Viel nackte Haut, wenig Ton: Warum Nicki Minajs Show beim Openair Frauenfeld für einen Shitstorm sorgte

"Yo, whassup my homie, this is the engineer of Nicki Minaj." "Grüezi. Sie wünschen?" "I need a special mixer for Nicki Minajs show. I'll send you the product number by e-mail, okay?" "Ales klaar. I mach dis."

So oder so ähnlich könnte das Vorab-Gespräch zwischen Nicki Minajs Toningenieur und einem der Verantwortlichen des Openair Frauenfelds abgelaufen sein. Klar, dass ein US-Superstar mit kompletter Entourage samt eigenen Technikern anreist und entsprechende Sonderwünsche äußert. Gesagt, getan. Für Nicki Minajs Auftritt wurde das gewünschte Mischpult bestellt. Da kann nichts mehr schief gehen! Hollywood-määäßisch (*Celo-Voice*) kam Minaj fünf Minuten vor Stage Time in den Backstage-Bereich, zog sich schnell um (beziehungsweise aus) und steppte auf die Bühne. Zur selben Zeit kam ihrem Tontechniker die Einsicht, dass er mit dem gewünschten Mischpult null vertraut sei und nie zuvor gearbeitet habe. Was soll's, es stand ohnehin nur eine Berliner Cypher-Veranstaltung bevor. Knapp 40.000 Fans staunten eine kurze Zeit später nicht schlecht, als Nicki Minaj zunächst mit einem traumhaften Rauschen und dann komplett ohne Ton performte.

Halb- bis Vollplayback? Okay. Darüber kann man bei einer solch aufwendigen Choreographie mit einem Dutzend professioneller Tänzer(innen) hinweg sehen. Schließlich gibt es bei einer Show von Nicki Minaj nicht nur etwas fürs Ohr. Das Auge isst bekanntlich mit.

Ein kompletter Tonausfall treibt aber auch eine Nicki Minaj zu der Frage:

"Switzerland, can you hear me?"

Nach einer akustisch dürftigen ersten Hälfte und einer daraufhin von Minaj eigens initiierten Pause fand die Show dank sämtlicher Hits wie Where Them Girls At oder Starships einen mehr als stimmungsvollen Abschluss. Einen mittelschweren Shitstorm auf der Facebook-Seite des Openair Frauenfelds konnte dies trotzdem nicht verhindern.

Was lernen wir daraus? Auch bei den Stars läuft nicht immer alles glatt. Die weitere Lektion: Fordere kein Mischpult an, welches du nie zuvor verwendet hast, wenn ein gigantischer Festival-Auftritt vor der Tür steht. Das ist so, wie wenn man sich von seinem Label-Vorschuss einen neuen Jaguar kauft, ohne einen Führerschein zu besitzen. Obwohl, das hat was.