Massiver Ansturm auf "New York Post": Wie Supreme aus einer Zeitung ein Fashion-Statement macht

 

Die altehrwürdige Zeitungsmarke New York Post hat auf einen Schlag für eine ausverkaufte Auflage gesorgt (wohl immerhin fast 300.000 Exemplare). Der Grund: ein dickes Supreme-Logo auf der Titelseite:

Morning ..Shout out to my #ock ! #supremenypost I get respect in my #bodega #Brooklyn #supreme

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Das amerikanische Blatt labelte sich mit einer der angesagtesten Brands der Neuzeit und der Plan ging auf. Am Vormittag waren offenbar schon alle Ausgaben vergriffen. Bereits gegen 10 Uhr wurden die Zeitungen auf Reselling-Plattformen für ein Vielfaches des Kaufpreises angeboten. Wie sehr Supreme-Fans weltweit auf neue Items ihres Lieblingslabels hinfiebern, zeigt allein dieser Kommentar auf der Instagramseite der New York Post:

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Der eher konservativen Boulevardzeitung ist damit ein cleverer Schachzug gelungen, der letztendlich wohl beiden Parteien hilft. Die Zeitung ist vergriffen und alle reden über Supreme. Der Coup war allerdings bezahlte Werbung für die Marke, die ihr Logo auch schon mal auf Boxsäcken, Kajacks oder Flipperautomaten verewigt. Alles wo Supreme drauf steht, verkauft sich nunmal prächtig.

New York Post on newsstands now. @nypost

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Der Herausgeber der New York Post, Jesse Angelo, sah diesen Run auf sein Produkt offenbar kommen. Er sei sich sicher gewesen, dass diese Ausgabe ein Sammlerstück werden würde. Zudem spricht Angelo die Ähnlichkeiten zwischen der New Yorker Tageszeitung und der Streetwear-Marke an:

"Supreme is such a cool brand and we have so much affinity, to the design kinship of the logos, to being bold, and never shy, and New York-based.”

Die Ähnlichkeiten sieht er nicht ausschließlich bei den jeweiligen Logos, sondern auch bei der Verwurzelung am Big Apple. Die Auflage von Tageszeitungen ist dennoch seit Jahren auf dem absteigenden Ast. Daran dürfte auch dieser kurzweilige Push nichts ändern.

On newsstands now... @supremenewyork #supreme

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Bei genauerer Betrachtung zeigt der Marketingmove den fortschreitenden Triumph von Form über Inhalt. Als Kaufargument hat für viele Kunden höchstwahrscheinlich das rot-weiße Logo gegolten. Die auch vorhandenen (und eventuell hochwertigen) journalistischen Beiträge kommen eher an zweiter oder keiner Stelle.

Mehr über die komplette Hype-Geschichte des Labels kannst du hier nachlesen:

Vom Skateshop zur heißesten Brand der Welt: So erzeugte Supreme den Hype

Big Ben, Buckingham Palace oder das London Eye sind Dinge, die genannt werden, wenn es um Londoner Sehenswürdigkeiten geht. Samstags mit hunderten anderen Touris Schlange stehen? "Besser nicht", dachte ich mir und machte mich auf, um mir den Londoner Supreme Store anzusehen. Immerhin gibt es davon in Europa nur zwei, während es dutzende Kirchtürme, Riesenräder und Paläste gibt.

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