Maxim (Zeitreise 1982-2001) Hip Hop Legende, Graffiti, Break Dance, Beatbox - HISTORY OF BERLIN

Der YouTube-Kanal History of Berlin macht seinem Namen alle Ehre und hat ein Interview mit Maxim aus dem Jahre 2001 veröffentlicht. Attila Murat Aydın, wie Maxim mit bürgerlichem Namen hieß, war einer der Hiphop-Pioniere der Hauptstadt. Er gründete zahlreiche Breaker-, Sprayer- und MC-Crews und war einer der ersten, die Hiphop in Deutschland nach amerikanischem Vorbild verstanden hatten.

Maxim nimmt HoB mit auf eine Zeitreise

In dem Interview erzählt Maxim von seinen Anfängen und wie er zum Breaken und Beatboxen gekommen ist und wie sich die Hiphop-Szene in Berlin mit den Jahren veränderte. Die Faszination begann für Aydın mit 12 Jahren, als ein bodenturnender Cousin aus Manchester ihn besuchte und ihm die ersten Moves zeigte. Nachdem er dann den Film "Wildstyle" gesehen hatte, war er endgültig begeistert. Neben dem Breaken entdeckte Maxim schnell auch das Beatboxen und Malen für sich und begann, sich einen Namen in Berlin zu machen.

Mit den Jahren galt Maxim als einer der Ersten, der den West-Berlin-Hiphop-Style etabliert hat und wurde so zu einer der bekanntesten Figuren in der Hauptstadt. Er war zwar Breaker, Sprayer, Beatboxer und Rapper, doch sein größtes Talent scheint das connecten von Leuten gewesen zu sein. So schreibt History of Berlin über ihn:

"Das wahre Talent von Maxim, war allerdings das vernetzen und verknüpfen von Leuten aus der Hip Hop Szene, denn er kannte wirklich jeden aktiven Tänzer und jeden relevanten Berliner Sprüher persönlich."

Aydın gründete Ende der 80er Jahre die legendäre Berliner Crew 36 Boys, welcher unter anderem auch der heutige Starkoch Tim Raue angehörte. Wie vieles, was Maxim machte, gelten die 36 Boys mittlerweile als Vorreiter für Crews und Gangs der nachfolgenden Generationen.

Auch die Glorious Five Artists wurden von Maxim gegründet, welche von der Backspin als eine der besten Writer Crews Europas bezeichnet wurde. Der Tagesspiegel nannte die GFA mal "die bekannteste deutsche Writer Verbindung".

Maxim: Viel zu früh gestorben

Wohl am Tag dieser Videoaufnahmen, seinem 33. Geburtstag, starb Maxim, als er einen Streit zwischen seiner Ehefrau und einem Rentner klären wollte. Der 76-Jährige zog jedoch ein Messer und erstach Aydın. Maxim hatte sich zeit seines Lebens gegen Gewalt eingesetzt und war ein berühmter Streitschlichter.

Auf der Aggro Ansage Nr.4 widmeten Fler, Sido und B-Tight der Straßen-Legende mit "Maxim ist King" einen ganzen Song.

"Der erste Beatboxer, erste Writer, erste B-Boy, er war die erste Eins" (Fler auf "Maxim ist King")

Des Weiteren wurde der "Maxim Memorial Day" ins Leben gerufen, bei welchem viele Berliner Künstler dem Verstorbenen ihren Respekt zollten. Außerdem erschien der "Maxim Memorial Sampler", auf dem unter anderem Kool Savas, Eko Fresh, Fler, Sido, Taktloss und B-Tight vertreten waren.

Bis heute findet Maxim immer wieder Erwähnungen in deutschen Raptexten:

"Wenn ich sterbe, ist das hier mein Vermächtnis (meine Legacy)/
Hoff', ich bleibe der Straße im Gedächtnis (so wie Maxim)" (Fler auf "Vermächtnis")

18.10.2020 - 13:37

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Fler kündigt Karriereende mit "CCN3" an
Ccn

Fler kündigt Karriereende mit "CCN3" an

Von Renée Diehl am 01.05.2021 - 14:54

Fler gibt im Twitch-Livestream mit Rooz bekannt, dass er seine Karriere mit einem letzten Kollabo-Album mit Bass Sultan Hengzt beenden will. Es soll als drittes und letztes Album der "CCN"-Reihe nicht nur unter diese musikalische Ära einen Schlusstrich ziehen, sondern auch unter seine Laufbahn als Rapper.

Fler gibt beiläufig Karriereende bekannt

Bereits Mitte April hatte Fler die Info, zusammen mit Bass Sultan Hengzt an "CCN3" zu arbeiten, in einem Interview mit 16 Bars gedroppt. Von einem Karriere-Aus aber war damals noch nicht die Rede – vielmehr sprach er zu dem Zeitpunkt noch von neuen Projekten. Seine Meinung scheint er inzwischen geändert zu haben. Im Telefongespräche mit Rooz, das live auf dessen Twitch-Account ausgestrahlt wurde, sagt er:

"Ich mache jetzt noch ein Album. CCN3 mit Bass Sultan Hengzt Ende des Jahres, danach bin ich fertig mit Deutschrap. Bass Sultan Hengzt und Frank White. Ich geb euch noch einmal dieses Album. Und es wird keine Musik sein, es wird einfach nur Krieg sein. Ich mach das nicht, weil ich im Studio sitze und sage, 'Boah, das ist ja geile Musik'. Nein, ich bin mit CCN gekommen, ich werd mit CCN gehen. Ihr habt alle immer gesagt 'Fler, bring wieder, bring wieder'. Den paar Fans, die es sich so sehr wünschen da draußen, sozusagen der Hardcore-Fanbase, gebe ich das noch. Danach bin ich weg, Alter."

Fler ist Rapper – aber was kommt danach?

Wie ernst es Fler mit seinem Karriereende wirklich ist, weiß nur er selbst. Was er danach vorhaben könnte, verrät er aber schon mal:

 "Ihr bekommt euer 'Carlo Cokxx N*tten', danach ist Feierabend. Danach mach ich Champagner." 

Auch das könnte nur eine Anspielung darauf sein, was seine US-Rapper-Kollegen, unter anderem Jay-Z, sich an Businesses neben oder nach dem Rap aufgebaut haben. Wobei bekanntlich kaum ein Rapper jemals die Finger komplett von der Musik lassen kann. Wie das Ganze bei Fler ausgeht, bleibt abzuwarten. 

Claim auf Titel „CCN“ umstritten 

Falls Fler das Album mit Bass Sultan Hengzt tatsächlich mit dem Titel "CCN3" rausbringen möchte, wird dies natürlich ein weiteres Kapitel im Konflikt mit Busido werden. Bisher hatte Bushido nämlich unter dem Trademark weitere Kollabo-Alben mit anderen Rappern releast. Mehr zu dem Thema findet ihr hier:

"CCN" im Streaming: Fler will Bushido stoppen

Bushido will nach und nach sein Frühwerk auf den Streaming-Markt bringen. Ob die Gangstarap-Blaupause "CCN" auch bald auf Apple, Spotify und Co zur Verfügung steht, ist jedoch zumindest fragwürdig. Bushidos damaliger Kollabopartner Fler hat in einem neuen Interview bei 16 Bars erklärt, dass er das nicht zulassen werde.


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