Produzent & Labelchef Stickle verrät das Geheimnis seines jahrzehntelangen Erfolgs

Niemand Geringeres als Stickle war zu Gast bei Aria für das neuste Producer Special bei HYPED Radio. Der legendäre Produzent sprach dabei unter anderem über seine Arbeit als frischgebackener Labelchef, seine Visionen und darüber, was sein Geheimrezept für Erfolg ist. Ende des letzten Jahres gründete der Wahlberliner gemeinsam mit Four Music sein eigenes Label: November Eleven.

November Eleven: Stickle als Labelchef

Seit dem 11. November letzten Jahres ist Stickle offiziell Labelboss beim passend benannten "November Eleven". Dort geht er neben seiner Arbeit als Creative Director auch weiter seiner Produzententätigkeit nach. So wird die direkte Arbeit mit seinen Künstlern noch einmal deutlich intensiviert.

Aktuell steht bei November Eleven ein Künstler unter Vertrag, nikan. Im Interview legt er offen, wie seine Visionen für die Zukunft aussehen. Das Ziel sei es nämlich nicht, einfach große und bekannte Künstler abzuwerben. Viel mehr wolle er junge Artists signen, in denen er Potenzial für eine krasse Weiterentwicklung sehe. Hier wolle er mit seiner langjährigen Erfahrung zur Seite stehen.

"[Ich] versuche halt eher, die vor Fehlern zu bewahren. Dadurch, dass ich auch schon so viele Künstler- und Labelsituationen gesehen habe. Und denen halt einfach so eine Basis zu bieten, dass die einerseits machen können, was die wollen und halt versuchen alles zu ermöglichen, worauf die Bock haben. Ohne denen jetzt irgendwie so krasse Einschränkungen zu geben. Aber auf der anderen Seite natürlich auch beratend zur Seite zu stehen."

Gerade der Perspektivwechsel gefalle ihm daran. Als Produzent stehe man meistens auf der Artist-Seite und hat das Label als Gegenüber. Mit November Eleven wolle er dies aufbrechen und beide Positionen einnehmen. Insgesamt sei er super zufrieden damit, wie es aktuell laufe.

Bushido, Casper, Apache 207: Stickles beispiellose Producer-Karriere

Vor mehr als 15 Jahren wird Bushido bei einem Gig in Linz ein Demotape in die Hand gedrückt. Die kurze Aufforderung: "Hier, hör dir das mal an!" Diese Ansage kommt von Stickle. Heute produziert der Österreicher unter anderem für Yung Hurn, Apache 207, Bausa und Pashanim.

Jahrzehntelanger Erfolg: Stickles Geheimnis

Seine "Geheimzutat" will natürlich kein Künstler verraten, aber Stickle erklärt gegenüber Aria, was er glaubt, woher sein jahrelanger Erfolg komme. Er habe immer versucht, mit jungen Künstlern zusammenzuarbeiten und seine Ohren nie dem neuen und frischen Sound gegenüber verschlossen. Aktuell arbeitet der ehemalige egj-Produzent unter anderem mit Apache 207, Pashanim und Yung Hurn zusammen.

Wichtig sei ihm immer einfach gewesen, dass der Vibe im Studio stimme. Um ein gutes Gefühl für die Artists zu bekommen, frage er direkt an, was diese gerade persönlich an Musik feiern würden. Dadurch erfahre er meistens, in welche Richtung es gehen sollte und ob man überhaupt zueinander passen würde. So könne es auch schnell mal passieren, dass man nicht zusammenpasse. Für Stickle sei dies dann ein No-Go und so habe er auch bereits die Arbeit mit großen Künstlern abgebrochen.

"Manchmal funktioniert es auch nicht. Ich hatte auch schon Sessions, wo man sich getroffen hat und schon im Vorfeld dachte: 'Ok, vielleicht wird es ein bisschen schwierig'. Wo man dann wirklich nach einer halben Stunde gemerkt hat so, das passt halt einfach nicht. [...] Ich bin dann nicht so, nur damit ich einen Song oder das Placement bekomme, dann die Session mache."

Das ganze Interview mit dem Nummer 1-Produzenten erscheint wie immer als Video am Ende der Woche. Die aktuelle Folge HYPED Radio könnt ihr euch hier reinziehen:

Radiosender Stickle: Producer Special auf Apple Music

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Warum Farid Bang Bushido nicht mehr dissen will

Warum Farid Bang Bushido nicht mehr dissen will

Von Paul Kruppa am 27.07.2021 - 13:08

Farid Bang hat in seinem neuen Interview mit den Kollegen von Deutschrap ideal erklärt, warum auf seinem neuen Album "Asozialer Marokkaner" keine Disses gegen Bushdio drauf waren. Viele Fans hatten erwartet, dass der Banger möglicherweise gegen den Berliner feuern würde, doch nun erklärte Farid, dass er davon nicht viel halten würde.

"Das ist nicht mein Stil": Farid Bang über Bushido-Disses

Hatte es noch auf "JBG 3" ordentlich Disses gegen das egj-Oberhaupt gehagelt, kam Bushido auf "Asozialer Marokkaner", wie zuvor angekündigt, glimpflich davon. Farid Bang (jetzt auf Apple Music streamen) erklärte nun im Interview, dass dies daran liege, dass es er kein Problem mehr mit Bushido habe.

Er habe irgendwo auch Verständnis für ihn. Der größte Angriffspunkt wäre schließlich der Polizeischutz, unter welchem der Rapper aktuell steht. Das sei allerdings für Farid kein Grund Bushido anzugehen. Er verstehe, dass es für Bushido die einzige Möglichkeit gewesen sei.

"Was soll ich jetzt für einen Grund nehmen für den? 'Ey du bist jetzt unter Polizeischutz' – das interessiert mich gar nicht. Diese Thematik auch, er ist unter Polizeischutz. Hör mal, ich bin nicht Pablo Escobar oder der bekämpft nicht mich oder irgendwas. In einer Sache muss ich ihm immerhin recht geben. Der hat doch keine andere Wahl, was soll der denn machen? In der Hinsicht. Er will aus einem Vertrag raus, die haben es nicht geschafft es so zu klären. Was soll der Typ jetzt machen?"

Er wolle Bushido gar nicht als den Guten in der Geschichte darstellen oder Ähnliches. Aber er habe ihm immer das Unterdrücken anderer Künstler vorgehalten. Kämen nun Disses von Farid, sähe er sich in der gleichen Position.

"Was ich ihm immer vorgeworfen habe, war diese Unterdrückung. Und wenn ich den jetzt angreife, wäre das genau derselbe Vorwurf."

Einem sportlichen Rap-Battle in der Zukunft, wenn Bushido seine ganzen aktuellen Probleme irgendwann mal hinter sich lassen konnte, stehe dem Banger-Oberhaupt offen gegenüber.

"Wenn der irgendwann Mal die ganze Sch*iße hinter sich gebracht hat und ihr ein Rapbattle wollt, können wir das gerne machen. So auf sportlicher Ebene, sage ich mal."

Farid Bang über aktuelle Labelsituation bei Banger Musik

Auch auf die Fragen nach der aktuellen Situation bei Banger Musik geht Farid ein. So hatten sich viele über einige Zeilen auf dem Track "Thanos" gewundert, die nahelegten, dass Farid sich von seinen Signings getrennt habe. Damit räumt er nun auf.

So sei er mit keinem seiner Künstler zerstritten oder habe ein Problem. Allerdings habe das Gefühl, Banger Musik sei nicht mehr das Team, das seiner Vision entspreche. Aus diesem Grund habe er sich entschieden, den Fokus in den nächsten Jahren auf sich selber und nicht die Labelarbeit legen zu wollen.

"Als Allererstes: Ich bin mit keinem da verstritten oder sonst irgendwas. Nur, ich will den Fokus in den nächsten Jahren auf mich setzen und nicht auf Label oder andere Künstler oder sonst irgendwas, sondern ich will mich nur auf mich fokussieren. Die Vision, oder warum ich Banger Musik mal gemacht habe, war als Team. Und das sehe ich nicht mehr so bei uns."

Er sei aber auch niemand der den Leuten hinterherlaufe oder versuche sie zurückzuhalten. Er und Summer Cem seien immerhin seit vielen Jahren gute Freunde und da gäbe es dann keinen Streit, wenn einer irgendwann sein eigenes Ding machen wolle.

Zieht euch hier das ganze Interview rein:


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