Fler ist Zeuge in Mordprozess gegen ehemaligen Rap-Kollegen

Fler hat vor dem Freiburger Landgericht im sogenannten Neuenburger Feldmordprozess ausgesagt – als eine Art Charakterzeuge.

Denn in dem Prozess, bei dem zwei junge Männer vor Gericht und unter Mordverdacht stehen, geht es offenbar auch um einen ehemaligen Rapper-Kollegen von Fler.

Fler soll laut der Badischen Zeitung dann auch ausgesagt haben, dass er einen der beiden Angeklagten "unter seine Fittiche genommen" habe.

Nach einem Jahr sei es ihm allerdings zu anstrengend geworden und Fler habe die Zusammenarbeit beendet. Unter anderem, weil der Nachwuchsrapper nicht ehrlich gewesen wäre.

Der soll ihm das übel genommen haben und unter anderem zum Beispiel Folgendes gerappt haben: "Blaues Blut färbt sich rot", was eine mehr oder weniger deutliche Drohung in Richtung Fler darstellen könnte.

Der hat das laut der Badischen Zeitung vor Gericht folgendermaßen erklärt: "Er will sagen: Jetzt bringt er mich lyrisch um." Aber Fler gibt auch zu Bedenken:

"Ich hab' schon schlimmere Sachen über Leute gerappt, die ich nicht umbringen wollte – aber ich kann nicht ausschließen, dass es bei ihm nicht doch eine Drohung war."

Laut dem Zeitungsbericht soll ein unbestätigtes Gerücht  besagen, dass der betreffende Angeklagte ein Video drehen wollte, in dem Flers abgetrennter Kopf zu sehen sein sollte. Was dem Gerücht zufolge als mögliches Motiv für den zur Debatte stehenden Mordfall angesehen wird.

Weiter heißt es in der Badischen Zeitung, Fler sei nach dem Mord in Neuenburg von der Polizei gewarnt worden. Er solle sein Auto wechseln und eventuell zu seiner Schwiegermutter ziehen.

Vor Gericht habe er dann ausgesagt, auch tatsächlich vorsichtig gewesen zu sein. Unter anderem soll er eine dubiose Booking-Anfrage aus dem Markgräflerland erhalten haben, womöglich eine Falle des Angeklagten. Fler sei allerdings sofort stutzig geworden:

"Ich hab' schnell gesehen, dass es kein seriöses Angebot ist. Vielleicht war es Bauchgefühl."

Der Prozess geht noch weiter, Termine sind bis Ende Dezember angesetzt. Es bleibt kompliziert: Die beiden Angeklagten sollen sich gegenseitig beschuldigen, das Motiv sowie der Tathergang sind offenbar unklar.

Hier findest du den Artikel der Badischen Zeitung:

Rapper Fler sagt im Neuenburger Feldmordprozess aus

23. November 2016 08:47 Uhr Promiauftritt im Freiburger Landgericht: Der Berliner Fler hat im Neuenburger Feldmordprozess gegen zwei junge Männer ausgesagt. Sie sollen 2014 einen 21-Jährigen getötet haben. Der Berliner Rapper Fler hat am Dienstag im Strafprozess gegen zwei junge Männer ausgesagt.

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Kommentare

wer is diese rapper wogemeint iss?

Sentino

dizztino

Es handelt sich um Dizztino

Ne G-hot.

Ohhh du bist ein Kenner wie es aussieht, ............! Haha
Also das es G-Hot ist macht für mich keinen Sinn.
Aber wer isses?

Was für G-Hot oder Sentino ihr Affen...

Dizztino ist damit gemeint, wenn ihr keine Ahnung habt einfach mal die fresse halten.

der typ nennt sich dizztino oder so, es ist weder ghot noch sentino

Deine Meinung dazu?

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"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte

"Hiphop-Messias" Maxim führt durch zwei Jahrzehnte Berliner Geschichte

Von Till Hesterbrink am 18.10.2020 - 13:37

Der YouTube-Kanal History of Berlin macht seinem Namen alle Ehre und hat ein Interview mit Maxim aus dem Jahre 2001 veröffentlicht. Attila Murat Aydın, wie Maxim mit bürgerlichem Namen hieß, war einer der Hiphop-Pioniere der Hauptstadt. Er gründete zahlreiche Breaker-, Sprayer- und MC-Crews und war einer der ersten, die Hiphop in Deutschland nach amerikanischem Vorbild verstanden hatten.

Maxim nimmt HoB mit auf eine Zeitreise

In dem Interview erzählt Maxim von seinen Anfängen und wie er zum Breaken und Beatboxen gekommen ist und wie sich die Hiphop-Szene in Berlin mit den Jahren veränderte. Die Faszination begann für Aydın mit 12 Jahren, als ein bodenturnender Cousin aus Manchester ihn besuchte und ihm die ersten Moves zeigte. Nachdem er dann den Film "Wildstyle" gesehen hatte, war er endgültig begeistert. Neben dem Breaken entdeckte Maxim schnell auch das Beatboxen und Malen für sich und begann, sich einen Namen in Berlin zu machen.

Mit den Jahren galt Maxim als einer der Ersten, der den West-Berlin-Hiphop-Style etabliert hat und wurde so zu einer der bekanntesten Figuren in der Hauptstadt. Er war zwar Breaker, Sprayer, Beatboxer und Rapper, doch sein größtes Talent scheint das connecten von Leuten gewesen zu sein. So schreibt History of Berlin über ihn:

"Das wahre Talent von Maxim, war allerdings das vernetzen und verknüpfen von Leuten aus der Hip Hop Szene, denn er kannte wirklich jeden aktiven Tänzer und jeden relevanten Berliner Sprüher persönlich."

Aydın gründete Ende der 80er Jahre die legendäre Berliner Crew 36 Boys, welcher unter anderem auch der heutige Starkoch Tim Raue angehörte. Wie vieles, was Maxim machte, gelten die 36 Boys mittlerweile als Vorreiter für Crews und Gangs der nachfolgenden Generationen.

Auch die Glorious Five Artists wurden von Maxim gegründet, welche von der Backspin als eine der besten Writer Crews Europas bezeichnet wurde. Der Tagesspiegel nannte die GFA mal "die bekannteste deutsche Writer Verbindung".

Maxim: Viel zu früh gestorben

Wohl am Tag dieser Videoaufnahmen, seinem 33. Geburtstag, starb Maxim, als er einen Streit zwischen seiner Ehefrau und einem Rentner klären wollte. Der 76-Jährige zog jedoch ein Messer und erstach Aydın. Maxim hatte sich zeit seines Lebens gegen Gewalt eingesetzt und war ein berühmter Streitschlichter.

Auf der Aggro Ansage Nr.4 widmeten Fler, Sido und B-Tight der Straßen-Legende mit "Maxim ist King" einen ganzen Song.

"Der erste Beatboxer, erste Writer, erste B-Boy, er war die erste Eins" (Fler auf "Maxim ist King")

Des Weiteren wurde der "Maxim Memorial Day" ins Leben gerufen, bei welchem viele Berliner Künstler dem Verstorbenen ihren Respekt zollten. Außerdem erschien der "Maxim Memorial Sampler", auf dem unter anderem Kool Savas, Eko Fresh, Fler, Sido, Taktloss und B-Tight vertreten waren.

Bis heute findet Maxim immer wieder Erwähnungen in deutschen Raptexten:

"Wenn ich sterbe, ist das hier mein Vermächtnis (meine Legacy)/
Hoff', ich bleibe der Straße im Gedächtnis (so wie Maxim)" (Fler auf "Vermächtnis")


Maxim (Zeitreise 1982-2001) Hip Hop Legende, Graffiti, Break Dance, Beatbox - HISTORY OF BERLIN

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