"Jämmerlich": Kollegah verliert Fans?

Dass die Axel Springer-Tageszeitung Welt nicht unbedingt mit Hiphop-Expertise um sich schmeißt, durften wir in den vergangenen Jahren und Monaten wiederholt erleben. Einen ganz aufmerksamen und kulturell interessierten Redakteur haben sie vor wenigen Tagen auf den Hamburg-Gig der Redlight Tour von Kollegah geschickt.

Sein moralisches Urteil überraschenderweise: "verbaler Irrsinn", "jämmerlich". Kollegah könne man trotz seiner technisch einzigartigen Versiertheit nicht bewundern, sobald man seine Texte verstehe. Na gut. Hier übrigens der gesamte Bericht.

Interessanter allerdings: "Kollegah rappt – und kaum jemand will das sehen. [...] [S]eine Fans werden weniger. [...] Die Sporthalle ist derart schlecht besucht, dass man zeitgleich zum Konzert in ihrem hinteren Teil unbemerkt ein Handball-Training hätte veranstalten können."

Am Tag zuvor trieb der mehrfache Gold- und Platinkünstler Kollegah in Flers Heimatstadt Berlin sein Unwesen, beef- und medienwirksam. Sein Konzert im Tempodrom schien – soweit wir das aus Videos und Blogs beurteilen konnten – äußerst gut besucht. Kurz davor kündigte Kollegah die Eröffnung seines eigenen Plattenlabels an.

Wir sind uns sicher, bei ihm läuft.

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Kollegah löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus

Kollegah löst Polizei-Großeinsatz in Frankfurt aus

Von Clark Senger am 09.11.2020 - 13:20

Am Samstag hat ein Videodreh von Kollegah und Asche im Frankfurter Bahnhofsviertel für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Die Aufnahmen für den Clip, der zum kommenden Kollaboalbum "Natural Born Killas" der beiden Rapper gehört, haben bei Passanten einen etwas zu authentischen Eindruck gemacht, wie man einer Pressenachricht der Frankfurter Polizei entnehmen kann. 

Videodreh von Kollegah & Asche wird für Raubüberfall gehalten

Im Video werden wohl Szenen eines Überfalls auf einen Juwelier zu sehen sein. Kein komplett unrealistisches Szenario im berüchtigten Bahnhofsviertel – erst im August kam es knapp fünf Autominuten entfernt zu einem spektakulären Einbruch. Zum Videodreh von Kollegah und Asche heißt es nun:

"Am Samstagnachmittag kam es in der Münchener Straße zu einem größeren Polizeieinsatz. Grund war ein vermeintlicher Raubüberfall auf einen Juwelier. Passanten meldeten der Polizei um 16:10 Uhr per Notruf, dass soeben zwei Personen mit Langwaffen das Juweliergeschäft überfallen." – Pressemitteilung der Polizei Frankfurt

Nachdem die Beamten die Situation unter Kontrolle gebracht hatten, habe man "[zur] Überraschung aller" festgestellt, dass es sich lediglich um einen Videodreh gehandelt hat. Attrappen von fünf Waffen seien sichergestellt worden. Eine Drehgenehmigung hat vorgelegen, aber die Polizei erklärt ihr Vorgehen wie folgt:

"Schließlich kam heraus, dass zwar eine Drehgenehmigung der Stadt Frankfurt für die Dreharbeiten vorlag, jedoch hatte der Produzent es versäumt, das örtliche Polizeirevier über sein äußerst öffentlichkeitswirksames Vorhaben zu unterrichten."

Als Konsequenz für das Führen von Anscheinswaffen erwartet die Betroffenen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. In der Frankfurter Neuen Presse wird Kollegah zitiert, wie er den Vorfall eingeordnet haben soll. Er habe gesagt, dass "das ein neues Level an Realismus und Gangster-Rap" sei. So kann er der Sache doch noch etwas Positives abgewinnen.


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