Ischen Impossible - The Mischen

The Mischen

Release Titel

Veröffentlichungsdatum

18 Mai 2006

Pressetext / Beschreibung

Die Zeiten, in denen Meli mit ihrem Bruder Marcel bei jedem Konzert in Stuttgart und Umgebung performte waren spätestens seit ihrem umstrittenen Debutalbum "Skillz en Masse" vorbei. Rückblickend war dieses Album einerseits eine unheimlich vielseitige Scheibe, die auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, auf der anderen Seite konnte man bei dem schrecklichen No Limit Bling Bling Cover verstehen, dass der Konsument eher Abstand gehalten hat. Darauf, dass dies der erste Streich für den Niedergang von Kopfnickerrecords werden sollte soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden.
        
Den 1998 gegründeten Ischen Impossible ist Meli 2004 beigetreten. Das der Name nicht ganz so cheesy, wie der bald anlaufende Film ist, vergegenwärtigt sich, wenn man erfährt das das Wort "Ische" jüdisch Mädchen/Frau bedeutet und das "Impossible" für das in der westlichen Kultur scheinbar oft verkannte natürlich unaufdringliche, aber dennoch sexy Selbstbewusste steht. Dies mag zwar etwas an den Haaren herbeigezogen klingen, aber letztendlich zählt ja die Musik.

Als ich letztes Jahr das Tape "Demolischen Vol.I." hörte, dachte ich zunächst an eine Reunion von Tic Tac Toe. Glücklicherweise schlägt das Album allerdings andere Töne an. The Mischen ist eine bunte Mischung aus HipHop, Dancehall und Reggae, und wenn man sich erst einmal von dem Dogma gelöst hat, dass Frauenbands anhaftet, dann entfaltet dieses Debut einen ganz eigenen Charme.

"Dancehallfieba" erinnert durch den Ragga Beat und den Staccatoartigen Gesang wenig an M.I.A., wird durch eine sanftere Panflöte aber wieder entspannt. Richtigen HipHop bekommt man mit "Die Wahrheit" mit Jonesmann, aber auch auf "Du bleibst bei Mir" einem guten R n’ B Track mit Cassandra Steen sollte hier hingewiesen werden.

Schön ist auch zu sehen, dass Meli erkannt hat, dass die Waffen der Frau viel wirkungsvoller sind als Ghettoattitüden. Die Raupe wurde zum Schmetterling und dieses natürliche Selbstbewusstsein spürt man auch in der Musik.

Tic Tac Toe lassen sich von Neger Karle also lieber einen anderen lukrativen Job geben (das passende Savas Zitat aus LMS bleibt hier besser ungenannt) um das Feld, den MCs zu räumen. Wem knapp 39 Minuten also nicht zu kurz für ein Album sind, der kann hier getrost zugreifen, denn The Mischen ist kein Album vom Band, sondern eher der Soundtrack zu einer lauen Sommernacht. Wenn ich mich nicht täusche lief der Film zum Album letzte Woche Deutschlandweit in den Kinos an. Mit Tom Cruise in der Hauptrolle…

Bewertung:
4,0 von 6    
    
Fazit:
Die Ischen Impossible scheren sich nicht um Kategorien und Schubladen und bieten mit ihrem Debut einen interessanten Musikmeltingpot. Im Gegensatz zu den Tapes und (zumindest vom Cover her) Melis Album, klingt dieses Album allerdings nicht wie amigebite, sondern könnte seine Wurzeln im UK haben. Wer also M.I.A. und Ms Dynamite mag, der sollte hier auf jeden fall einmal hinhorchen. Mit Tic Tac Toe hat das auf jeden Fall gar nichts zu tun.

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