plattform zu geben. *hust* hiphop.de *hust*. HipHop-Festivals, die echte Musiker unterstützen, statt dem unzähligen Schrott eine, oder sogar mehrere, Bühnen zur Verfügung stellen. *hust* Splash! *hust*. Rapper, die ihre Texte selbst schreiben und die somit auch an IHRER Musik arbeiten, statt sich einfach nur vor das Mic zu stellen und zu machen, was der Produzent sagt. Und zu guter letzt: Fans, die endlich wieder lernen, vernünftig zwischen Kunst und künstlicher ******e zu differenzieren. Aber wenn ich sehe, wie viele Leute Musik heute konsumieren... "Was interessieren mich Auftritte, ich hör das im Auto und gut ist..." Keinerlei Verständnis für Musik, kein Wunder also, dass es so viel wacke ******e gibt. Da müsste man also als allererstes ansetzen.

Hat irgendwer weiter als "...Echten Musiker" gelesen?

Yep.Und recht hat er.

Digger, dir ist hoffentlich klar das der das ironisch meint oder? Wenn nicht bin echt ein trauriges Pandabärchen!

Schon klar, aber auch wenn er es ironisch meint, ändert es nichts daran, dass man gewisse Dinge, die im HipHop teilweise akzeptiert sind (Playback-Rap) oder zumindest diskutiert werden (Ghostwriting/Texte selbst schreiben), durchaus skeptisch betrachten kann. Und so ein satirischer Beitrag, wie der von Savas, eignet sich wunderbar, um diese Dinge anzusprechen, die ja immer mehr Akzeptanz finden und die in meinen Augen aus künstlerischer (Ghostwriting) und musikalischer (Playback) Sicht gesehen einfach nicht klar gehen.

Hahaha ich feier seinen Humor so hart. Die Leute, die sich hier über ihn aufregen, denken wahrscheinlich auch "Kool Savas und die Bienen" wäre ernst gemeint. :D

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Weshalb Kanye West sich für immer an Melbeatz erinnern wird

Weshalb Kanye West sich für immer an Melbeatz erinnern wird

Von Michael Rubach am 17.03.2021 - 17:46

Storytime: Melbeatz war im Rahmen eines Producer Specials bei Aria Nejatis HYPED Radio zu Gast und hat über ihre Zusammenarbeit mit Kanye West gequatscht. Die Queen of Beats blickt dabei auf ihre persönlichen Kanye-Momente in New York um 2003 zurück. Die Chancen stehen ziemlich gut, dass Kanye sich bis heute an diese "Produzentin aus Deutschland" erinnert. Schließlich hat Melbeatz damals wohl für eine Premiere in der Karriere des US-Stars gesorgt.

Darum hat Melbeatz bei Kanye West "einen riesen Stein im Brett"

Melbeatz hat sich das Kanye-Feature für ihr Debütalbum "Rapper's Delight" (2004) gesichert. Die Platte ist überhaupt nur entstanden, da ein gemeinsames Projekt mit Valezka kurz vor der Fertigstellung gecancelt wurde. Eko Fresh und seine damalige Freundin hatten Optik Records den Rücken gekehrt und nahmen das Kollaboalbum "L.O.V.E." auf. Auf die Situation kommt Savas auch direkt in "Das Urteil" zu sprechen: "Verrückt, 'ne Woche später hör' ich, dass sie mit Ekrem schläft / Mit ihm ein Album macht, kurz bevor das Album mit Mel zu Ende ist"

Zurück zu Kanye: Wie hat Melbeatz mit Ye connecten können? Ein Verleger in den Staaten hat die Sache offenbar ins Rollen gebracht. Melbeatz war mit 100.000 Euro Vorschuss für ihr Projekt ausgestattet worden.

"Ich hatte die Nummer eines Verlegers in den USA. Der hat mir damals Kanye West in New York vorgestellt: 'Hier ist der Produzent von Roc-A-Fella. Der hat gerade sein Mixtape draußen.' Das muss 2003 gewesen sein. Ich konnte damals exklusiv 'Through The Wire' hören und außerdem produzierte er ja Jay-Z. Also dachte ich mir 'Ja, der ist nicht schlecht'."

Optik Records-Boss Kool Savas hatte Kanye zu jener Zeit bereits genauer im Blick und konnte Melbeatz für das Zusammentreffen sensibilisieren.

"Ich hab dann über Münztelefone Savas angerufen und ihm erzählt, dass Kanye mir angeboten wurde. Der meinte auch: 'Ja ja, mach das, der ist cool, aber der soll ein bisschen schwierig sein.' Savas hat damals schon Kanye-West-Interviews gelesen und gemerkt, dass er etwas eigenartiger ist."

Kanye war vor allem als Producer bekannt. Sein Debütalbum "The College Dropout" hatte noch nicht das Licht der Welt erblickt. Ein kleiner Auftritt in einem Musikclip von Jay-Z wurde von Ye und seinen Kumpels regelrecht abgefeiert, wie Melbeatz erzählt. Ihr eigenes Beatpaket für Mr. West bestand aus 20 Beats. Erst kurz vor der letzten Anspielstation soll es Ye gepackt haben – nicht jedoch, ohne Verbesserungswünsche einzuwerfen.

"Ich bin zu dem ins Studio in New York gefahren. Da kam gerade 'La La La' von Jay-Z raus und Kanye hat mit seinen Homies auf den Fernseher gezeigt und sich voll gefreut, dass er im Video an einer Stelle zu sehen ist. [...] Ich hatte zwei CDs dabei, mit 20 Beats. Und der hat wirklich alle durchgeskippt, ich hatte schon Schweißausbrüche. Den Vorletzten hat er dann genommen. Er so: 'Der ist fresh, aber da fehlen Strings' und er wollte unbedingt eine echte Geige einspielen lassen. Dann kam eine Freundin von ihm [Miri Ben-Ari] ins Studio und hat das eingespielt."

Melbeatz hat sich mit ihrem Besuch in New York anscheinend in Kanyes Gedächtnis eingebrannt – zumindest konnte er sich wohl Jahre nach dem Aufeinandertreffen noch an die Berlinerin erinnern. Sie sei die erste Person gewesen, die ihn jemals fürs Rappen bezahlt hätte. Heute ist Kanye Milliardär.

"Jahre später hab ich mich wieder mit dem Verleger getroffen, der mir Kanye damals vorgestellt hat. Und er war kurz vorher mit Kanye essen, der hat ihn wohl nach mir gefragt. 'Erinnerst du dich noch an die Produzentin aus Deutschland? Die war die erste, die mich als Rapper bezahlt hat!' Bei ihm hab ich wohl noch einen riesen Stein im Brett. […] 8.000 Dollar! Das war die beste Investition meines Lebens."

Mehr History von und mit Melbeatz bekommt ihr bei HYPED Radio.

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