JIGZAW X KOLLEGAH - Sprudelwasser (Prod. by M3)

Jigzaw droppt mit "Sprudelwasser" eine weitere Single aus seinem kommenden Album "Jiggi". Wie am Anfang des dazugehörigen Videos zu lesen ist, wurde der Clip "unter erschwerten Bedingungen aufgenommen". Damit dürfte eine weitere Szene zu Beginn des Videos gemeint sein, in der zu sehen ist, wie Jigzaw von der Polizei kontrolliert wird. 

Musikalischen Support gibt's hingegen von Labelboss Kollegah. Auch das ganze Alpha Music Empire-Camp rund um Gent und Asche ist im Clip zu sehen. Zusätzlich ist Noir mit von der Partie. Wie Jigzaw in "Sprudelwasser" ankündigt, geht der Output bei Alpha Music nach seiner Soloplatte direkt weiter – ein Labelsampler soll erscheinen. Darüber, über "Jiggi", seinen Mentor Kollegah sowie seine Ausreise aus Deutschland und vieles mehr hat Jiggi vor Kurzem mit Aria im Talk gesprochen: 

Jigzaw im Interview: Abschiebehaft, Türkei, Kollegah, Alpha-Sampler, Haftbefehl, Nimo & "Jiggi"

https://instagram.com/jigzaw https://instagram.com/arianejati https://instagram.com/hiphopde ️Heute hat Jigzaw Deutschland verlassen und sich auf den Weg in die Türkei, die Heimat seiner Vorfahren gemacht. Wäre er nicht selbst ausgereist, hätte ihm die Abschiebung gedroht. Im ausführlichen Interview mit Aria erzählt das Kollegah-Signing, wie es so weit kommen konnte und wieso er nicht großartig mit seinem Schicksal hadert.

08.06.2019 - 11:44

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Jigzaw gegen alle – vor allem gegen Frauen

Jigzaw gegen alle – vor allem gegen Frauen

Von Michael Rubach am 08.10.2020 - 13:02

Ob Juju, Loredana oder badmómzjayJigzaw hat in den letzten Tagen vermehrt den Kontakt zu Rapper*innen gesucht. Dabei ging es rabiat zu. In Hörproben, Storys oder in Kommentarbereichen beleidigt Jigzaw, was das Zeug hält. Wo seine Ansagen gegen männliche Kollegen wie Kollegah oder Fler weitestgehend ignoriert werden, tun weibliche Artists ihm einen Gefallen. Sie reagieren auf seine wahllos wirkenden Sätze und Lines, die mal wieder ein Frauenbild zeichnen, das vor allem bei alten weißen Männern Anklang finden könnte.

Jigzaw disst und disst und disst

Seit der Zusammenstauchung des Alpha Music Empire kämpft Jigzaw aus der Türkei heraus für seine Karriere. Dorthin hat er sich begeben, um einer Abschiebung zuvorzukommen. Seine gegenwärtige PR-Strategie scheint ausschließlich auf Attacke ausgelegt zu sein. In einer Instagram-Story aus dem September erklärte er:

"Ab jetzt pro Track – 8 bis 10 Personen werden gedisst."

Und so frontet Jigzaw tatsächlich regelmäßig alles und jeden, um sich Gehör zu verschaffen. Die gerade volljährig gewordene badmómzjay wird von Jigzaw für so einen Diss direkt getaggt. Folgt sie der Social-Media-Fährte, darf sie sich anhören, dass sie gef*ckt werde, "bis sie O-Beine hat."

Da Hörproben offenbar nicht ausreichen, um Jigzaws Haltung publik zu machen, verlagert er seine Aktivitäten auch in Kommentar-Sektionen. Ohne dass er angesprochen worden wäre, reagiert er auf der Insta-Seite von Memo.Rapcheck auf ein Meme von Juju. Dort beschimpft er die Berliner Rapperin als "Drecksfut" und gibt nebenher einen Hinweis auf einen kommenden Song.

Eine schlichtweg menschenverachtende Einstellung bei Beef hat Jigzaw schon einmal offenbart, als er sich an seinem Kontrahenten Samarita aufrieb. Er schreckte nicht davor zurück, die im Internet zur Schau gestellte Asozialität in die Realität zu überführen – ohne Rücksicht auf die Auswirkungen des eigenen Handelns. In einem Kommentar hielt Aria Nejati seinerzeit fest:

"Diese Grundlage an Respekt und Fairness, seines eigenen Grenzübertritts bewusst zu sein, scheint bei manchen Rappern allerdings vollkommen verloren gegangen zu sein. Erinnerungen kommen hoch an die abartigen Beef-Taktiken von Al-Gear, der seine Gegner mit ekelerregenden Pranks ins Verderben schickte. Von Einsicht ist bei Jigzaw nicht der Hauch einer Spur."

Was ist Beef? oder: Wer kann am ekelhaftesten sein? (Kommentar)

Es gibt keine zwei Meinungen. Ich will niemanden überzeugen. Der Sachverhalt braucht keine moralische Einordnung und allein dieser Umstand zeigt, mit welcher Vehemenz die Grenze jeglichen Geschmacks überschritten wurde. "Beef ist, wenn ich deine Mutter fick' und du es siehst", rappte Kollegahs damaliger Labelpartner Favorite 2007 auf dem ersten Selfmade-Sampler.

Jigzaws aktuelle Agenda setzt sich aus Provokationen zusammen, die sich vielleicht an der Idee orientieren, Rap wieder hart machen zu müssen. Für die Umsetzung eines solchen Vorhabens rückt er an Frauen heran, die ihn auf der Karriereleiter überholt oder sogar überrundet haben.

Jigzaw bekommt Reaktionen von Juju, Loredana & mehr

Zunächst hat Juju Jigzaw den Gefallen getan und sich seiner angenommen. Sie machte öffentlich deutlich, dass sie sich von "Junkies belästigt" fühle. Ein kurzer Seitenhieb in ihrer Story, der Jigzaw wiederum zu noch mehr Storys, Memes und zusätzlichen Ansagen animierte. Die alte Internetweisheit Don't Feed The Troll hat an Gültigkeit wohl kaum verloren. Jigzaw kommt in seinen Tiraden nicht ohne einen Verweis auf eine kommende Single aus, die "Tangas zur Seite schieben" würde. Sexismus klang selten belastender.

All diese Aktivitäten riefen wiederum Loredana auf den Plan, die sich direkt an Jigzaw wandte. Sie lasse nicht zu, dass "jemand weiterhin denkt, er könne alle Frauen Scheisse behandeln".


Foto:

Screenshot via instagram.com/loredana

Auch pflückt Jigzaw diesen Kommentar auf Instagram groß auseinander. Er disse "aus Prinzip" und sein Verhalten gehe darauf zurück, dass er "diese Menschen nicht leiden kann." Ein "Frauenfeindlicher" sei er nicht. Schließlich ständen seine verbalen Angriffe nicht damit in Zusammenhang, dass seine Ziele eine "F*tze haben. An einem respektvollen Umgang scheitert er abermals.

Die Antwort von badmómzjay, die Loredana ebenfalls in ihrem Statement erwähnt, fällt indirekt aus. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich Jigzaw sich zu diesem kurzen Post ausgiebig positionieren würde.


Foto:

Screenshot via instagram.com/badmomzjay

Jigzaw gefällt sich in seiner Rolle

Stumpfe Beleidigungen des bloßen Dissens wegen hat Jigzaw nicht erfunden. Wo bei Projekten wie "Jung Brutal Gutaussehend" hinter asozialsten Lines noch irgendwo ein Augenzwinkern zu erkennen ist, fehl hier eine solche Ebene. Kollegah und Farid Bang pflügen sich bei ihren Kollaboalben in Terminator-Manier durch einen Action-Film. Jigzaw gibt - ein paar Augenblicke nachdem er von irgendjemanden bemerkt wurde - wenig reflektierte Statements ab. Ein großer Kunstgriff ist dahinter kaum zu vermuten.

Neben den genannten Künstler*innen sind YouTuber und Influencer in sein Kreuzfeuer geraten. Mit Simon Desue und Leon Machère befinden sich darunter Vertreter, die nicht als Saubermänner in der Szene gelten – dennoch bringen auch sie eine enorme Reichweite mit sich. Wie Trophäen stellt Kollegahs Ex-Signing eintrudelnde Reaktionen in seiner Insta-Story aus. Er will die Welt wissen lassen, dass er gehört wird. Die plumpesten Mittel sind ihm da gerade gut genug.


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