VA - Rap on Beatz Volume One

Rap on Beatz Volume One

Artist

VA

Release Titel

Label

Veröffentlichungsdatum

29 Mär 2005

Pressetext / Beschreibung

Raponbeatz ist eine Veranstaltungsreihe in Darmstadt die versucht, "Größen der Szene mit Locals auf eine Bühne [zu] bringen". Dem selben Konzept folgt auch der erste Sampler: bekannte Namen mischen sich mit "Newcomern aus dem Rhein-Main Gebiet".
Ganz große Namen finden sich auf der Tracklist aber nicht. Mit dabei sind unter anderem ZM Jay, K*Rings Brothers und Pyranja.
Geboten werden 22 Lieder, darunter einige Club-Tracks aber auch viele Conscious Nummern.
Laut Presse-Info ging es den Machern unter anderem darum "der zunehmenden Aggressivität des deutschen Rap entgegen zu treten".
Angefangen wird mit einem Old-School Intro von Apollo Lovemachine, darauf folgt als Opener ein weniger guter Club-Track von Kriso (Darmstadt What?!). Die Technik Krisos ist nicht schlecht, aber Haus-draus-Maus-raus Reime im Chorus hauen einen nicht gerade um.
"Am Busen der Musen zu schmusen ist ungefähr noch geiler als Bauchnabelflusen"... macht's auch nicht besser.
Ähnlich geht’s mir mit "Nachts draussen"(Freaky Flow, Yaneq, Pyrania), dem nächsten Party-Track. Nicht schlecht, aber außer auf Raponbeatz-Partys wird der Track es wohl nicht in die Clubs schaffen. Hört auf www.raponbeatz.de am Besten selber rein, dann wisst ihr ob's nur daran liegt, dass ich Pyrania nicht mag.
Allgemein müssen Rhymes und MCs in erster Linie cool sein, damit man Lust kriegt zu dem Track zu feiern. Sonst hilft auch Technik und Ami-Beat nichts.
Richtig gut ist Dead Rabbits Beat für Gabreals 1000 Rhymes. Leicht Up-Tempo, aber deep mit einem coolen, leidenden Gesangssample. Guter Track und eindeutig mein Favorite.
Das Anthem des Münchener Flavaclub sprengt dann den Anti-aggro Ansatz der Compilation. Guter Club Beat, aber Ali A$ und seine Freunde vermitteln ihr Gangster Image nicht sonderlich glaubwürdig. Am besten kommen die Double-Time Parts, auch wenn spätestens der englische an Twista erinnert.
Zm Jay, Cicero und Poise zeigen ihre "Vostellung vonna Vorstellung" auf einem schön deepen DJ Knickneck Beat und bringen uns in die zweite Hälfte des Samplers: die Conscious Nummern.
Das Booklet informiert uns, dass man "vielversprechenden Nachwuchs mit alten Hasen" zusammenbringen will. Spreu und Weizen rappen eindeutig so, als würden sie zur zweiten Gruppe gehören. Im negativen Sinn. Passenderweise geht’s in dem Track darum, das sie keine "Angst vor schlechter Kritik" haben.
Die Cuts auf dem Can Can-Track Can rap bringen einen fast in die Neunziger zurück, ähnlich wie der ZM Jay Track. Diesesmal im positiven Sinn.
Sozialkritisch wird’s dann bei Uns gehts zu gut von Da Flexibles. Gut gerappt, auch wenn mir der Inhalt wenig gibt.
Intelligent genug um sie zu diskutieren sind die Statements aber schon. Ob man die englischen Parts braucht, ist wie immer Geschmackssache. Klingen tun sie gut, wenn auch sehr nach Ami-Underground.
Ums komplett zu machen: Es folgen PTF die mit ihrer Kindheit als Mobbing-Opfer abrechnen, Kodimey der auf einen Old School Beat Old School Rhymes über den Wert der Soul Musik legt (inklusive Nena-Diss...), Marsimoto der mit voller Absicht vollstens Quasimoto bitet, Robda der die schlechte Welt beweint und versucht etwas getoaste mit einfließen zu lassen, eine Darmstadt Hymne von Schwarzmaler und schließlich ein seltsames Studenten Gitarren Lied von Tenthirtyeight.
Viel Abwechslung bietet der Sampler sicherlich. Leider aber auch viel Mittelklasse.
Alle nicht genannten ließen sich auch mit jeweils einer der anderen Song-Kritiken beschreiben.
Grob gesagt findet man auf der ersten Hälfte Club Tracks die wenig reißen und auf der zweiten Conscious Nummern der alten deutschen Schule.
Qualitativ auf vernünftigem Niveau, aber ohne Chancen auf die Spitzenklasse.

Bewertung:
3 von 6
        
Fazit:
Korrekter Sampler für Leute die auch schon vor der Berlin Welle Deutsch Rap mochten.

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