Weed-Revolution: Erste Festivals erlauben Erwerb & Konsum von Cannabis

Weed hat in Deutschland weiterhin einen schweren Stand – in Amerika ist man seit diesem Sommer auf einem neuen Level der Akzeptanz angekommen. Der legale Kauf und Konsum von Cannabis ist auf dem Gelände mancher großer Festivals nun Teil des Erlebnisangebots.

Outside Lands Festival sorgt für ein Novum in San Francisco

Wie die Los Angeles Times berichtet, hat jüngst das Outside Lands Festival eine Genehmigung für den Verkauf und den Konsum von Cannabis erhalten. Es ist überhaupt das erste Festival in San Francisco, das mit so einer Erlaubnis ausgestattet wurde.

Die zuständige Behörde für Cannabis-Kontrolle hat grünes Licht gegeben. Eine Vertreterin des San Francisco Office of Cannabis sagte, dass dies der "erste Schritt zur Schaffung eines sicheren Raumes zum Cannabis-Konsum" sei. So kämen ausschließlich im Labor getestete Produkte an den Konsumenten.

Auch aus den Reihen der Politik gab es Unterstützung für das Vorgehen. Ein Abgeordneter des Senats sieht das Rauchen von Cannabis auf Festivals als "Teil unserer Kultur". Es mache Sinn, den Besuchern einen legalen Zugang zu gewähren. Das dreitägige Festival lockte letztes Jahr circa 200.000 Menschen an – es handelt sich also nicht um irgendein kleines Fest im Hinterhof.

Die Organisatoren des Mendocino County’s Northern Nights Festivals erklärten bereits Anfang Mai, dass Geschichte geschrieben worden sei. Ihre Veranstaltung betitelten sie als das "erste dreitätige Musik-Festival [...], bei dem die Ausgabe und Verwendung von Cannabis direkt vor Ort möglich" sei.

Der Konsum von Weed ist erlaubt – aber nicht überall

Auf den jeweiligen Festivals stehen spezielle Areas bereit, die im Fall des Outside Lands "Grass Lands" heißen. Dort dürfen die Besucher, wenn sie älter als 21 Jahre alt sind, Gras kaufen und konsumieren. Voraussetzung ist, dass die Weedgebiete ein Zaun umschließt und die Grasliebhaber ihre Einkäufe innerhalb des abgesperrten Bereiches verköstigen.

Der Verkauf von Cannabis ist in Kalifornien seit 2018 erlaubt. Allerdings ist das Rauchen in der Öffentlichkeit in der Regel nicht gestattet. Schon 2018 gab es die sogenannten "Grass Lands" auf dem Outside Lands. Nur durfte dort eigentlich niemand Gras konsumieren. Stattdessen konnten sich die Besucher mit den Angeboten von verschiedenen Cannabis-Unternehmen beschäftigen – nur nicht testen. Dieses Jahr spricht von offizieller Seite erstmals nichts dagegen.

Doch Cannabis-Freunde werden nicht überall in Kalifornien durchgewunken. Das Coachella Festival versuchte dieses Jahr vergeblich gegen das Verbot von Cannabis auf dem Gelände anzugehen. Es half nichts: Der Bann blieb bestehen.

Coachella Bans Marijuana for the Second Straight Year - Digital Music News

Despite California's legalization of marijuana and a court order allowing its use at the festival, Coachella is maintaining its ban. Marijuana and cannabis products remain illegal at Coachella again this year, even though California legalized the drug's recreational use in 2018. As usual, alcohol will remain the only legal substance inside the grounds of Coachella ...

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Festivals sagen Müllbergen den Kampf an, aber das reicht nicht

Festivals sagen Müllbergen den Kampf an, aber das reicht nicht

Von David Molke am 03.09.2019 - 17:33

Die Festival-Saison 2019 nähert sich ihrem Ende. Was am Schluss davon bleibt, ist neben einem Kater meist vor allem der Müll. Das Schlachtfeld, das viele Fans auf den Zeltplätzen großer Festivals hinterlassen, kann nur als Armutszeugnis interpretiert werden. Die Bilder der Müllberge sind beschämend und sprechen Bände. Hier muss sich etwas ändern. Wir schauen uns an, welche Maßnahmen die Veranstalter ergreifen, aber das kann natürlich nicht reichen. Wenn wir wollen, dass sich etwas verbessert, müssen wir alle umdenken und mit anpacken.

Müllberge: So scheiße es leider immer noch nach vielen Festivals aus

Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, möglichst wenig Müll zu produzieren. Auf vielen Festivals ist Müllvermeidung aber nicht einmal das Hauptproblem, sondern die Tatsache, dass viele Besucher einfach alles stehen und liegen lassen. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob es das Wacken Open Air, Rock am Ring, Rock im Park, die Love Parade oder das Splash-Festival ist. Im schlimmsten Fall sieht das zum Beispiel so aus:

Stefan on Twitter

The Day after. Und das ist gute 3-4km so, lins und rechts vom Traisen Ufer. . So viele gute Zelter (außer die, die extra noch zerschnitten werden damit sie niemand mehr verwenden kann). So viele intakte Campingsesseln.

Oder so:

Wacken Open Air on Twitter

I actually had to walk quite a bit to get to the next lonely #wackencouch and please note the cucumber

Manche Leute lassen auch einfach ihren kompletten Hausrat zurück.

Wacken Open Air on Twitter

While many Wackings made a great effort to keep the Holy Ground clean, some still mistake it for a landfill. A freezer? Really?

Wie es auch gehen kann, zeigen Green Camping oder das Haldern Pop

Es gibt immer mehr Aktionen und Kampagnen, die dem Festival-Müll etwas entgegensetzen sollen. Da wären zum Beispiel die sogenannten Green Camping-Bereiche, die es auf immer mehr Festivals gibt. Sie wachsen auf vielen Festivals auch und bieten Möglichkeiten zur Mülltrennung. Sie sollen von vornherein ein größeres Bewusstsein schaffen und dabei helfen, Müll zu vermeiden.

Aber wieso nicht einfach sämtliche Campingplätze zum Green Camping umfunktionieren oder zumindest überall Mülltrennung möglich machen? Manche Festivals arbeiten mit Hochdruck daran, Plastik zu verbannen und nachhaltige Alternativen zu Verpackungen, Strohhälmen und dem ganzen Rest anzubieten.

Auf einigen Festivals gibt es nicht einfach nur Müllpfand, sondern zum Beispiel gleich zwei Müllsäcke: Einen Restmüll und einen gelben Sack. Auf dem Splash gab es dieses Jahr zwar auch viel Kritikwürdiges, aber zum Beispiel auch den Fairopolis-Bereich, mit Workshops zum Thema Nachhaltigkeit, NGOs und vielem mehr.

Dazu kommen weitere Anreize und besondere Aktionen, die manche Veranstalter ins Leben rufen. Das Wacken erklärt den Zeltplatz kurzerhand zum heiligen Grund und Boden, was viele Metaller dankend annehmen. Das Splash verlost zum Beispiel Tickets fürs nächste Jahr unter allen, die Fotos von besonders sauber hinterlassenen Zeltplätzen twittern.

Dann gibt es da noch solche Ausnahmen wie zum Beispiel das Haldern Pop-Festival. Die haben es offenbar geschafft, eine vollständig müllfreie Zelt-Wiese zu hinterlassen. Die Veranstalter mutmaßen, dass das an der familiären Atmosphäre und der überschaubaren Teilnehmerzahl liegt.

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Veranstalter sind auf deine Hilfe angewiesen: Mach mit!

Aber die besten Initiativen bringen alle nichts, wenn niemand bereit ist, sein Verhalten zu ändern. Zum Glück findet langsam, aber sicher ein Umdenken statt – auch unter den skrupellosesten Festival-Besuchern. Aber solange noch Zelte aufgeschlitzt und abgefackelt werden, Müll liegengelassen wird und Sofas stehenbleiben, liegt das Zero Waste-Ziel auf Festivals noch immer in weiter Ferne.

Wir müssen alle dabei helfen. Auch du. Was 7000 Menschen schaffen, können auch 70.000 hinbekommen. Eigentlich müsste es sogar noch besser klappen, wenn mehr Menschen mit anpacken. Damit am Schluss nicht so viel aufgeräumt werden muss, kann auch schon im Voraus kurz nachgedacht werden: Wer wenig mitbringt, muss nach dem Festival auch nicht so viel mit nach Hause schleppen.

Das kannst du gegen die Festival-Müllberge unternehmen:

  • Sammel deinen Müll wenigstens wieder ein, wenn du schon welchen machst
  • Leave no trace: Alles, was du mitbringst, muss auch wieder mit nach Hause
  • Weniger ist mehr: Wer wenig einpackt, muss verkatert nicht schwer schleppen
  • Einweg-Verpackungen, -Becher und -Trinkflaschen sind tabu
  • Plastikgeschirr und Plastikbesteck haben nichts auf einem Festival verloren
  • Glasflaschen erst recht nicht, die sind außerdem auch noch gefährlich

Wer seinen Kram dann doch nicht mehr mitnehmen will oder noch etwas zu Essen übrig hat, kann das auf vielen Festivals auch an Sammelstellen loswerden (von denen es dann natürlich genug geben müsste). Die führen das dann einem guten Zweck zu, spenden es, reparieren es, verteilen es oder recyclen es.

Auf Seiten der Veranstalter wären mehr Möglichkeiten zur Müllvermeidung beziehungsweise ganz simpel mehr Mülleimer wünschenswert. Auch der generelle Verzicht auf (Einweg-)Plastik wäre denkbar und nicht unmöglich, vor allem was die Anbieter von Essen und Trinken angeht.

Oder, ganz verrückt: Einen weiteren, großen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz könnten die Festival-Veranstalter leisten, wenn sie komplett auf vegetarisches oder veganes Essen umsteigen würden. Das klappt bei anderen Festivals wie bei der Fusion ja auch und selbst der härteste Fleischaner kann ein paar Tage auf totes Tier verzichten.

Wie stehst du zum Müllproblem auf Festivals? Woran liegt's und bist du bereit, etwas dagegen zu unternehmen?

Splash! 2019: Viel Kritik statt Feuerwerk

Das Splash! Festival ist vorbei. Im Normalfall ist das der Moment, in dem man wehmütig auf das vergangene Wochenende zurückschaut und sich schon auf das nächste Jahr freut. Dieses Jahr sieht das alles ein bisschen anders aus.


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