Die MC Sadri-Saga geht weiter. Mit seinem 2019er Album „Bob Sadri“ fügt der Hamburger seinem Werk sogar eine weitere Facette hinzu. So ist seine neue LP gespickt mit einer durchaus überraschenden Fröhlichkeit, die Sadri allerdings sehr gut mit seinen bisherigen Veröffentlichungen in Einklang zu bringen versteht.
„Bob Sadri“ ist geprägt von Reggae-Einflüssen, für die man als Hamburger bei all dem schlechten Wetter bekanntlich besonders offen ist. Doch wer jetzt an Dancehall-Sounds denkt, oder an Autotune, der ist auf dem falschen Dampfer. Mit „Bob Sadri“ liefert MC Sadri eine Fusion aus klassischen Good Vibrations à la Bob Marley und seinem typischen Rap. Nur dass er das Nachdenkliche, das Melancholische, das Kritische dieses Mal in gute Laune verpackt hat. Damit vervollständigt „Bob Sadri“ die Reihe seiner bisherigen Veröffentlichungen, die stimmungsmäßig eher Winter- oder Herbst-Platten waren, als das Werk, mit dem Sadri die Sonne rauskommen lässt.
Auf den Vibe gekommen ist Sadri während des Sommers 2017. Das Wetter war schlecht, die Sehnsucht nach Sonne groß. Weed und die Musik von Bob Marley inspirierten ihn schließlich zu dem, was auf „Bob Sadri“ gebündelt in zehn Songs und einem Skit zu hören ist: coole HipHop-Reggae- Beats mit dem Sadri-Trademark.
Produziert hat er das Album selbst. Die tragenden musikalischen Elemente entlockte er verschiedenen Studiomusikern. So entstand ein aufs Maximum reduzierter Sound, dominiert vom Reggae-Gitarrensound und Sadris Rhymes. Bereits die erste Session mündete in dem Song „Wir Jammin“. Weitere Stücke folgten, alles griff ineinander und passt zusammen wie Blüten, Tabak und Papier.
Aufgenommen hat Sadri „Bob Sadri“ nicht, wie sein Vorgänger-Album „Denkmal“, bei Samy Deluxe in der KunstWerkStadt, sondern im Studio von Joni Rewind aka DJ Dynamite, Hamburgs erster Instanz für jamaikanischen Sounds und Rap. Gemischt hat er die Platte ebenfalls. Damit stellt sich Sadri nicht nur klanglich auf die sichere Seite. Er beweist auch einmal mehr, dass er es wie kaum ein anderer versteht, sich den Support der passenden Leute für sein entsprechendes Projekt zu sichern. Apropos passenden Leute: Mit Gastbeiträgen von Afrob und Samy Deluxe beweist Sadri auch den nötigen Geschmack für die Bereicherungen, die den Vibe von „Bob Sadri“ weiter verstärken. Wie die Zusammenarbeit mit den Studiomusikern unterstreichen auch die Gäste, worum es auf dem Album geht: um Spaß, um Leichtigkeit, oder, wie es der Song „Chill dein Life“ sagt, die Dinge entspannt anzugehen, selbst bei „30 Grad“.

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