Zu viel 2Pac im Job? 66-Jähriger muss US-Behörde verlassen

Jerry Foxhoven ist seit Kurzem nicht mehr Direktor der Gesundheits- und Zivilschutzbehörde im Bundesstaat Iowa. Was hat das mit Hiphop zu tun? Medien mutmaßen, dass Foxhoven sein Amt aufgeben musste, weil er ein zu leidenschaftlicher 2Pac-Fan ist.

Foxhoven führt die "Tupac Fridays" ein

Wie BBC News berichtet, vermengte Foxhoven seine Verehrung für 2Pac mit seinem Job. An den sogenannten "Tupac Fridays" soll der 66-Jährige im Büro ausschließlich Songs von Pac abgespielt haben.

Seine über 4.000 Mitarbeiter versorgte er zudem regelmäßig mit 2Pac-Zitaten. Dabei untermalte er zum Beispiel Karrieretipps mit Lines von Pac. Mehr als 350 solcher Mails soll Foxhoven in seiner knapp zweijährigen Amtszeit verschickt haben:

Tim Mak on Twitter

Jerry gives career advice to a subordinate. And quotes 'Changes': "Here is the line from PAC that inspires me at DHS:

Da 2Pacs Geburtstag und der amerikanische Vatertag am 16. Juni 2019 zusammenfielen, nutzte Foxhoven wieder die Gelegenheit, um ein "inspirierendes Zitat" von Pac mit all seinen Mitarbeitern zu teilen.

"Pay no mind to those who talk behind your back; it simply means that you are two steps ahead."

Es sollte die letzte Mail dieser Art gewesen sein. Ein paar Tage später war sein Aus als Direktor der Behörde beschlossene Sache.

Wegen 2Pac gefeuert oder alles nur Zufall?

Gegenüber NPR äußerte sich der glühende Pac-Fan und erklärte zunächst, wie er sich selbst beschreiben würde:

"Ich bin ein 66 Jahre alter, weißer Mann aus dem Mittleren Westen der Rapmusik und 2Pac mag."

Foxhoven wisse von mindestens einem Mitarbeiter, der sich über die permanenten Pac-Zitate beschwert habe. Auch sei er mit "Hater[n]" konfrontiert gewesen, welche den Worten Pacs nichts abgewinnen konnten. Foxhoven gibt an, dass er mit diesen Zitaten die Stimmung im Team verbessern wollte. Der Superfan hofft darüber hinaus, dass seine Leidenschaft nicht der Grund für seine Entlassung gewesen ist. "Sollte dies der Grund sein, wäre ich sehr enttäuscht", sagte er NPR.

In der New York Times führte Foxhoven das Ganze noch ein bisschen weiter aus. Er halte seine Absetzung zum damaligen Zeitpunkt für einen bloßen "Zufall". Schon bevor er die finale Mail seiner Amtszeit abgesetzt hatte, war er mit der Gouverneurin von Iowa verabredet, die ihm schlussendlich nahelegte, seinen Posten zu räumen. Die Verantwortlichen in der Behörde gaben bisher keine Auskunft darüber, was Foxhoven genau seine Arbeitsstelle gekostet hat.

Der 66-Jährige wisse noch nicht, wie es mit ihm weitergeht. Nur eines bezeichnet er bei NPR als sicher: "Ich werde an meinem Geburtstag 2Pac hören". Jerry Foxhoven wird nächste Woche 67 Jahre alt.

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Erste Details zu neuer 2Pac-Doku veröffentlicht

Erste Details zu neuer 2Pac-Doku veröffentlicht

Von Michael Rubach am 07.08.2019 - 11:36

Im Rahmen einer Pressetour von FX Networks sind erste inhaltliche Details über die bevorstehende 2Pac-Doku des "The Defiant Ones" Regisseurs Allen Hughes veröffentlicht worden. Das vorher noch unbetitelte Projekt wird "Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" heißen und auf dem eingangs erwähnten Pay-TV-Sender zu sehen sein.

"Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" erzählt eine Mutter-Sohn-Geschichte

Die Pressemitteilung spricht von der Doku als "filmreifes Fernsehereignis", das uns da bevorsteht. Die fünfteilige Serie beleuchtet nicht nur das Leben von 2Pac, sondern schaut ebenso auf die bewegte Geschichte seiner Mutter Afeni, die als Bürgerrechtlerin und in der Black Panther Party aktiv war. Menschen, die sowohl Afeni als auch Tupac Shakur nahegestanden haben, sollen in der Doku zu Wort kommen und intime Einblicke zu Tage fördern.

"'Outlaw [...] ist ein Porträt des inspirierendsten und gefährlichsten Mutter-Sohn-Duos in der amerikanischen Geschichte, dessen vereinte Botschaft zu Freiheit, Gleichheit, Verfolgung und Gerechtigkeit heute wichtiger ist als je zuvor"

Allen Hughes hat mit 2Pacs kompletten Nachlass gearbeitet

Regisseur Allen Hughes zeigte in "The Defiant Ones", dass er es versteht, besondere Beziehungen aufzuarbeiten. Sein preisgekröntes Werk erzählt von der Partnerschaft und Freundschaft zwischen Dr. Dre und Jimmy Iovine. Hughes kann darüber hinaus auf persönliche Erfahrungen mit 2Pac zurückblicken. So stammt etwa das Musikvideo zu Pacs "Brenda's Got A Baby" von ihm.

Die ungefilterte Vision von Allen Hughes bleibt der Öffentlichkeit aber wohl vorenthalten. In einem Interview mit The Wrap erklärte er, dass das Verhältnis mit den Nachlassverwaltern von 2Pac freundschaftlich sei und vermutlich noch einige Änderungswünsche in die endgültige Version einfließen werden. Der Regisseur hatte dafür erstmalig Zugriff auf den kompletten Nachlass von 2Pac.

Der Ausstrahlungstermin für "Outlaw: The Saga of Afeni and Tupac Shakur" soll in den nächsten Monaten bekanntgegeben werden.


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