Das 13.000-Euro-Ticket: Luxus-Campen auf dem Openair Frauenfeld

Für viele ist das Festivalerlebnis erst komplett, wenn man die Schuhe auf dem matschigen Zeltplatz kaum noch erkennen kann, kalte Ravioli aus der Dose löffelt und warmes Bier zu einem wilden Musikmix aus allen Richtungen genießt. Das Openair Frauenfeld bietet auf einem riesigen Feldplatz genau dieses Erlebnis:

Aber auch, wer diesen Teil des Festival-Vibes eher weniger feiert, ist auf dem Openair Frauenfeld willkommen. Es gibt einige Wege, die aus dem kleinen Zelt führen - von verschiedenen Camping-Upgrades über einen Wohnmobil-Voucher bis hin zu VIP- und Premiumtickets.

Camping Upgrades machen das Zelten leichter

Der Zeltplatz bietet neben einer Low-Budget-Area, die im Ticketpreis mitinbegriffen ist, auch verschiedene Camping Upgrades, die zusätzlich bezahlt werden müssen. Die Camper*innen auf den Plätzen A und C, die wir auf dem Platz dazu befragt haben, waren sich alle einig darüber, dass sich der Aufpreis lohnt. Als Argumente nannten sie nicht nur die Nähe zum Festivalgelände, sondern auch saubere Toiletten. Für diesen Luxus kann man etwa 100 Schweizer Franken mehr für das Wochenende investieren, schilderten uns die Befragten.

Auch mit einem Wohnmobil-Voucher kann das Risiko eines nassen Zelts umgangen werden. Das Openair Frauenfeld stellt dabei extra einen Parkplatz für Wohnmobile zu Verfügung.

Als VIP aufs Openair Frauenfeld

Das VIP-Ticket erleichtert euch durch das VIP-Parking nicht nur die Parkplatzsuche, sondern hat auch noch einen kostenlosen WLAN-Zugang zu bieten. Des Weiteren bietet das Openair Frauenfeld eine VIP-Area mit Tribüne, von der aus die Konzerte angeguckt werden können. Auch eine Bar und eine Lounge sind Teil des Tickets.

Premium-Camping auf dem Festivalgelände

Wer das Premiumticket kauft, hat verschiedene Möglichkeiten, sein Camping-Erlebnis aufzubessern. Die Preise reichen hier von 1400 Schweizer Franken bis zu hin zu der Buchung einer Container-Suite mit vier Doppelzimmern für fast 13.000 Schweizer Franken.

Am günstigsten kommt man als Besucher mit dem "yellow tent package" weg. Hier spart man sich das Aufbauen des Zeltes und einige Schlepperei, denn das Openair Frauenfeld stellt ein bereits voraufgebautes Zelt mit praktischer Ausstattung bereit. 

Hier haben zwei Personen Platz, denen Luftmatratzen, Schlafsäcke, Klappstühle sowie eine Solarlampe bereitgestellt werden. Auch Strom steht zur Verfügung.

Ein bisschen teurer wird es, wenn das "blue suite package" gewünscht wird. Statt in einem Zelt wird dann aber auch in einem Hotelzimmer direkt auf dem Festivalgelände übernachtet. Die Container-Suite bietet ein bequemes Bett und sogar eine Möglichkeit, die Festivalklamotten knitterfrei unterzubringen. Strom, Pflegeprodukte und Badetücher stehen ebenfalls zur Verfügung. Ein kleines Highlight stellt die überdachte Terrasse dar.

In jedem der Zimmer sind verschiedene Poster von Frauenfeldauftritten zu finden. Wir haben hier den Container mit Eminem entdeckt: 

Die Terrasse wird beim "orange loft package" noch durch einen abschließbaren Vorgarten übertroffen. Für 4400 Schweizer Franken können vier Personen in einem Überseecontainer. Ähnlich funktioniert das "green loft package".

Die absolute Luxusvariante ist das "white mansion package". Vier Doppelzimmer und eine Dachterrasse mit Rundumblick kosten 12.800 Schweizer Franken. 

Den von uns befragten Campern gefiel ihre temporäre Unterkunft so gut, dass sie die meisten Konzerte sogar von der Terrasse mit Blick auf die Bühne schauen und sich kaum noch in die Zuschauermenge begeben.

Das Openair Frauenfeld bietet für jeden Geschmack das richtige Camping-Paket. Der Geldbeutel muss natürlich stimmen, aber bei unserem Rundgang haben wir auch den Charme des Low-Budget-Platzes zu spüren bekommen.

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Boombap weicht Zeitgeist: Die musikalische Entwicklung des Openair Frauenfeld

Boombap weicht Zeitgeist: Die musikalische Entwicklung des Openair Frauenfeld

Von Robin Schmidt am 13.07.2019 - 16:12

Seit 1986 geht es auf einer Pferderennbahn in der Schweiz wild zu: In diesem Jahr öffnete das Openair Frauenfeld erstmals seine Pforten, das in der Folge seinen Weg zum größten Hiphop-Festival Europas nahm. Dabei schritten nicht nur von Jahr zu Jahr die Rahmenbedingungen für die Besucher voran. Auch das Line-up passte sich mehr und mehr wachsenden Trends an – vor allem in den letzten Jahren. 

Genregrenzen verschwimmen mehr und mehr

Die ersten Fans des Festivals dürften das Openair noch unter dem Namen Out in the Green Festival kennen. In den 80er und 90er-Jahren setzten die Veranstalter ausschließlich auf Rock- und Popmusik. Das Line-up beherrschten Bands wie Simple Minds, Rammstein, Die Toten Hosen oder die Rolling Stones. Im Zeitalter des Milleniums öffneten sich die Genregrenzen Stück für Stück. 2004 waren es Cypress Hill, Die Beginner oder Gentleman, die urbane Vibes auf die Schweizer Bühne lieferten. Bereits ein Jahr später hieß der Headliner Snoop Dogg, Samy Deluxe und Max Herre rundeten das Rap-Line-up aus Deutschland ab. 

Ein weiterer Eckpfeiler in Richtung reines Hiphop-Event wurde 2007 errichtet: Das Festival bekam mit Openair Frauenfeld einen neuen Namen verpasst. Zwei Jahre später fanden sich auf dem Timetable nur noch urbane Künstler wieder. Aus den USA enterten zum Beispiel Kanye West, Ludacris, 50 Cent oder The Game die Bühne. Sido, Prinz Pi, Marteria oder Deichkind hielten unter anderem die Fahne für Deutschland hoch. 

Progressiver Sound steht 2019 im Fokus 

Seit dieser Zeit geht das Openair Frauenfeld mit dem Hiphop-Zeitgeist. Die Veranstalter bilden jährlich eine bunte Vielfalt der Szene ab. Während Anfang der 2010er-Jahre vor allem Boom Bap-Instrumentals aus den Boxen schallten, stehen mittlerweile viele Künstler auf der Bühne, die für den progressiven Sound stehen. Die Entwicklung hin zu melodiösen und tanzbaren Trap-Beats ist 2019 auf dem Openair Frauenfeld besonders zu spüren. Künstler wie Travis Scott, Future, Cardi B sorgen mit ihren Shows ebenso für durchgehenden Turnup wie Ufo361, Azet und Zuna oder Trettmann. 

Dennoch: Die Mischung macht's und so finden sich auf dem Timetable auch einige Rapper, zu deren Musik sich konstant kopfnicken lässt. Künstler, die mit progressivem Sound der Szene zurzeit ihren Stempel aufdrücken, dürften aber auch beim Line-up des Openair Frauenfeld für das Jahr 2020 hoch im Kurs stehen.


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