Bibi-Song "How It Is": Rapper trollt das Internet mit Fake-Leak

Während der Song von BibisBeautyPalace-Betreiberin Bianca Heinicke auf stabile zwei Millionen Dislikes hinarbeitet, hat der Antihype sich längst im Internet verselbstständigt. Jonas Platin – bekannt durch Platin-Hits wie Heroin oder Ich chill' den ganzen Tag bei MC's – ist jetzt ein Coup gelungen. Er hat eine offensichtlich gefakte Tonspur, die angeblich den schiefen Gesang von Bibi enttarnen sollte, auf Twitter geteilt und ist damit viral gegangen:

Jonas Platin on Twitter

Bibi - How it is | Ohne Autotune (Studio-Aufnahme) #bibissong https://t.co/UCWqxtlwl1

So viral, dass Buzzfeed (aka Viralität sein Vater) das Thema jetzt aufgegriffen hat. In ihrem Artikel sammelt die Plattform Argumente dafür, dass es sich um ein Fake handeln muss: Erstens sei das von Jonas Platin verwendete Videomaterial schon älter, zweitens handele es sich lediglich um geloopte fünf Sekunden (haben die Leute das wirklich nicht gecheckt?) und drittens habe der Rapper sich bereits vor ein paar Tagen auf Twitter verraten:

Jonas Platin on Twitter

Ich besorg mir jetzt noch schnell die acapella vom bibisong und dann kommt autotune remix. Ich muss meine aktuelle situation ausnutzen.

Jonas Platin on Twitter

die bibi vocals lassen sich aufgrund von phasenverschiebungen leider nicht so leicht mit dem instrumental extrahieren.

Aber egal. Der vermeintliche Leak ist ein gefundenes Fressen für YouTube-Deutschland. Nie gönnen die der Bibi ihren berechtigten Erfolg. Nichtsgönnerkultur AMK! (Kein Clickbait, das Video hat schon über 230.000 Aufrufe. Ka-ching!)

Bibis ECHTE STIMME (LEAK)

Der Enthüllungstweet: https://twitter.com/jonasplatin/status/861352034699706368 ►► Facebook: https://www.facebook.com/EsKayZockt ►► Snapchat: eskaysnappt ►► Insta-G-ram: http://instagram.com/eskayzockt ►► Twitter: https://twitter.com/EsKayZockt ►► Registrier Dich als Knochenmarkspender: http://www.dkms.de/de/spender-werden ►► Musik: EpidemicSound http://www.epidemicsound.com/ ►► Mein Community-TeamSpeak ist von: https://www.prepaid-hoster.de/

Auch beim Deutschrap-Spaß-Magazin Heckmeck dürften die Korken knallen. Die Kollegen rund um den Rap.de-Redakteur Skinny werden von Buzzfeed als Beispiel für ein Magazin angeführt, das den Tweet von Jonas aufgegriffen hat. Wenn man nicht wirklich in der Szene steckt, weiß man wahrscheinlich nicht, dass kaum ein Beitrag von Heckmeck ernst gemeint ist.

Heckmeck.TV #Obaka on Twitter

Unzählige schiefe Töne: Rapper leakt unbearbeitete Version von Bibis Song "How it is (wap bap)" https://t.co/ZDwfvc8cxz

Ein guter Tag für Deutschraps Twitter-Troll-Universum, der gebührend gefeiert wird. Herr Platin inszeniert sich als Whistleblower und zelebriert seine Powertweets:

Jonas Platin on Twitter

2013: Edward Snowden 2017: Jonas Platin Es ist nur noch zum abfeiern.

Jonas Platin on Twitter

Was die mädchen wohl sagen werden, wenn ich ihnen meine 2 powertweets zeige?

Jonas Platin on Twitter

Moin moin meine whistleblower-freunde

Parallel dazu: Money ... äh, YSL Know Plug sitzt in der Trap Kitchen und singt Songs von Chakuza und Bushido:

Chakuza feat. Bushido - Eure Kinder

►Bushido Channel abonnieren: http://fty.li/AboBushido◄ ►„Sonny Black" Box Amazon: http://amazn.li/SonnyBlackBox◄ ►„Sonny Black" Album iTunes: http://ituns.li/SonnyBlack◄ ►„Sonny Black" Amazon: http://amazn.li/SonnyBlack◄ ►„Auch wir sind Deutschland" http://amazn.li/AWSDbuch◄ Chakuza feat. Bushido - Eure Kinder offizielles Musikvideo Das neue Bushido Album „Sonny Black" erschien am 14.02.2014!

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Fake-Views für Capital, Nimo & Co: "Klickkäufer" erklären ihre Absicht

Fake-Views für Capital, Nimo & Co: "Klickkäufer" erklären ihre Absicht

Von Clark Senger am 16.03.2019 - 12:30

Ein mysteriöser Schattenmann machte sich in den letzten Wochen als "Klickkäufer" einen Namen in der Szene. Es wurden gefakte Views auf Instagram-Videos von Fero47, Sero El Mero, Meros Homie Brado, Capital Bra, Samra, Fler und mehr generiert. Betroffene Rapper wie Nimo regten sich auf, da sie nicht den Anschein erwecken wollten, sie hätten sowas nötig. Die Aufmerksamkeit für das Phänomen stieg weiter und nun haben die Macher – angeblich drei Jungs im Alter von 15 und 16 Jahren – mit OMR gesprochen.

"Klicks sind nicht das Wichtigste"

Gegenüber der Plattform erklärt der Besitzer des Instagram-Accounts @333plus, das Ganze habe zunächst aus Langeweile angefangen. Ihre Absichten erklärt er dann sogar mit einer nahezu hiphop-romantischen Erläuterung. "Wir wollten Aufmerksamkeit bekommen, diese Newcomer-Szene ein bisschen stoppen und die Klicks 'entwerten'. Klicks sind nicht das Wichtige, sondern das Talent und die Message, die ein Rapper verbreitet", wird er bei OMR zitiert.

Es habe zwar keinen bestimmten Künstler gegeben, über den sie sich aufgeregt hätten, aber namentlich werden dann trotzdem Mero und Fero genannt. Beide hatten mit beeindruckenden Zahlen auf Instagram für Aufsehen gesorgt, bevor sie mit richtigen Songs die Szene endgültig betraten. Der Weg scheint derzeit der kürzeste ins Game zu sein, mal mehr oder häufiger weniger talentierter Nachwuchs überschwemmt das derzeit wichtigste Promo-Tool der (Rap-)Welt geradezu mit Content, seit bekannt ist, dass man auf diese Weise erfolgreich werden kann.

Fake-Klicks auf Meros YouTube-Videos?

Auf Meros enormen Erfolg bei YouTube und Spotify liefert @333plus den Hatern des Newcomers allerdings keine befriedigende Antwort: "Ich denke nicht, dass in Deutschland Künstler Views und Klicks faken, aber im internationalen Raum gibt es sehr viel Fake." In der Annahme, dass bei den Newcomern alles mit rechten Dingen zugeht, riecht man den subtilen, aber bekannten Duft von Missgunst aus der Ecke der Klickkäufer: Jemand wird gefeiert, erarbeitet sich auf Instagram Erfolg, aber dieser soll entwertet werden? Nur weil man selbst anderen Rap feiert?

Zurück zum Thema: Ihr diabolisches Treiben beschränkt sich offenbar auf Instagram und soll mit Views auf Brados Video vom 26. Februar begonnen haben.

Preis für gekaufte Klicks bei Instagram

Spekulationen von Fans, jemand könnte sich dumm und dämlich zahlen, um Rappern Views von Bots zu bescheren, beendet @333plus ebenfalls. Er und seine Jungs bieten mittlerweile eine Million Views für 25 Euro an. OMR hat das Angebot getestet und es hat geklappt.

"Das Lustigste ist einfach, dass Leute denken wir würden Tausende von Euros dafür ausgeben. [...] Wer Klicks will, bekommt sie. Und wenn wir etwas dafür bekommen, finde ich das nicht widersprüchlich."

Klicks zum Spottpreis: Ein Joke mit Nachwirkung?

Im Interview erklärt der Betreiber des Instagram-Accounts auch, dass er und seine Kollegen (@sxnstyy & @sxhlex) irgendwann einfach die Aufmerksamkeit genossen hätten. Gefühlt stündlich konnte man in manchen Blogs Neuigkeiten über die "Klickkäufer" lesen, wenn man wollte. Ihr oben genannter ideologischer Blickwinkel könnte damit zwar nur eine schöne Verpackung für einen simplen Joke sein, aber selbst in diesem Fall könnten die Aktionen Folgen haben.

Was ist, wenn jetzt jeder weiß, wie einfach man diese Zahlen faken kann? Wie entsteht ein echter Hype, wenn der Instagram-Account jedes zweiten halbtalentierten Rappers nach Hype aussieht? Leidet echte Kunst vielleicht eher darunter, weil sie zwischen den ganzen Fakern weniger Beachtung findet? Muss man jetzt immer als Detektiv auf Instagram unterwegs sein und nach authentischen Merkmalen für echten Support suchen? Oder steht dadurch am Ende wirklich einzig und allein das Talent im Vordergrund? Man kann viele Fragen stellen.

Wie fließendes Wasser finden Internetphänomene in der Regel ihren eigenen Weg durch die (digitale) Landschaft. Dass außer ein paar Wenigen wirklich Leute dauerhaft daran Spaß finden würden, andauernd Rappern Klicks zu kaufen, kann man bezweifeln. Sollte sich das Ganze finanziell lohnen, sieht es natürlich anders aus und die Geschichte hätte Zukunft – wie alles, an dem irgendjemand irgendwo irgendwie profitiert.

Instagram wird sich bemühen müssen, die Kredibilität der Plattform zu bewahren. Bis jetzt scheint es gegen die Bots kein zuverlässiges Mittel zu geben und so wird die Story sich zumindest in der nächsten Zeit noch etwas durch das Netz schlängeln, bevor sie zu einem Strom wird, der einmal mächtig durch die Szene spült, oder als kleines Rinnsal im Boden versickert.

Den kompletten Artikel zum Thema gibt es hier auf OMR.com


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