Inszenierte Hypes & Geldmacherei: Was hinter den Sneakertrends steckt

Tagelang vor Geschäften campen, hunderte von Euros investieren oder auf Schlaf verzichten, um pünktlich zum Release vor dem Laptop zu sitzen. Und das alles für einen Schuh.

Sneaker sind schon lange nicht mehr nur Gebrauchsgegenstand. Vielmehr gelten sie mittlerweile als Statussymbol, Sammelstück und Geldanlage. Bettina Bestgen sieht sich für Jäger & Sammler den Sneaker-Hype genauer an und geht der Frage nach, ob die Firmen den Hype kalkuliert inszenieren. Unter anderem besucht sie dafür den Berliner Sneakerhead Jens Burmester sowie den Sneakerhändler Bas2.

Gefühlt jede Woche wird ein neuer, limitierter Schuh von großen Marken angekündigt. Diese special Editions zusätzlich mit einem bekannten Rapper zu verbinden, wird dabei immer häufiger und soll zusätzlich Kunden an Land ziehen. Laut Sneakerhändler Bas2 herrsche aktuell zu viel Output, da einzelne (vermeintlich besondere) Schuhe schnell durch andere ersetzt würden und so ein Verlust für den jeweiligen Verkäufer entstehen könne. Durch die Limitierung vieler Modelle schafft es die Industrie auf künstliche Weise, dem potentiellen Käufer zu zeigen, was cool und exklusiv sein soll. Standard wolle ja schließlich niemand sein.

Dass die Herstellung der Schuhe hinsichtlich der Bezahlung für die Farbikarbeiter nicht fair ablaufe, sei den meisten Konsumenten bewusst, so Schuhsammler Jens. Trotzdem würde man das in der Regel verdrängen, da die Sammelleidenschaft dann doch im Vordergrund stehe. Wie die Aufteilung der Kosten zwischen Einzelhandel, Markenkonzern und der Produktion in Zahlen aussieht, wird ab Minute 2:49 gezeigt.

Als Ergebnis hält Bettina fest, dass es die Kombination aus den Firmen und den Konsumenten ist, die das Geschäft funktionieren lässt. Auch sie selbst habe gerne freshe Sneaker an den Füßen und laufe dadurch schnell mal Gefahr, den durchdachten Konzepten der großen Konzerne zu verfallen. Trotzdem solle man öfter mal hinterfragen, was man eigentlich trägt beziehungsweise kauft und ob man wirklich jeden Trend mitmachen sollte. Ein Denkanstoß, den man eigentlich immer beim Konsumieren berücksichtigen sollte.

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